Mit 100 konkreten Fallbeispielen verschafft der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) erstmals einen umfassenden Überblick darüber, wo KI-Technologien hierzulande in der Praxis bereits erfolgreich eingesetzt werden – und liefert zugleich eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Vernetzung der KI Player.
Foto: VÖSI/APA-Fotoservice/Jana Madzigon
Die Vision von VÖSI-Präsidentin Doris Lippert ist klar: Österreich als Vorreiter in der gesamten Wertschöpfung für Künstliche Intelligenz
„Österreich als Vorreiter in der gesamten Wertschöpfung für Künstliche Intelligenz“ heißt die Vision von VÖSI-Präsidentin Doris Lippert und der Special Interest Group (SIG) „Künstliche Intelligenz“ des VÖSI (Verband Österreichischer Software Innovationen), die sie Anfang 2025 gegründet hat. Das Ziel: Bewusstsein und Orientierung für den Einsatz von KI in der Software-Branche, in Unternehmen und Institutionen zu schaffen und einen Austausch zu Anwendungsmöglichkeiten und Innovationen zu ermöglichen. Die Erkenntnis: Dafür braucht es einen transparenten Überblick, wo und wie KI in der Praxis im Business-Bereich bereits ganz konkret angewendet wird – und zwar jenseits des Umganges mit allseits bekannten Standard-Tools à la ChatGPT, Gemini oder Copilot. Nach rund sechs Monaten intensiven Sammelns, Bewertens und Auswählens von KI-Anwendungsfällen konnte nun das Ergebnis präsentiert werden: Eine KI-Landkarte KI – Made in Austria.
„Der Hype um KI ist groß, aber umso intensiver suchen Unternehmen noch nach Orientierung“, stellt Doris Lippert fest. „Jetzt es geht darum, konkrete Anwendungsfälle sichtbar zu machen. Es ist uns ein großes Anliegen, zu zeigen, wo der Einsatz von KI sinnvoll ist. KI ist kein Mysterium, sondern ein vielseitiger Werkzeugkoffer aus Technologien, Algorithmen und leistungsstarker Hardware. Es geht um kluge Softwarelösungen, die uns helfen, das Potenzial unserer Daten zu entfalten und echten Nutzen zu generieren.“
Eine übersichtliche Darstellung von konkreten KI-Use-Cases in Form einer KI-Landkarte soll hier nun mehr Klarheit und die nötige Orientierungshilfe bringen. Dabei soll nicht nur das heimische Know-how in Sachen KI sichtbar gemacht und aufgezeigt werden, welche Innovationen mit welchen KI-Technologien in Österreich bereits umgesetzt wurden oder gerade umgesetzt werden – KI – Made in Austria soll zugleich auch eine Plattform für Austausch und Orientierung bieten und die Entwicklung von KI-Communities und -Ökosytemen vorantreiben.
Um das zu erreichen, liefert die KI-Landkarte nicht nur Use Cases aus der Industrie, dem Gesundheitsbereich, der Landwirtschaft, dem Tourismus, dem Handel, dem Mediensektor, der Energie-Branche bis hin zum öffentlichen Sektor und dem Bereich der angewandten Forschung und Innovation, sondern auch vielfältige Infos zu den einzelnen Anwendungsfällen. „Wir sehen Erfolgsgeschichten aus allen Branchen, fast alle großen Unternehmen in Österreich beschäftigen sich in irgendeiner Form mit dem Thema KI“, resümiert die VÖSO-Präsidentin. „Vor allem bei den KMUs sehen wir allerdings noch einen großen Nachholbedarf.“
Ausgewählt und zuvor auf Inhalt und Qualität eingehend evaluiert wurden die in der KI-Landkarte erfassten unterschiedlichsten 100 Use Cases quer durch alle Bundesländer und Branchen durch das Core Team der VÖSI Special Interest Group (SIG) KI. Ausschlaggebend war dabei auch der technologische Reifegrad (TRL) der Lösung. Anwendungsfälle der KI-Landkarte müssen zumindest ein „Pilot“ (Techologischer Reifegrad TRL 4) sein, weitere Einstufungen sind „Ready to Deliver“ (TRL 5-7) und „In Production“ (TRL 8-9).Inhaltlich wurden die Use Cases in 10 Kategoierien strukturiert; Bilderkennung und Visuelle Inspektion, Digitale Zwillinge & simulationsgestützte KI, Generative KI, Predictive Maintenance, Prozessoptimierung, Recommender Systeme/Nutzerverhaltensprognose, Spracherkennung/NLP, Supply-Chain/Nachfrageprognose, Chatbot/Assistant sowie Predictive Analytics.
