WD hat neue Ultrastar-UltraSMR-Festplatten mit integrierter Post-Quanten-Kryptografie (PQC) vorgestellt. Die Enterprise-HDDs sollen KI- und Hyperscale-Infrastrukturen gegen künftige Bedrohungen durch Quantencomputer absichern und befinden sich derzeit in der Kundenqualifizierung.
Foto: WD
Dr. Xiadong Che, CTO und Senior Vice President bei WD
WD erweitert seine Enterprise-Speicherlösungen um Sicherheitsmechanismen für das Quantenzeitalter. Die neuen Ultrastar UltraSMR-Festplatten integrieren erstmals NIST-konforme quantenresistente Algorithmen direkt auf Hardware-Ebene. Ziel ist es laut Unternehmen, langfristig gespeicherte Datenbestände gegen zukünftige Angriffe durch leistungsfähige Quantencomputer zu schützen.
Die Laufwerke befinden sich aktuell bei mehreren Hyperscale-Kunden in der Qualifizierungsphase. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung langlebiger Datenspeicher in KI-Infrastrukturen. WD verweist darauf, dass KI-Systeme große Mengen dauerhaft gespeicherter Daten erzeugen, deren Schutz über viele Jahre hinweg gewährleistet werden müsse.
Im Mittelpunkt der neuen Sicherheitsarchitektur steht die Absicherung des sogenannten „Root of Trust“ auf Geräteebene. WD adressiert damit insbesondere Szenarien wie „Harvest Now, Decrypt Later“ (HNDL). Dabei sammeln Angreifer bereits heute verschlüsselte Daten, um diese künftig mit Hilfe von Quantencomputern zu entschlüsseln.
Zusätzlich verweist das Unternehmen auf Risiken bei Firmware-Updates. Ein quantenfähiger Angreifer könnte künftig digitale Signaturen manipulieren und Schadcode als legitime Firmware ausgeben. Die PQC-Integration soll deshalb insbesondere die Firmware-Integrität und das Schlüsselmanagement absichern.
„Da KI-Datensätze immer wertvoller und langlebiger werden, ist ihre Sicherung nicht mehr optional. Quantencomputing stellt einen der bedeutendsten technologischen Umbrüche unserer Zeit dar und schreitet schneller voran, als viele Unternehmen erwarten“,
erklärte Dr. Xiaodong (Carl) Che, Chief Technology Officer und Senior Vice President bei WD.
Für die neuen Ultrastar DC HC6100 UltraSMR-Laufwerke setzt WD unter anderem auf den Algorithmus ML-DSA-87 gemäß NIST FIPS 204. Ergänzt wird dieser durch ein Dual-Signing-Verfahren auf Basis von RSA-3072, um bestehende und neue kryptografische Verfahren parallel nutzen zu können.
Darüber hinaus umfasst die Implementierung eine PQC-fähige Public-Key-Infrastruktur (PKI) sowie Mechanismen für Schlüsselrotation und Lebenszyklusmanagement. Rollback- und Dual-Signing-Funktionen sollen den Betrieb heterogener Speicherumgebungen ohne Unterbrechungen ermöglichen.
Che betonte zudem, dass bestehende Sicherheitsarchitekturen für Datenspeicher weiterentwickelt werden müssten, um Unternehmen einen „klaren, reibungslosen Weg zu einer quantensicheren Speicherinfrastruktur“ zu ermöglichen.
Nach Angaben des Unternehmens sollen die PQC-Funktionen künftig auch auf weitere Enterprise-Festplattenserien ausgeweitet werden.