Microsoft stellt eine Reihe neuer Funktionen für seine Sicherheitsplattform Sentinel vor. Die Erweiterungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, komplexe Cyberbedrohungen schneller zu erkennen und effizienter darauf zu reagieren. Mit einem agentenbasierten Ansatz und neuen Werkzeugen wie dem Sentinel Data Lake, dem Sentinel Graph und einem No-Code-Agenten-Builder richtet sich das Unternehmen an Sicherheitsteams, die vor den Herausforderungen der KI-Ära stehen.
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Die digitale Bedrohungslage verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. In vielen Branchen entstehen sogenannte „Frontier Firms“ – Organisationen, in denen Menschen und KI-Agenten in Echtzeit zusammenarbeiten. Für IT-Sicherheitsabteilungen bedeutet dies, dass sie neue Instrumente benötigen, um komplexe Angriffsmuster rechtzeitig zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Microsoft hat nun eine Reihe von Innovationen vorgestellt, die seine cloud-native Sicherheitsplattform Sentinel um agentenbasierte Funktionen erweitern.
Sentinel begann als cloudbasiertes SIEM-System (Security Information and Event Management). Bereits im Juli wurde die Lösung um ein einheitliches Sicherheits-Data-Lake-Modell erweitert. Nun folgt der nächste Schritt: Sentinel entwickelt sich zu einer agentenbasierten Plattform. Verfügbar sind ab sofort der Sentinel Data Lake, der Sentinel Graph und der Model Context Protocol (MCP)-Server. Diese Komponenten sollen es ermöglichen, Signale aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, semantisch zu verknüpfen und von KI-Agenten verarbeiten zu lassen.
Diese Abbildung zeigt die Architektur und Integration des Microsoft-Sicherheitsökosystems über Multi-Cloud- und Multi-Plattform-Umgebungen hinweg. (Quelle: Microsoft)
Das System analysiert strukturierte und semi-strukturierte Daten, erstellt graphbasierte Beziehungen und integriert diese Informationen in bestehende Microsoft-Sicherheitslösungen wie Defender oder Purview. Ziel ist es, Angriffspfade besser nachvollziehen, Auswirkungen bewerten und Reaktionen priorisieren zu können – und das in bestehenden Arbeitsabläufen der Teams.
Ein weiterer Baustein ist der Security Copilot, der künftig mit einem No-Code-Agenten-Builder ausgestattet ist. Sicherheitsteams können damit in natürlicher Sprache eigene Agenten erstellen, die auf spezifische Anforderungen zugeschnitten sind. Zusätzlich unterstützt der MCP-Server auch Entwicklerplattformen wie Visual Studio Code mit GitHub Copilot.
Seit März 2025 wurden mehr als ein Dutzend solcher Agenten bereitgestellt, etwa für die Phishing-Analyse oder die Optimierung von Zugriffsrechten. Microsoft hat zudem den Security Store eröffnet, in dem Unternehmen Agenten von Microsoft und Partnern wie Accenture, ServiceNow oder Zscaler beziehen und integrieren können.
Neben den neuen Funktionen für Sentinel kündigte Microsoft auch Erweiterungen im Bereich „Security for AI“ an. Dazu gehören die Entra Agent ID, mit der Unternehmen ihre KI-Agenten verwalten können, sowie Schutzmechanismen gegen Datenübertragung in nicht autorisierte Anwendungen oder sogenannte Prompt-Injection-Angriffe. Verbesserungen in Azure AI Foundry sollen künftig zusätzlich den Lebenszyklus von KI-Agenten absichern, etwa durch Echtzeit-Kontrolle von Agentenaufgaben oder erweiterte Schutzmechanismen gegen missbräuchliche Eingaben.
Harald Leitenmüller, National Technology Officer bei Microsoft Österreich, bewertet die Ankündigungen als entscheidenden Schritt: „Mit den heute vorgestellten Sicherheitsinnovationen setzt Microsoft einen neuen Standard für den Schutz von Unternehmen im KI-Zeitalter. Die agentenbasierte Plattform und die umfassenden Tools wie Microsoft Sentinel und Security Copilot ermöglichen es Sicherheitsteams, Bedrohungen schneller zu erkennen, effizienter zu reagieren und dabei stets die Kontrolle über ihre KI-gestützten Arbeitsumgebungen zu behalten. Für Unternehmen in Österreich bedeutet das: Wir schaffen eine solide Grundlage, um Innovation und Wachstum sicher zu gestalten und das Vertrauen in digitale Technologien weiter zu stärken.“