Mit drei neuen Server-Blades, einem aktualisierten Management-Stack sowie Netzwerk- und Speicherlösungen baut HPE seine Cray-Plattform GX5000 weiter aus. Erste Großsysteme am HLRS und am Leibniz-Rechenzentrum setzen die Technologie künftig ein.
Foto: HPE
Die Weiterentwicklung von Supercomputing-Architekturen verläuft zunehmend in Richtung modularer und heterogener Systeme. Diesem Trend folgt auch HPE mit drei neu vorgestellten Server-Blades für die Plattform HPE Cray Supercomputing GX5000. Die Komponenten sollen flexible CPU-/GPU-Kombinationen erlauben und adressieren sowohl klassische HPC-Anwendungen als auch KI-Workloads. Ergänzend stehen eine neue Management-Software, die Netzwerktechnik HPE Slingshot 400 und ein auf DAOS basierendes Speichersystem bereit. Zwei europäische Rechenzentren haben die Technologie bereits für kommende Großrechner gewählt.
HPE kündigte drei Server-Blades an, die sich innerhalb eines GX5000-Racks beliebig kombinieren lassen. Alle Varianten sind direkt flüssigkeitsgekühlt, bieten eine hohe Leistungsdichte und unterstützen unterschiedliche Anbieter bei CPU und GPU.
Das GX440n Accelerated Blade kombiniert vier CPU des Typs NVIDIA Vera mit acht GPU des Typs NVIDIA Rubin. Pro Rack lassen sich bis zu 24 dieser Blades installieren, was maximal 192 NVIDIA-Rubin-GPUs ermöglicht.
Das GX350a Accelerated Blade richtet sich an Umgebungen auf AMD-Basis. Es enthält eine CPU vom Typ AMD EPYC Venice und vier GPU AMD Instinct MI430X. Pro Rack sind bis zu 28 Blades und damit bis zu 112 MI430X-GPUs möglich.
Für reine CPU-Partitionen sieht HPE das GX250 Compute Blade vor. Es ist mit acht AMD EPYC Venice ausgestattet. Bis zu 40 dieser Blades finden in einem Rack Platz. GPU-Partitionen können parallel mit den beiden anderen Blade-Typen aufgebaut werden.
Die GX5000-Plattform bildet die Grundlage für zwei künftige Hochleistungsrechner: Das Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) setzt für das System Herder auf die neue Architektur, ebenso wie das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für den Supercomputer Blue Lion.
Parallel zur Hardware führt HPE die HPE Supercomputing Management Software ein. Sie deckt alle Phasen des Systembetriebs ab – von Bereitstellung über Überwachung bis Skalierung – und bietet Multi-Mandanten-Funktionen für virtualisierte oder containerisierte Umgebungen. Zudem erlaubt sie Energie- und Stromverbrauchsmonitoring sowie die Integration energieadaptiver Scheduler.
Für die Netzwerkanbindung steht der HPE Slingshot 400 nun auch für GX5000-Systeme bereit. Der Switch verfügt über 64 Ports mit 400 Gbit/s, ist flüssigkeitsgekühlt und lässt sich in Konfigurationen mit 512, 1.024 oder 2.048 Ports (8, 16 bzw. 32 Switches) aufbauen.
Das neue All-Flash-Speichersystem HPE Cray Supercomputing Storage System K3000 basiert auf HPE ProLiant Compute DL360 Gen12 und nutzt DAOS. Je nach Projektanforderung stehen leistungsoptimierte Varianten mit acht, zwölf oder 16 NVMe-Laufwerken sowie kapazitätsoptimierte Konfigurationen mit 20 NVMe-Laufwerken zur Verfügung. Die Laufwerke umfassen 3,84 TB, 7,68 TB oder 15,36 TB. Beim DRAM sind 512 GB, 1.024 GB oder 2.048 GB möglich. Für die Anbindung stehen HPE Slingshot 200, HPE Slingshot 400, InfiniBand NDR oder 400-Gigabit-Ethernet zur Wahl.
Verfügbarkeit:
– GX440n, GX350a und GX250: Anfang 2027
– HPE Supercomputing Management Software: Anfang 2027
– HPE Slingshot 400 für GX5000: Anfang 2027
– HPE Cray Supercomputing Storage System K3000: Anfang 2026