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The unbelievable Machine Company

Cloud-Vorteile richtig nutzen

Gastbeitrag: Wie Cloud-Services die IT-Architektur verändern, weiß Michael Petroni

Foto: *um Der Autor Michael Petroni ist Standortleiter Wien bei The unbelievable Machine Company (*um) Beim Thema Cloud-Nutzung kommt es oft zu Missverständnissen. Nur per lift & shift das eigene Rechenzentrum in die Cloud zu bringen, ist ineffizient und teuer. Um die Wolke effektiv und kosteneffizient zu nutzen, müssen Architektur und Applikationen angepasst und neu designt werden. Der große Vorteil der Cloud Services ist, dass Ressourcen dynamisch genutzt werden können.

In Österreich haben die ersten Pioniere schon den Wechsel von on-premise-Lösungen in die Cloud vollzogen. Österreich liegt bei der Nutzung von Cloud-Computing mit 21 Prozent (Quelle: Statistik Austria, Europäische Erhebung über den IKT-Einsatz in Unternehmen 2017) noch im unteren Drittel der 28 EU-Staaten. Doch derzeit findet ein Erwachen statt. Rund 40 Prozent der Unternehmen informieren sich und denken aktuell über einen Umstieg nach.

Nur sein Rechenzentrum eins zu eins in die Cloud zu migrieren, wäre in den meisten Fällen zu kurz gegriffen. Damit gingen viele Vorteile verloren, weil ein Großteil der Applikations-Architekturen in der Cloud durch Managed Services abgedeckt werden können. Zahlreiche Dienste können schon von der Cloud übernommen werden, die vor allem jenen Unternehmen hohe Skalierbarkeit bieten, deren Bedarf an Rechenkapazitäten schwankt. Doch dieses Angebot hat auch Auswirkungen auf die Art und Wiese, wie Applikationen künftig entwickelt werden müssen:

Microservice-Architektur.

Die Cloud ist ein wichtiger Treiber hin zu Microservice-Architekturen. Vermehrt werden dabei Applikationslandschaften geschaffen, die bisherige Monolithen in einzelne kleine Services mit unterschiedlichen Zuständigkeiten aufspalten und orches-trieren. Bis dato hat oft eine große monolithische Applikation sehr viele Funktionen übernommen. Im Fall von Microservice-Architekturen gibt es einzelne Services, lose aneinander gekoppelt und damit auch leicht austausch- und kombinierbar, die bestimmte Aufgaben ausführen.

Auf die cloudbasierte Architektur kommt es an. Es ist nach wie vor möglich, monolithische Applikationen in der Cloud zu betreiben. Dass diese Lösung in Wahrheit viel teurer ist, als on-premise ein Rechenzentrum zu betreiben, ist jenes Argument, das immer dann zu hören ist, wenn ein Rechenzentrum nur virtualisiert und in die Cloud gebracht wird, ohne die Architektur entsprechend zu adaptieren. Die Pflege und Wartung der Maschinen und Hardware wird auch hier ausgelagert. Allerdings verzichtet man bei dieser Variante auf viele Vorteile, die eine cloudbasierte Architektur bringt. So ist es also kein Wunder, dass sich die Microservice-Architektur gerade im Cloud-Bereich immer mehr ausbreitet. Dabei werden Ressourcen und Rechenzentrumskapazitäten nur dann verwendet, wenn sie wirklich benötigt werden und anschließend sofort wieder frei gegeben. Genau mit diesem dynamischen Scale-out können enorme Preisvorteile mit Cloud-Lösungen erzielt werden. On-premise muss die Rechenkapazität immer an der Peak-Last (Spitzenauslastung) dimensioniert werden.

Applikationen im neuen Design.

Es geht darum, Prozesse anders zu gestalten. In der containerbasierten Architektur wird nichts mehr von Hand konfiguriert, sondern alles läuft automatisiert ab. Das bedeutet, dass die Software, die in einem Container betrieben wird, diesen Anforderungen gerecht werden muss – auch wenn es bei der großen Anzahl von Maschinen in den Rechenzentren der Cloud-Anbieter immer wieder vorkommt, dass Server ausfallen. Die IT-Architektur muss so angelegt sein, dass solche Ausfälle nahtlos abgefangen werden können.

Rasanter Wandel.

Anhand der aktuellen Applikations-Architekturen für die Cloud sieht man jetzt die steigende Geschwindigkeit, mit der sich Technologien im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten weiterentwickeln. Momentan findet alles viel schneller und auf anderen Ebenen statt. Die Frage, ob Cloud Services die IT-Architektur verändern, kann eindeutig mit ja beantwortet werden. Vor allem dann, wenn man einen Mehrwert mitnehmen will. 
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