Mit der Open Semantic Interchange (OSI) haben Snowflake, Salesforce, dbt Labs, BlackRock, RelationalAI und zahlreiche weitere Partner eine Open-Source-Initiative gestartet, die einen einheitlichen, offenen Standard für semantische Modelle schaffen soll. Ziel ist es, Unternehmen von widersprüchlichen Datendefinitionen zu befreien und konsistente Analysen in KI- und Business-Intelligence-Anwendungen zu ermöglichen.
Foto: Snowflake
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Christian Kleinerman, EVP of Product bei Snowflake
Die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz verstärkt ein altbekanntes Problem: Unterschiedliche Tools und Plattformen interpretieren identische Kennzahlen und Metadaten oft unterschiedlich. Diese Inkonsistenzen führen zu Verwirrung, zu Verzögerungen in Projekten und untergraben das Vertrauen in KI-basierte Ergebnisse. Mit der am 24. September vorgestellten Open Semantic Interchange (OSI) will eine internationale Branchenallianz dieser Problematik begegnen.
Die OSI führt eine offene, herstellerneutrale Spezifikation ein, mit der Unternehmen ihre bislang fragmentierten Datendefinitionen standardisieren können. Damit soll eine konsistente Geschäftslogik entstehen, die in KI-Anwendungen ebenso funktioniert wie in Business-Intelligence-Systemen.
„Bei Snowflake sind wir überzeugt, dass Interoperabilität und offene Standards entscheidend sind, um das volle Potenzial von KI mit Daten nutzbar zu machen“, erklärt Christian Kleinerman, Executive Vice President of Product bei Snowflake. „Mit der Open Semantic Interchange Initiative arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern daran, eine zentrale Herausforderung für KI zu lösen – das Fehlen eines gemeinsamen semantischen Standards. Die Initiative zeigt, dass die Branche zusammenarbeitet, um gemeinsame Probleme zu bewältigen und ein offenes, vernetztes Ökosystem aufzubauen.“
Die Ziele der Initiative lassen sich in drei Punkten zusammenfassen: Sie verbessert die Interoperabilität über Plattformen hinweg, erleichtert die Einführung von KI- und BI-Anwendungen und reduziert den Aufwand in Daten- und KI-Teams.
Neben den Initiatoren Snowflake, Salesforce, dbt Labs, BlackRock und RelationalAI tragen weitere Partner die OSI mit: Alation, Atlan, Blue Yonder, Cube, Elementum AI, Hex, Honeydew, Mistral AI, Omni, Select Star, Sigma und ThoughtSpot. Gemeinsam wollen die Unternehmen die Grundlage für konsistente, interoperable Daten schaffen und dadurch die Skalierbarkeit von KI-Anwendungen erleichtern.
Auch andere Partner heben die Relevanz hervor. Ryan Segar, Chief Product Officer bei dbt Labs, sieht OSI als logische Fortsetzung bisheriger Ansätze: „Mit einer gemeinsamen Sprache für Daten schafft diese Open-Source-Initiative die Basis, damit Datenexperten konsistente und verlässliche Ergebnisse erzielen können, was eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Ausbau von KI-Anwendungen ist.“
Laut begleitendem Blogbeitrag ist OSI modular aufgebaut. Unternehmen können semantische Modelle flexibel definieren – von einfachen Kennzahlen bis zu komplexen Ableitungen. Gleichzeitig erlaubt die Architektur Erweiterungen, etwa für branchenspezifische Anforderungen.
Ein Kernelement bleibt die Herstellerneutralität: Unternehmen sollen weiterhin frei in der Wahl ihrer Systeme sein, während die semantische Schicht durch OSI plattformübergreifend konsistent wirkt. Dadurch entfällt in vielen Fällen der bislang notwendige Aufwand, Datenlogiken von einem System ins andere manuell zu übertragen.
Mit der OSI entsteht damit nicht nur ein Standard, sondern auch ein Versuch, eine zentrale Voraussetzung für den breiten Einsatz von KI zu schaffen: das Vertrauen in konsistente, belastbare Datenmodelle.