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Navax

„Soziale Komponente mitdenken“

Einen Blick über den technologischen Tellerrand hinaus wagt Navax-Chef Oliver Krizek im Gespräch

Foto: Navax Oliver Krizek, Navax: „Die Berater müssen die Sprache der Branche sprechen“ Oliver Krizek kann man getrost als „alten Hasen“ bezeichnen. Der umtriebige Gründer und Geschäftsführer des Systemhauses Navax ist seit zwei Jahrzehnten in der Beratungsbranche tätig und gilt in der Szene als Innovator und Vorantreiber neuer Ideen – so engagiert er sich neben seiner Funktion bei Navax als Mentor für Start-ups.

Krizek denkt gerne über den technologischen Tellerrand hinaus. „IT-Projekte sind mehr als Software. Die Herausforderung ist heute nicht mehr so sehr die Technologie, sondern das Menschliche“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit it&t business. „Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft und der Mensch begegnet Veränderungen tendenziell eher misstrauisch. Collaboration-Systeme sind beispielsweise eine großartige Sache und können Arbeitsprozesse beschleunigen und transparenter machen. Allerdings können sie auch dazu führen, dass die Mitarbeiter nur mehr im stillen Kämmerlein vor dem Chatfenster sitzen und das Betriebsklima wegen des fehlenden persönlichen Kontakts leidet. Firmen müssen diese soziale Komponente bei IT-Projekten mitdenken“, appelliert Krizek.

Software für Finanzdienstleister.

Navax beschäftigt mittlerweile rund 180 Mitarbeiter und betreibt sieben Standorte, darunter auch Büros in Köln und Zürich. Die deutsche Tochtergesellschaft fokussiert sich mit der eigenentwickelten Software „Henri“ aktuell auf die Finanzdienstleistungsbranche. Die in der Standard-Software Microsoft Dynamics NAV integrierte Lösung wurde in Kooperation mit Branchenexperten entwickelt und beinhaltet alle Kernprozesse des Geschäftes von Leasing- und Kreditfinanzierungs-Gesellschaften in einem System. Damit fallen Workarounds, Doppelerfassungen oder komplexe Schnittstellen-Programmierungen weg. Die vollständige Microsoft Integration ermöglicht, dass sämtliche Dokumente wie Angebote, Finanzierungszusagen, Verträge etc., in Form von Vorlagen mittels Microsoft Office Word erstellt und in Henri zur Anwendung gebracht werden. Durch die Basistechnologie von Dynamics NAV ist mobiles Arbeiten über Web- & Tablet-Client ebenso möglich wie der klassische Zugang über installierte Windows-Clients.

Die „Workflow-Engine“ ermöglicht, dass Arbeitsabläufe grafisch entworfen werden. Unternehmen können selbstständig Prozessänderungen vornehmen. Diese werden dabei auch automatisch und rechtskonform dokumentiert.

Komplettpaket für die Baubranche.

Im ERP-Bereich reüssiert Navax mit einer Lösung für das Bau- und Baunebengewerbe. Die ebenfalls auf Dynamics NAV aufbauende Lösung bietet ein Zusammenspiel aller branchenspezifischen Geschäftsprozesse in einer Plattform, mit einer Oberfläche und einer Datenbank – von Kalkulation und Einkauf über Lager und Produktion bis zu Service oder Finanzbuchhaltung. Alles, was auf der Baustelle passiert, wird automatisch im Lager oder in der Buchhaltung abgebildet und ist auch mobil auf Smartphone und Tablet abrufbar.

Auch hier spielt die soziale Komponente für Krizek eine gewichtige Rolle. „Wenn man das Geschäft des Kunden nicht versteht, hilft die beste Technologie nichts“, erklärt der Navax-Chef. Als eigentümergeführtes Unternehmen legt das Systemhaus großen Wert auf die Mitarbeiterentwicklung, so Krizek: „Bei allen Projekten gilt: Die Berater müssen die Sprache der Branche sprechen.“–lh–

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