Der neue Global Cyber Threats Report von Check Point Research für Juli 2025 zeigt eine Zunahme von Cyber-Angriffen, besonders in Europa. In Österreich stieg die Zahl der Attacken pro Organisation um 5 Prozent auf 1.728 pro Woche.
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Lotem Finkelstein, Director, Threat Intelligence and Research bei Check Point Software Technologies
Im Juli 2025 waren Organisationen weltweit im Durchschnitt 2.011 Cyber-Angriffen pro Woche ausgesetzt. Das geht aus dem aktuellen Global Cyber Threats Report von Check Point Research (CPR) hervor. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Plus von drei Prozent, im Jahresvergleich sogar einem Anstieg von zehn Prozent. Die Zahlen verdeutlichen die anhaltende Dynamik der Bedrohungslage – und zeigen regionale Unterschiede: Während Attacken im DACH-Raum leicht rückläufig waren, hat sich die Lage in Österreich und in Europa insgesamt verschärft.
In Österreich meldeten Unternehmen im Juli durchschnittlich 1.728 Angriffe pro Woche. Das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im DACH-Raum lag der Wert mit 1.356 Angriffen pro Organisation leicht niedriger, verzeichnete jedoch ein Minus von vier Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Trend auf europäischer Ebene: Mit 1.468 Attacken pro Organisation wöchentlich ist die absolute Zahl zwar niedriger als in anderen Weltregionen, jedoch weist Europa mit plus 15 Prozent den stärksten Anstieg im globalen Vergleich auf.
Abbildung 1: Durchschnittliche Anzahl wöchentlicher Angriffe pro Organisation nach Ländern und Regionen, inklusive Vorjahresvergleich (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.).
Die Verteilung der Angriffe in Österreich zeigt klare Schwerpunkte. Zu den am stärksten betroffenen Sektoren zählten im Juli Telekommunikation, industrielle Fertigung, Behörden, Informationstechnologie sowie Konsumgüter und Dienstleistungen. Weltweit steht weiterhin der Bildungssektor an erster Stelle: Mit 4.248 Angriffen pro Organisation und Woche ist er besonders stark exponiert – ein Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch andere Branchen geraten zunehmend ins Visier. Auffällig ist insbesondere ein Anstieg im Agrarsektor um 81 Prozent, was laut CPR auf eine neue Attraktivität für Angreifer hinweist.
Abbildung 2: Durchschnittliche weltweite Anzahl wöchentlicher Cyber-Angriffe nach Sektoren im Juli 2025 verglichen mit Juli 2024 (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.).
Besonders bedenklich ist die Entwicklung bei Ransomware. Weltweit wurden im Juli 518 erfolgreiche Attacken gezählt – ein Zuwachs um 28 Prozent im Jahresvergleich. Nordamerika war mit 52 Prozent aller Fälle am stärksten betroffen, Europa mit 25 Prozent an zweiter Stelle.
Abbildung 3: Anzahl der auf Ransomware-Shamesites von Cyber-Kriminellen genannten Opfer von Ransomware-Angriffen nach Regionen im Juli 2025 (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.).
Auf Branchenebene stand der Bereich Konsumgüter und Dienstleistungen mit zwölf Prozent an der Spitze der gemeldeten Vorfälle. Dahinter folgen Bauwesen und Ingenieurwesen sowie Unternehmensdienstleistungen mit jeweils rund zehn Prozent.
Abbildung 4: Anteil der Top 10 Sektoren an allen auf Ransomware-Shamesites von Cyber-Kriminellen genannten Opfer von Ransomware-Angriffen im Juli 2025 (Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.)
Im Bericht werden drei Gruppen als besonders aktiv genannt:
Qilin verantwortete zwölf Prozent aller veröffentlichten Angriffe. Die Gruppe setzt seit 2022 auf kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur und verzeichnete nach dem Ende von RansomHub im März 2025 eine deutliche Zunahme an Opfern.
Inc. Ransom war für neun Prozent der Angriffe verantwortlich. Sie attackiert gezielt Gesundheitswesen und Bildung und betreibt eine zweigeteilte Infrastruktur für Verhandlungen und Datenveröffentlichungen.
Akira beanspruchte acht Prozent der Vorfälle. Sie setzt auf Rust-basierte Verschlüsselung für Windows-, Linux- und ESXi-Systeme und richtet sich vor allem gegen Unternehmensdienstleistungen und industrielle Fertigung.
Lotem Finkelstein, Director, Threat Intelligence and Research bei Check Point Software Technologies, betont die Bedeutung von Prävention: „Die Daten für Juli zeigen, dass Ransomware nicht nur die größte Gefahr im Cyberspace bleibt, sondern sich auch rasch weiterentwickelt. Gefährliche Gruppen wie Qilin weiten ihren Einflussbereich auf hochwertige Ziele aus“, so Finkelstein. „Diese Angriffe treffen jeden Winkel der Welt und jede Art von Organisation. Präventionsstrategien auf Basis künstlicher Intelligenz sind die einzige Möglichkeit, um gegenüber den Drahtziehern einen Vorsprung zu behalten.“