Laut einer aktuellen Umfrage der internationalen Fachorganisation ISC2 nutzen bereits 30 Prozent der Cybersicherheitsteams KI-Tools. Die Studie zeigt, welche Auswirkungen dies auf Effizienz, Einstiegspositionen und Personalentscheidungen hat – und wie vorsichtig viele Unternehmen dabei vorgehen.
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Casey Marks, Chief Qualifications Officer bei ISC2
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Cybersicherheit – doch viele Unternehmen agieren dabei mit Bedacht. Die aktuelle „2025 AI Adoption Pulse Survey“ der internationalen Fachorganisation ISC2 liefert neue Daten zur Verbreitung von KI-Sicherheitstools in Teams weltweit. Neben der konkreten Nutzung wurden auch Auswirkungen auf die Effizienz von Sicherheitsabteilungen sowie auf Einstellungen und Nachwuchsrollen untersucht. Die Umfrage unterstreicht eine ambivalente Haltung: Während erste positive Effekte sichtbar sind, überdenken viele Organisationen noch ihre internen Strukturen und künftigen Personalstrategien.
Die Integration von KI-Sicherheitstools in die tägliche Arbeit von Cybersicherheitsteams schreitet voran – wenn auch mit Bedacht. Laut der „2025 AI Adoption Pulse Survey“, die von der global tätigen Non-Profit-Organisation ISC2 durchgeführt wurde, setzen 30 Prozent der befragten Cybersicherheitsexperten bereits KI-gestützte Sicherheitslösungen ein. Weitere 42 Prozent prüfen oder testen aktuell den Einsatz solcher Tools.
Quelle: ISC2
Die Untersuchung basiert auf Angaben von 436 Fachkräften aus Unternehmen verschiedenster Größenordnungen weltweit. Als KI-Sicherheitstools gelten laut ISC2 dabei unter anderem generative KI und agentenbasierte Systeme zur automatischen Reaktion. Von den bereits aktiven Nutzerinnen und Nutzern berichten 70 Prozent von positiven Effekten auf die Teamleistung.
Als besonders wirkungsvoll gelten KI-gestützte Anwendungen in Bereichen wie Netzwerküberwachung (60 Prozent), Endpunktschutz (56 Prozent), Schwachstellenmanagement (50 Prozent), Bedrohungsmodellierung (45 Prozent) und Sicherheitstests (43 Prozent).
Große Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten zeigen sich als Vorreiter: 37 Prozent setzen KI aktiv in der Cybersicherheit ein. Kleinere Firmen mit bis zu 499 Mitarbeitenden folgen mit 33 Prozent. In der Gruppe der mittelständischen Betriebe (500 bis 2.499 Beschäftigte) sowie in den kleinsten Unternehmen (1 bis 99 Mitarbeitende) liegt der Anteil hingegen nur bei 20 Prozent. Auffällig: 23 Prozent der kleinsten Unternehmen geben an, derzeit keine Pläne zur Evaluation von KI-Sicherheitstools zu haben.
Bei der Branchenbetrachtung liegt die Industrie mit einer KI-Einführungsquote von 38 Prozent vorne, gefolgt von IT-Dienstleistern und dem Handels- sowie Konsumgütersektor (jeweils 36 Prozent). Auch die professionellen Dienstleistungen zeigen mit 34 Prozent eine hohe Bereitschaft zur Einführung.
Finanzdienstleister (21 Prozent) und der öffentliche Sektor (16 Prozent) zeigen derzeit die niedrigste aktive Nutzung. Gleichzeitig planen gerade diese Sektoren zukünftig häufiger die Integration von KI-Tools: 41 Prozent der Befragten aus dem Finanz- und dem Konsumgüterbereich sowie 36 Prozent aus dem öffentlichen Dienst gaben an, die Einführung aktiv zu evaluieren.
„KI verändert die Arbeitsweise von Unternehmen, und die Cybersicherheit bildet dabei keine Ausnahme“, erklärt Casey Marks, Chief Qualifications Officer bei ISC2. „Unsere aktuelle KI-Umfrage zeigt ein vorsichtiges, aber wachsendes Interesse an KI-Sicherheitstools, deren Einführung sich in Zukunft voraussichtlich beschleunigen wird.“
Die Umfrage untersucht auch mögliche Veränderungen in der Personalstruktur infolge der KI-Nutzung. 52 Prozent der Befragten erwarten, dass der Bedarf an Berufseinsteigerinnen und -einsteigern im Bereich Cybersicherheit durch KI sinken wird. Gleichzeitig sehen 31 Prozent aber auch Potenzial für neue Junior-Positionen, die durch KI-Technologien entstehen könnten.
Quelle: ISC2
„Erfreulicherweise geben 44 Prozent der Experten an, dass die derzeitige oder erwartete Einführung von KI-Sicherheitstools keine Auswirkungen auf die Einstellung von Personal hat. 28 Prozent sehen in KI neue Chancen für Berufseinsteiger“, so Marks weiter. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI die Cybersicherheitsexperten unterstützt, indem sie repetitive Aufgaben automatisiert und es ihnen ermöglicht, sich auf sinnvollere Aufgaben zu konzentrieren.“
21 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Personalprioritäten durch die Einführung von KI verändert haben. Fast die Hälfte (44 Prozent) der Cybersicherheitsteams bewertet aktuell intern, welche Rollen und Fähigkeiten für den Einsatz von KI künftig nötig sein werden.