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ERP-Future 2019

ERP-Systeme neu definiert

Die traditionsreiche ERP-Reihe zeigte, wie die ERP-Welt aktuell aussieht und wohin sich die Lösungen weiterentwickeln werden.

Foto: Georg Kirchtag Rund 130 Besucher setzten sich mit dem Thema Enterprise Resource Planning auseinander Nach zehn Jahren und zwölf Veranstaltungen ist die ERP Future zum ersten Veranstaltungspartner, der FH Technikum Wien, zurückgekehrt. Zehn Aussteller, darunter Co-Veranstalter SIS Consulting, und rund 130 Besucher kamen Mitte  November zusammen, um sich mit dem Thema Enterprise Resource Planning auseinanderzusetzen.

Komplex oder kompliziert?

Foto: Georg Kirchtag Johannes Keckeis und Christoph Weiss (v.l.), SIS Consulting, bei der ERP Future Die Herausforderungen der Anwenderorganisationen sind komplexer geworden, da sich die Umgebungsparameter als auch interne Rahmenbedingungen verändert haben. Florian Eckkrammer, Departmentleitung Computer Science am FH Technikum Wien, präsentierte in seiner Key Note „Auswahl und Einführung von IT-Systemen - komplex oder kompliziert?“ Lösungsansätze, wie mit komplexen und chaotischen Zuständen umgegangen werden kann, um abgrenzbare, komplizierte aber handhabbare sowie beherrschbare Situationen zu erreichen. Er empfahl, sich vor Augen zu führen, dass ein adäquates und professionelles Anforderungsmanagement mit iterativen retrospektiven Prüfmechanismen in der Definitions-, Entwicklungs- und Auswahlphase von IT-Systemen die Kosten im IT-Systembetrieb signifikant senkt. Der Aufwand von zu spät entdeckten Anforderungslücken bzw. Fehlern bei der Anforderungsdefinition resultiert in bis zu 200-fach hohen Folgekosten im Vergleich zu notwendig gewesenen Initialkosten. Das trifft auf jegliche IT-Projekte zu, unabhängig davon, ob es sich um BPM-, ERP-, CRM- oder BI-Systeme bzw. -Funktionalitäten handelt.

Mehr als Buzzwords

Die anwesenden ERP-Hersteller machten dieses Jahr fast durchgängig selbst darauf aufmerksam, dass es nicht mehr ausschließlich um Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Personalmanagement oder das Management von Dokumenten, Prozessen und Produktlebenszyklen geht. Die meisten technologiegetriebenen Schlagwörter und „Trends“ der letzten Jahre haben sich fest in den Erwartungshaltungen der Anwenderorganisationen verankert und spiegeln sich auch in den Produkten und Produktlandschaften wider.

„Central Enterprise System“

Es zeigte sich, dass sich ERP-Systeme zu einem ganzheitlichen Lösungsansatz mit interoperablen Systemlandschaftskomponenten weiterentwickeln. Damit werden ERP-Systeme zum Kernelement einer unternehmensweiten Systemlandschaft. Eine Neudefinition als Central Enterprise System (CES) wäre eine mögliche zukünftige Evolutionsstufe klassischer ERP-Systeme. Dies gilt es von wissenschaftlicher Seite sowie von den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Technologieunternehmen in Zukunft näher zu untersuchen, abzugrenzen und zu definieren. Disruptive Ansätze sind dagegen aktuell nicht zu erkennen. Klassische ERP-Systeme haben sich durch ihre stetige Weiterentwicklung selbst überlebt, jedoch nicht im Sinne obsolet zu sein, sondern eine noch zentralere und interoperablere Rolle in der IT-Landschaft einer Anwenderorganisation einzunehmen, so der Tenor der Veranstaltung.

ERP Booklet 2020 erschienen

Im Rahmen der Fachtagung ERP Future 2019 wurde dem Fachpublikum die druckfrische Ausgabe „ERP Booklet 2020“ vorgestellt. Das Booklet bietet eine Marktübersicht mit 252 Systemen sowie 200 Anbietern im Vergleich.

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