Vier Wochen nach dem Start ihrer Industrial AI Cloud erweitert die Deutsche Telekom ihr KI-Ökosystem. T-Systems agiert künftig als „Sovereign Partner Cloud Provider“ für ServiceNow in Deutschland. Im Fokus stehen industrielle KI, Datensouveränität und regulierte Branchen.
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Die Deutsche Telekom treibt den Ausbau ihrer Industrial AI Cloud weiter voran. Nach der Inbetriebnahme der nach Unternehmensangaben ersten KI-Fabrik dieser Art in Europa erweitert die B2B-Tochter T-Systems ihre seit 2014 bestehende Partnerschaft mit ServiceNow. Ab sofort übernimmt T-Systems die Rolle des „Sovereign Partner Cloud Provider“ in Deutschland und stellt die ServiceNow KI-Plattform auf eigener T-Cloud-Infrastruktur bereit.
Mit der erweiterten Kooperation sollen Unternehmen einen Ende-zu-Ende-Service erhalten – von Beratung und Implementierung über Lizenzierung bis hin zu Hosting und Betrieb. Die ServiceNow KI-Plattform wird dabei souverän in Deutschland betrieben. Laut Telekom profitieren insbesondere Kunden in hochregulierten Branchen von der lokal betriebenen Infrastruktur, die Datensouveränität sowie regulatorische Sicherheit gewährleisten soll.
Die Integration ermöglicht es Unternehmen, Arbeitsabläufe etwa in IT, Kundenservice oder Personalwesen zu vereinheitlichen und zu automatisieren. Zudem sollen unstrukturierte Daten mithilfe von KI strukturiert und Prozesse effizienter gestaltet werden. Die Telekom betont dabei die durchgängige Verantwortung aus einer Hand sowie die Einhaltung deutscher und europäischer Sicherheitsstandards.
Die Industrial AI Cloud wurde vor vier Wochen in Betrieb genommen und versteht sich als souveräne KI-Plattform für industrielle Anwendungen. Sie ist mit 10.000 NVIDIA-GPUs der neuesten Generation ausgestattet. Gemeinsam mit SAP und Siemens entstand ein Technologie-Stack „Made in Germany“, der Konnektivität, Betrieb, KI-Infrastruktur sowie Plattform- und Software-as-a-Service umfasst. Alle Daten verbleiben in Deutschland.
Die Plattform richtet sich an Großunternehmen, Mittelstand, Forschungseinrichtungen, den Public-Sektor, das Gesundheitswesen sowie die Rüstungsindustrie. Unternehmen können dort industrielle KI-Anwendungen entwickeln, testen und betreiben. Genannt werden unter anderem digitale Zwillinge von Produktionsstätten, virtuelle Crashtests, digitale Windkanal-Tests für Fahrzeuge und Flugzeuge, die Entwicklung von Robotersteuerungen oder das Training eigener KI-Modelle.
Die Telekom ordnet industrielle KI als zentralen Faktor für Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit ein. Steigende Produktionsanforderungen und der Bedarf an KI-gestützten Automatisierungslösungen erhöhten den Druck auf Unternehmen, entsprechende Infrastrukturen aufzubauen. Mit der Industrial AI Cloud und der vertieften Zusammenarbeit mit ServiceNow soll ein offener, sicherer und souveräner KI-Stack bereitgestellt werden, der für unterschiedliche Branchen nutzbar ist.