Netskope erweitert seine KI-Sicherheitsplattform um „Skylight Agent Action Control“. Die Funktion klassifiziert Aktionen von KI-Agenten nach ihrem Risiko und kann sie auf Basis definierter Richtlinien blockieren, bevor sie ausgeführt werden. Sicherheitsteams sollen damit stärker kontrollieren können, welche Aktionen autonome Agenten durchführen dürfen.
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John Martin, Chief Product Officer bei Netskope
Mit „Netskope Skylight Agent Action Control“ führt Netskope eine neue Sicherheitsfunktion für den Einsatz agentischer KI in Unternehmen ein. Statt erst auf die Folgen einer ausgeführten Aktion zu reagieren, soll die Lösung bereits vor deren Ausführung eine Entscheidung anhand festgelegter Sicherheitsrichtlinien treffen.
Die Einführung erfolgt gleichzeitig mit einer Umbenennung des KI-Sicherheitsportfolios des Unternehmens. Die bisher unter „Netskope One AI Security“ geführte Produktfamilie heißt künftig „Netskope Skylight“. Dazu gehören Netskope Skylight AI Command Center, AI Guardrails, AI Gateway, Agentic Broker und AI Red Teaming.
Agent Action Control ordnet jede Aktion eines KI-Agenten vor ihrer Ausführung einer von neun absichtsbasierten Kategorien zu. Dazu zählen unter anderem Änderungen an Zugriffskontrollen und Konfigurationen, Manipulationen an Anmeldedaten und Secrets, Datenvernichtung, die Bereitstellung von Infrastruktur, potenzielle Datenexfiltration und externe Kommunikation sowie Remote-Code-Ausführung und Änderungen am Quellcode.
Für die Aktionen können Unternehmen Risikostufen von niedrig über mittel und hoch bis kritisch festlegen. Abhängig von der Einstufung lässt sich eine Aktion blockieren, zulassen oder mit einer Warnung versehen. Die Richtlinienprofile können zudem an bestimmte Agenten gekoppelt werden. Damit kann beispielsweise für einen Programmierassistenten ein anderes Regelwerk gelten als für eine Chat-Anwendung.
Jede Aktion wird protokolliert. Sicherheitsteams können die daraus entstehenden Richtlinienwarnungen unter anderem nach Kostenrisiko, Änderungen am Quellcode, Infrastruktur-Updates oder externer Kommunikation filtern. Eine zusätzliche Konsole oder ein separater Agent sind laut Netskope nicht erforderlich, da die Funktion auf dem Netzwerkverkehr arbeitet, den die Netskope-Plattform bereits überprüft.
Als Beispiel nennt Netskope einen Programmier-Agenten, der aufgrund einer ungenauen Vorgabe versucht, ein Produktions-Repository zu löschen. Die Funktion soll diesen Vorgang als Datenvernichtung mit kritischem Risiko einstufen und den Aufruf stoppen, bevor er das Repository erreicht. Das Sicherheitsteam erhält anschließend eine Aufzeichnung des Versuchs.
Damit adressiert Netskope auch das Risiko einer sogenannten „Authority Drift“, bei der sich die Handlungen eines Agenten über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen hinaus entwickeln können beziehungsweise dessen Vorgaben oder Anweisungen zu weit gefasst sind.
„KI-Agenten neigen dazu, erst zu handeln und dann zu erklären. Die meisten Sicherheitsteams erfahren so erst nachträglich, was passiert ist“,
sagt John Martin, Chief Product Officer bei Netskope.
„Agent Action Control stellt jeder Aktion eines Agenten eine Entscheidung voran, sodass ein Team der agentenbasierten KI zustimmen kann, ohne dabei jene eine Aktion zuzulassen, die den Ausfall eines Produktionssystems zur Folge haben könnte.“
Netskope verweist im Zusammenhang mit der Einführung auf zwei Studien. Dem „Netskope AI and Readiness Report 2026“ zufolge sind 91 Prozent der Unternehmen derzeit nicht in der Lage, eine risikobehaftete Aktion eines Agenten vor ihrer Ausführung zu verhindern. Laut „Gravitee The State of AI Agent Security 2026“ verzeichneten 54 Prozent im vergangenen Jahr einen bestätigten oder vermuteten Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit einem KI-Agenten.
„Da Unternehmen die Einführung von KI-Agenten beschleunigen, stellen wir fest, dass probabilistische Kontrollen manchmal nicht ausreichen, um das Unternehmen zu schützen. Doch selbst gelegentliche Ausfälle sind inakzeptabel“,
sagt Dr. Grace Trinidad, Research Director für KI-Sicherheit und Vertrauen bei IDC.
„Diese robusten, richtlinienbasierten, deterministischen Kontrollen sind die Sicherheitsvorkehrung, die verhindert, dass KI-Agenten einen Vorfall im Unternehmen verursachen.“