Eine aktuelle Untersuchung der Stanford University verdeutlicht: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändert die Beschäftigungschancen junger Arbeitnehmer. Besonders spürbar sind die Effekte bei Tätigkeiten mit hohem Automatisierungspotenzial. Während erfahrene Fachkräfte von stabilen oder sogar wachsenden Jobchancen profitieren, verlieren Einsteiger spürbar an Boden.
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Seit dem Aufkommen generativer KI-Systeme zeigt sich, dass technologische Umbrüche nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen betreffen. Die jüngste Studie der Stanford University belegt, dass vor allem die jüngeren Altersgruppen beim Einstieg ins Berufsleben mit strukturellen Nachteilen konfrontiert sind. Das gilt insbesondere für Berufe, in denen KI Aufgaben übernehmen kann, die bislang als klassische Einstiegsarbeiten galten.
Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Beschäftigungs- und Unternehmensdaten. Sie zeigt, dass die Zahl junger Arbeitnehmer in stark KI-exponierten Tätigkeiten seit 2022 rückläufig ist. Besonders betroffen sind klassische Einstiegsfunktionen, etwa in der Softwareentwicklung oder im Kundendienst. In diesen Bereichen sind die Beschäftigungsmöglichkeiten für 22- bis 25-Jährige deutlich gesunken, während ältere Arbeitnehmer ihre Positionen weitgehend halten oder sogar ausbauen konnten.
Die Studie macht deutlich, dass nicht jede Form des KI-Einsatzes gleich wirkt. Dort, wo KI primär repetitive Aufgaben automatisiert, schrumpfen die Einstiegsmöglichkeiten. In Tätigkeiten hingegen, in denen KI als unterstützendes Werkzeug eingesetzt wird, bleiben die Chancen für junge Beschäftigte stabil oder verbessern sich sogar. Entscheidend ist also nicht allein die Technologie, sondern die Art und Weise, wie Unternehmen sie in bestehende Prozesse integrieren.
Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Bedeutung von Erfahrung. KI ersetzt vor allem Wissen, das sich aus formaler Ausbildung ableiten lässt. Erfahrungswissen, das über praktische Tätigkeit und längere Berufsjahre erworben wird, bleibt hingegen unverzichtbar. Das erklärt, warum ältere Fachkräfte weniger stark betroffen sind, wirft aber die Frage auf, wie Beufseinsteiger künfitg in diesen Bereichen Erfahrung sammeln können und der Nachwuchs an Experten langfristig sichergestellt werden kann.