Der französische Software-Publisher Septeo hat die Übernahme des deutschen Legal-Tech-Anbieters stp.one abgeschlossen. Mit der Transaktion baut die Gruppe ihre europäische Präsenz aus und überschreitet ein Umsatzvolumen von 560 Mio. Euro.
Foto: Septeo
Septeo CEO Hugues Galambrun (links) und stp.one CEO Oliver Bendig (rechts) bei der Vertragsunterzeichnung
stp.one hat den Abschluss der Übernahme durch Septeo bekannt gegeben. Öffentlich gemacht worden war die Transaktion erstmals am 3. November 2025. stp.one zählt zu den führenden Legal-Tech-Anbietern in Deutschland, Septeo zu den führenden vertikalen Software-Publishern Frankreichs.
Im Zuge des Zusammenschlusses erweitert die Gruppe ihre Abdeckung in Europa: stp.one bringt seine starke Position in der DACH-Region sowie in Nord-, Mittel- und Osteuropa ein. Septeo ergänzt dies mit Präsenz in Frankreich, auf der iberischen Halbinsel und in den Benelux-Ländern. Künftig bedient die Septeo-Gruppe damit „Rechtsanwälte und juristische Fachkräfte in vielen stark regulierten europäischen Märkten“ über „eine einzige, robuste Plattform“, wie es heißt.
Durch die Transaktion übersteigt Septeo nach eigenen Angaben nun ein Umsatzvolumen von 560 Mio. Euro. Die Gruppe vereint international 3.600 Mitarbeiter, „wovon sich nahezu ein Drittel dem Thema Forschung und Entwicklung widmet“.
stp.one sieht darin vor allem einen Hebel für Produktentwicklung und Service. Als Vorteile für Kunden nennt das Unternehmen schnellere Innovationen durch gestärkte F&E-Kapazitäten, einen stärkeren Kundenservice „getragen von stabilen Organisationen und lokaler Expertise“ sowie bessere Möglichkeiten, europäische regulatorische Anforderungen zu erfüllen – insbesondere bei Datensicherheit und Compliance. Zudem sollen stärker integrierte und skalierbare Lösungen Juristinnen und Juristen dabei unterstützen, effizienter zu arbeiten.
Oliver Bendig, CEO von stp.one, ordnet den Schritt strategisch ein:
„Wir sind stolz darauf, nun Teil von Septeo zu sein, einem zentralen Akteur im LegalTech-Sektor mit äußerst fundierter Expertise und einer langfristigen Vision. Uns verbindet eine gemeinsame Ambition: den Aufbau eines unabhängigen europäischen LegalTech-Champions, der Innovation in den Dienst der Juristen stellt und die europäische technologische Souveränität stärkt, um immer intelligentere und integriertere Lösungen anzubieten. Diese ermöglichen es den Jurist/innen, effizienter zu arbeiten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Unterstützung ihrer Mandant/innen.“
Die Unternehmen verweisen auf einen „mehrere Milliarden Euro schweren europäischen LegalTech-Markt“ und betonen die Bedeutung von Skalierung und europäischer Expertise in sensiblen Bereichen wie Rechtsdienstleistungen und dem Management juristischer Daten. Ziel sei es, Innovationen voranzutreiben, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und langfristiges Kundenvertrauen aufzubauen.
Aus Sicht von Septeo ist der Deal ein Wachstumsschritt mit politischem Anspruch. Hugues Galambrun, CEO von Septeo, sagt:
„Die Übernahme von stp.one ist ein bedeutender strategischer Beschleuniger für Septeo. Sie ermöglicht es uns, unsere Skalierung voranzutreiben, und spiegelt unsere feste Überzeugung wider: einen unabhängigen europäischen LegalTech-Champion aufzubauen, der die technologische Souveränität der rechtsberatenden Berufe gewährleistet – Berufe, die für die Demokratien unseres Kontinents von zentraler Bedeutung sind“.