Vertiv erweitert seine Infrastrukturansätze für KI-Rechenzentren im Rahmen der Zusammenarbeit mit NVIDIA. Ziel ist es, Planung, Bereitstellung und Betrieb von AI Factories zu vereinfachen. Grundlage dafür sind simulationsgestützte Modelle und standardisierte Infrastrukturbausteine.
Vertiv-DSX2.0 (Foto: Vertiv)
Mit steigender Leistungsdichte und wachsendem Energiebedarf von KI-Systemen verändern sich auch die Anforderungen an Rechenzentrumsinfrastrukturen. Vertiv stellt nun eine Weiterentwicklung seiner konvergierten physischen Infrastrukturdesigns vor, die im Kontext des Referenzdesigns für die NVIDIA Vera Rubin DSX AI Factory sowie des NVIDIA Omniverse DSX Blueprint eingesetzt werden sollen. Im Fokus steht ein Ansatz, der Stromversorgung, Kühlung und Steuerung stärker integriert und bereits in der Planungsphase simulationsgestützt abbildet.
Die zunehmende Komplexität von KI-Fabriken führt laut Vertiv zu Herausforderungen bei Integration, Skalierung und Zeit bis zur Inbetriebnahme. Der vorgestellte Ansatz soll diese Aspekte adressieren, indem er standardisierte und wiederverwendbare Infrastrukturkomponenten mit digitalen Modellen kombiniert.
Kern der Weiterentwicklung sind simulationsfähige Infrastrukturkomponenten für Stromversorgung und Kühlung. Diese können im Rahmen digitaler Modelle vor der physischen Implementierung getestet und validiert werden. Ziel ist es, potenzielle Integrationsprobleme frühzeitig zu erkennen und die Planungssicherheit zu erhöhen.
Vertiv bringt dafür nach eigenen Angaben DSX SimReady-Komponenten, validierte Schnittstellen sowie wiederverwendbare Bausteine in die Zusammenarbeit mit NVIDIA ein. Die Simulationen erfolgen auf Systemebene und umfassen den gesamten Infrastrukturbereich – von der Energieversorgung bis zum Wärmemanagement.
Durch diese Vorgehensweise sollen sich unter anderem die Zeit bis zur Betriebsbereitschaft verkürzen sowie Risiken bei der Integration vor Ort reduzieren. Gleichzeitig wird eine bessere Abstimmung zwischen den einzelnen Infrastrukturbereichen angestrebt.
Ein zentrales Element des Ansatzes ist eine skalierbare Bausteinarchitektur, die auf standardisierten Infrastrukturblöcken basiert. Diese Blöcke mit einer Leistung von jeweils 12,5 Megawatt lassen sich kombinieren und erweitern, um unterschiedliche Größenordnungen von KI-Deployments abzudecken – von kleineren Clustern bis hin zu großskaligen Anlagen im Gigawattbereich.
Die Wiederverwendbarkeit der Bausteine sowie definierte Schnittstellen sollen dazu beitragen, die Komplexität von Deployments zu reduzieren und gleichzeitig die Konsistenz bei der Umsetzung zu erhöhen. Ergänzt wird dies durch Konzepte wie Systemorchestrierung, digitale Kontinuität und Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
Der Ansatz zielt darauf ab, nicht nur die Bereitstellung zu beschleunigen, sondern auch die Koordination zwischen Energieversorgung, Kühlung und Steuerungssystemen zu verbessern.
Die Weiterentwicklung baut auf einem Systemmodell auf, das verschiedene Infrastrukturelemente als zusammenhängendes Gesamtsystem betrachtet. Im Unterschied zu klassischen modularen oder vorgefertigten Lösungen liegt der Fokus dabei stärker auf der Integration und Optimierung über alle Systemebenen hinweg.
Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde zudem ein Designkonzept unter dem Namen Vertiv OneCore Rubin DSX entwickelt. Dieses basiert auf parametrisierten Infrastrukturmodellen und vorgefertigten Bausteinen für Stromversorgung, Kühlung, Steuerung und Services.
Die Nutzung digitaler Modelle und Echtzeitsimulationen vor der physischen Umsetzung soll die Planungsprozesse verändern und eine frühzeitige Validierung komplexer Infrastrukturen ermöglichen. Vertiv geht davon aus, dass dieser Ansatz auch über KI-Fabriken hinaus Auswirkungen auf künftige Infrastrukturkonzepte in Bereichen wie Hyperscale, Colocation und Unternehmensrechenzentren haben wird.