Der neue ThreatLabz 2025 Mobile, IoT and OT Threat Report von Zscaler zeigt eine deutliche Zunahme von Angriffen auf vernetzte Systeme und mobile Geräte. Besonders kritische Industrien und hybride Arbeitsumgebungen geraten zunehmend ins Visier. 239 bösartige Apps im Google Play Store wurden über 42 Millionen Mal heruntergeladen.
Foto: Zscaler
Deepen Desai, EVP und Chief Security Officer bei Zscaler
Die wachsende Vernetzung industrieller Systeme und mobiler Arbeitsumgebungen macht Unternehmen zunehmend anfällig für Cyberangriffe. Der aktuelle ThreatLabz 2025 Mobile, IoT and OT Threat Report von Zscaler dokumentiert einen signifikanten Anstieg bösartiger Aktivitäten – sowohl im mobilen Bereich als auch bei IoT- und OT-Systemen. Die Daten basieren auf globaler Telemetrie des Zscaler-Cloud-Netzwerks und zeigen, dass Cyberkriminelle zunehmend auf vertrauenswürdige Distributionskanäle setzen, um Schadsoftware zu verbreiten.
Im Berichtszeitraum identifizierte Zscaler 239 bösartige Anwendungen im Google Play Store, die zusammen 42 Millionen Mal heruntergeladen wurden. Besonders betroffen war die Kategorie „Tools“, da Angreifer Schadsoftware in vermeintlichen Produktivitäts- und Workflow-Apps versteckten. Diese Programme richten sich vor allem an Nutzer in hybriden Arbeitsumgebungen, in denen mobile Geräte zum Arbeitsalltag gehören.
Laut Report nahm die Verbreitung von Android-Malware im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent zu, insbesondere durch Spionage-Apps und Banking-Malware. Die Angreifer nutzen dabei das Vertrauen in seriös wirkende Anwendungen, um Daten abzugreifen und den Zugang zu Unternehmenssystemen zu erleichtern.
Abbildung 1 zeigt die größten IoT Malware Faamilien (Quelle: Zscaler)
Im industriellen Umfeld sind vor allem der Fertigungs- und Energiesektor stark betroffen. Der Report zeigt, dass beide Branchen zu den bevorzugten Zielen mobiler und IoT-basierter Angriffe zählen. Im IoT-Segment machten Fertigung und Transportwesen jeweils 20,2 Prozent aller Angriffe aus – zusammen also über 40 Prozent der beobachteten Vorfälle. Im Vorjahr lagen die Anteile noch bei 36 bzw. 14 Prozent.
Besonders auffällig ist die Zunahme von Angriffen auf den Energiesektor, die laut Zscaler um 387 Prozent gestiegen sind. Die Forscher verweisen auf das hohe Schadenspotenzial dieser Branche, die zunehmend digitalisiert und vernetzt agiert. Rund 40 Prozent aller blockierten IoT-Transaktionen entfielen auf die Mirai-Malware-Familie, gefolgt von Mozi und Gafgyt. Diese drei Varianten machten zusammen etwa 75 Prozent aller IoT-bezogenen Schadaktivitäten aus.
Abbildung 2 zeigt die am häufigsten angegriffenen Branchen (Quelle: Zscaler)
Zscaler-Manager Deepen Desai, EVP und Chief Security Officer, warnt vor der wachsenden Bedrohungslage: „Angreifer konzentrieren sich zunehmend auf Bereiche mit maximaler Wirkung. Im Jahresvergleich konnten wir einen Anstieg um 67 Prozent bei mobiler Malware und einen massiven Sprung von 387 Prozent bei IoT/OT-Angriffen im Energiesektor beobachten. Eine konsequente Zero Trust Everywhere-Strategie, unterstützt durch KI-basierte Bedrohungserkennung, ist entscheidend, um die Angriffsfläche zu minimieren, laterale Bewegungen einzudämmen und Unternehmen nachhaltig zu schützen.“
Geografisch konzentrieren sich mobile Bedrohungen auf einige wenige Kernregionen. 26 Prozent aller mobilen Angriffe entfielen laut Bericht auf Indien, gefolgt von den USA mit 15 Prozent und Kanada mit 14 Prozent. In Indien stiegen die Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent. Mexiko (5 Prozent) und Südafrika (4 Prozent) lagen deutlich dahinter.
Bei den Angriffen auf IoT-Infrastrukturen bleibt die USA mit 54 Prozent führend – sowohl als Hauptziel als auch als Ursprung vieler Attacken. Hongkong folgt mit 15 Prozent, Deutschland liegt mit 6 Prozent an dritter Stelle. Indien (5 Prozent) und China (4 Prozent) komplettieren die Top fünf.