Der Cloud-Sicherheitsanbieter Zscaler hat den KI-Sicherheitspionier SPLX übernommen. Mit der Integration erweitert das Unternehmen seine Zero Trust Exchange-Plattform um Funktionen für KI-Asset-Erkennung, automatisiertes Red Teaming und Governance. Ziel ist es, Unternehmen eine durchgängige Absicherung ihrer KI-Anwendungen von der Entwicklung bis zur Bereitstellung zu ermöglichen.
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Jay Chaudhry, CEO, Vorsitzender und Gründer von Zscaler.
Künstliche Intelligenz verändert die IT-Landschaft rasant – und mit ihr die Anforderungen an Sicherheit und Governance. In einem Umfeld, in dem Unternehmen verstärkt in KI-Infrastrukturen investieren, reagiert Zscaler mit einem strategischen Schritt: der Übernahme des US-Unternehmens SPLX, einem Spezialisten für KI-Sicherheitslösungen. Der Zscaler-Vorstandsvorsitzende und Gründer Jay Chaudhry bezeichnet den Zusammenschluss als entscheidend für die künftige Positionierung des Unternehmens.
„Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt, um die Rolle von Zscaler als vertrauenswürdigen Partner zu stärken, der Unternehmen bei der sicheren Einführung von KI unterstützt“, sagt Jay Chaudhry, CEO, Vorsitzender und Gründer von Zscaler. „KI schafft einen enormen Mehrwert für Unternehmen, die deren volles Potenzial nur durch den abgesicherten Einsatz ausschöpfen können. In Kombination entsteht durch die Technologie von SPLX und die Intelligenz der Zscaler Zero Trust Exchange nativer Datenschutz, der sensible Daten von Prompts über Modelle bis zu Ergebnissen absichert. Durch Klassifizierung der Daten und deren sicherer Verwaltung wird Datenverlusten während des gesamten KI-Lebenszyklus auf einer einzigen Plattform vorgebeugt. Damit können unsere Kunden KI-Anwendungen sicher einsetzen.“
Nach Schätzungen wird der weltweite Ausbau von KI-Infrastrukturen bis Ende 2025 Investitionen von über 250 Milliarden US-Dollar erreichen. Mit dieser Entwicklung wächst auch die Angriffsfläche digitaler Systeme. Unternehmen sehen sich mit sogenannten „Schatten-KI“-Initiativen konfrontiert – also unautorisierten oder unkontrollierten KI-Anwendungen, die Sicherheitsrisiken bergen.
KI-Modelle, Agenten und Large Language Models (LLMs) entwickeln sich dynamisch weiter. Damit steigt die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Erkennung, Bewertung und Absicherung dieser Systeme. Zscaler sieht hier eine klare Marktlücke, die durch die Integration der SPLX-Technologien geschlossen werden soll.
Mit SPLX integriert Zscaler mehrere spezialisierte Funktionen in seine Plattform. Dazu zählen insbesondere Shift-Left KI Asset Discovery, automatisiertes Red Teaming und Governance-Mechanismen für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
Die neue, nativ eingebettete Sicherheitsebene umfasst folgende Bereiche:
Erkennung von KI-Assets und Risikobewertung: Über die Identifikation öffentlicher KI-Anwendungen hinaus werden Modelle, Workflows, Code-Repositories, RAGs und MCP-Server in privaten und hybriden Umgebungen erfasst und bewertet.
Automatisiertes KI-Red Teaming: Mithilfe von über 5.000 domänenspezifischen Angriffssimulationen erkennt das System Schwachstellen und bietet in Echtzeit Maßnahmen zur Behebung.
KI Runtime Guardrails und Prompt Hardening: Diese Funktion erweitert bestehende Schutzmechanismen, um Angriffe zwischen KI-Anwendungen, LLMs und agentenbasierten Workflows zu verhindern und eine durchgängige Transparenz in Entwicklungsumgebungen zu schaffen.
KI-Governance und Compliance: Ziel ist eine Verschiebung von reaktiver Verteidigung hin zu proaktivem Schutz, um Unternehmensrichtlinien und gesetzliche Anforderungen einzuhalten.
Die Grafik zeigt den Aufbau der SPLX-Plattform zur Absicherung von KI-Systemen (Quelle: SPLX)
Auch SPLX-CEO und Mitgründer Kristian Kamber betont die gemeinsame Zielsetzung der beiden Unternehmen:„Zscaler und SPLX verfolgen die geteilte Vision, neue Angriffsflächen durch die schnell wachsenden Investitionen in KI-Infrastrukturen abzusichern“, sagt Kamber. „Durch den Zusammenschluss bringen wir unsere Innovationen in die weltweit größte Sicherheitsplattform ein und sichern KI-Innovationen in dem Tempo, in dem Unternehmen sie einführen.“
Mit der Übernahme stärkt Zscaler seine Position als Anbieter von Cloud- und KI-Sicherheitslösungen und reagiert auf den wachsenden Bedarf an Schutzmechanismen entlang des gesamten KI-Lebenszyklus – von der Entwicklung über das Training bis zur produktiven Nutzung.