Nach der Übernahme von Motivair Anfang 2025 präsentiert Schneider Electric erstmals ein vollständiges End-to-End-Portfolio an Flüssigkeitskühlungslösungen für Hochleistungs- und KI-Rechenzentren. Im Zentrum stehen Komponenten, die steigende Leistungsdichten adressieren und auf die thermischen Anforderungen von Exascale-Computing ausgelegt sind.
Foto: Schneider Electric Secure Power
Die Kühlung gehört zu den zentralen Herausforderungen moderner Rechenzentren. Mit zunehmender Leistungsdichte von KI-Chips und HPC-Architekturen steigt die thermische Belastung – und damit der Energiebedarf für das Wärmemanagement. Flüssigkeitskühlung gilt als Schlüsseltechnologie, um diese Entwicklungen nachhaltig abzufangen. Schneider Electric stellt nun erstmals sein gesamtes Liquid Cooling-Portfolio vor, das seit der Übernahme von Motivair Anfang 2025 in die eigene Infrastruktur integriert wurde.
Das neue Portfolio umfasst zentrale Bausteine wie Coolant Distribution Units (CDUs) bis 2,5 Megawatt, ChilledDoor Rear Door Heat Exchanger für Rack-Dichten bis 75 kW, Liquid-to-Air Heat Dissipation Units (HDU) mit bis zu 132 kW Kühlleistung sowie Dynamic Cold Plates, Chiller und Technology Cooling System (TCS) Loops. Ergänzt werden die Hardware-Lösungen durch Schneider Electrics EcoStruxure-Software und weltweite Servicekapazitäten.
Die CDUs bilden dabei den technologischen Kern: Sie werden gemeinsam mit führenden Siliziumherstellern entwickelt und sind unter anderem für NVIDIA-Hardware zertifiziert. Laut Schneider Electric sind sechs der zehn leistungsstärksten Supercomputer weltweit bereits mit dieser Technologie ausgestattet.
Treiber für den Ausbau der Flüssigkeitskühlung sind wachsende Leistungsdichten in Rechenzentren. Aktuell erreichen Racks bis zu 140 kW, in Zukunft sollen mehr als 1 MW möglich sein. Während Luftkühlung bei solchen Werten an Grenzen stößt, bietet Flüssigkeitskühlung eine bis zu 3.000-fach effektivere Wärmeabfuhr auf Chip-Ebene. Angesichts der Tatsache, dass Kühlung bis zu 40 Prozent des Gesamtenergiebedarfs von Rechenzentren ausmacht, wird die Technologie zu einem strategischen Faktor für Betreiber.
Neben der thermischen Effizienz hebt Schneider Electric auch Nachhaltigkeitsaspekte hervor: Geschlossene, luftgekühlte Chiller sollen Millionen Liter Wasser pro Megawatt Kühlleistung einsparen und bis zu 20 Prozent höhere Leistung im Vergleich zu marktüblichen Systemen ermöglichen.
Ein zentrales Element des Portfolios ist die internationale Skalierbarkeit. Motivair betreibt mittlerweile vier Produktionsstätten, darunter eine neue Anlage in Buffalo (New York). Zusätzlich werden Kapazitäten in Italien und Indien ausgebaut, um die Fertigung zu verdreifachen und Lieferzeiten zu reduzieren. Alle Kühleinheiten werden vor Auslieferung umfassend getestet und validiert, inklusive Simulationen realer Wärmelasten.
Parallel baut Schneider Electric ein globales Servicenetzwerk auf: Mehr als 600 Techniker und EcoXpert-Kühlpartner sind derzeit in Ausbildung, um Installation und Betrieb der Systeme weltweit zu begleiten. Damit will das Unternehmen nicht nur Technologie, sondern auch langfristige Betriebssicherheit garantieren.