Über 80 Prozent der Use Cases der KI-Landkarte sind produktiv im Einsatz. Um die Zusammenarbeit mit Forschung und Wirtschaft zu intensivieren, wurden auch Projekte im Pilotstadium (TRL 4), die mit Echtdaten verprobt wurden, zugelassen. „Wir haben in Österreich eine hervorragende KI-Forschungs-Community an den Universitäten, den Fachhochschulen und außeruniversitären Einrichtungen wie dem AIT, die mit Software-Unternehmen und der Wirtschaft zusammenarbeiten. Das soll durch die KI-Landkarte auch noch sichtbarer werden. Wir müssen unsere Stärken kennen und diese als Standort Österreich gemeinsam nutzen, um im KI-Zeitalter erfolgreich zu sein“, betont Doris Lippert.

Übergreifendes Zusammenspiel beim Launch der VÖSI-KI-Landkarte (von links nach rechts): Florian Tatzer, CIO ProSiebenSAT.1 PULS4, Julian Hadschieff, Gründer und CEO der Humanocare Group, Doris Lippert, Präsidentin des VÖSI, Andreas Kugi, Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology, Christoph Knogler, CEO der KEBA Group (Foto: VÖSI/APA-Fotoservice/Jana Madzigon)
KI – Made in Austria wurde vom VÖSI ins Leben gemeinsam mit etlichen innovativen Playern aus der Forschung. der Wirtschaft und natürlich aus der Software-Industrie ins Leben gerufen wurde. Dieses übergreifende Zusammenspiel wurde beim Launch der KI-Landkarte sehr deutlich, die von VÖSI-Präsidenten Doris Lippert gemeinsam mit führenden heimischen KI-Playern aus der Wirtschaft und Forschung präsentiert wurde: Julian Hadschieff, Gründer und CEO der Humanocare Group, Christoph Knogler, CEO der KEBA Group, Andreas Kugi, Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology sowie Florian Tatzer, CIO ProSiebenSAT.1 PULS4, stellten dabei eine Reihe eigener Paradebeispiele für heimische KI-Innvoationen vor und betonten allesamt den Stellenwertdie Bedeutung und das Potenzial von KI – Made in Austria.
KEBA-CEO Knogler ist fest überzeugt, „dass Unternehmen in puncto Innovation voneinander lernen können und wollen. Und diese neue Landkarte bietet eine tolle Basis dafür.“ Für Humanocare-Eigentümer Hadschieff „schafft die KI-Landkarte einen guten Überblick, macht erfolgreiche Anwendungen sichtbar und ermutigt dazu, selbst neue Technologien aktiv zu nutzen.“ Für Florian Tatzer, CIO ProSiebenSAT.1 PULS4, „beschleunigt die KI-Landkarte den Erfahrungsaustausch, setzt Qualitätsmaßstäbe und bringt Unternehmen zusammen, die Innovation vorantreiben.“ Und aus der Sicht von Andreas Kugi, Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology, das in der KI-Landkarte selbst mit sieben Use Cases vertreten ist, „demonstriert KI – Made in Austria deutlich die Vielfalt des Themas und die notwendige Zusammenarbeit mit der Industrie.“
Die Version 1.0 der KI-Landkarte steht auf der VÖSI-Website allen Interessierten kostenlos zur Verfügung: https://voesi.or.at/ki-landkarte
Künftig soll die KI-Landkarte weiter wachsen und laufend mit neuen, innovativen Use Cases erweitert werden. Gesucht sind daher weiterhin praxiserprobte und produktiv eingesetzte KI-Projekte, die zeigen, wie vielfältig und konkret KI bereits heute in der Anwendung ist. Ein Projekt oder Anwendungsfall kann jederzeit hier eingereicht werden:
https://voesi.or.at/ki-use-cases