Google Cloud erweitert den Schutz vor Ransomware um eine neue Verteidigungsebene: Eine KI-gestützte Erkennung in Drive for Desktop soll Angriffe nicht nur verhindern, sondern auch im Ernstfall Dateien sichern und eine schnelle Wiederherstellung ermöglichen.
Ransomware bleibt eine der größten Bedrohungen für Unternehmen – nicht nur im klassischen IT-Bereich, sondern zunehmend auch in geschäftskritischen Abläufen wie in der Fertigung, im Einzelhandel oder im Gesundheitswesen. Herkömmliche Antivirenprogramme setzen darauf, schädlichen Code möglichst frühzeitig zu blockieren. Doch die Erfolgsbilanz von Ransomware zeigt, dass diese Strategie allein nicht ausreicht. Google Cloud setzt nun auf einen ergänzenden Ansatz: Mit einer neuen KI-gestützten Funktion in Drive for Desktop sollen Nutzer auch dann geschützt werden, wenn Schadsoftware bereits im System aktiv ist.
Die Erkennung konzentriert sich auf das Kernmerkmal von Ransomware-Angriffen: den Versuch, Dateien massenhaft zu verschlüsseln oder zu beschädigen.
Abbildung 1: Die Ransomware-Erkennung sucht nach laufenden Angriffen und greift sofort ein. (Quelle: Google)
Sobald ein solches Verhalten identifiziert wird, stoppt Drive for Desktop die Dateisynchronisierung mit der Cloud. Damit wird verhindert, dass der Schadcode wichtige Dokumente unternehmensweit unbrauchbar macht.
Abbildung 2: Die KI-Erkennung verhindert die Ausbreitung der Ransomware. (Quelle: Google)
Nutzer erhalten parallel Warnmeldungen sowohl am Desktop als auch per E-Mail. Ein zentrales Element ist die Wiederherstellung betroffener Dateien. Während herkömmliche Lösungen oft komplexe Neuaufsetzungen oder externe Tools erfordern, können Nutzer in Google Drive mit wenigen Klicks Dateien auf einen vorherigen, intakten Zustand zurücksetzen. Diese Funktion soll Unterbrechungen minimieren und Datenverluste auch dann verhindern, wenn Ransomware Systeme wie Microsoft Windows oder Office befällt.
Abbildung 3: Die Nutzer erhalten eine Warnmeldung und können ihre Dateien wiederherstellen. (Quelle: Google)
Auch Administratoren behalten den Überblick: Sie erhalten Benachrichtigungen über erkannte Aktivitäten und können im Sicherheitscenter detaillierte Auditprotokolle einsehen.
Abbildung 4: Admins erhalten im Falle eines Angriffs eine Benachrichtigung. (Quelle: Google)
Standardmäßig ist die neue Funktion für alle Kunden aktiviert, lässt sich aber bei Bedarf zentral deaktivieren. Das zugrunde liegende KI-Modell wurde mit Millionen realer Ransomware-Beispiele trainiert und wird laufend durch neue Daten aus der Analyseplattform VirusTotal verbessert.
Der neue Schutz ist direkt in Google Drive for Desktop integriert und steht den meisten kommerziellen Workspace-Kunden ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Damit ergänzt Google Cloud die bisherige Rolle von Antivirenprogrammen um eine weitere Abwehrschicht, die auch im Ernstfall die Geschäftskontinuität sichern soll.