Deutschland gilt als internationaler Vorreiter bei Observability und OpenTelemetry. Die breite Nutzung zeigt messbare Effekte auf Umsatz, Effizienz und Zusammenarbeit in IT-Organisationen. Gleichzeitig wächst mit der Masse an Warnmeldungen ein neues Risiko: Wenn kritische Alerts im Dauerrauschen untergehen, leidet die operative Resilienz – mit spürbaren Folgen für Betrieb und Sicherheit.
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Juan Perea Rodríguez, Deutschlandchef beim Cisco-Unternehmen Splunk
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Die Vorteile von Open Telemetry
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Wie sich Observability auf dsa Geschäft auswirkt
Deutschland steht bei Observability-Lösungen so gut da wie kaum ein anderes Land. IT-Teams berichten von klaren Business-Effekten, steigenden Budgets und engerer Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Security. Doch ausgerechnet dieser Reifegrad bringt eine neue Schwachstelle mit sich. Nicht einzelne Incidents belasten die Organisationen am stärksten, sondern die schiere Menge an Tools, Daten und Warnmeldungen. Alert-Fatigue entwickelt sich damit von einem Effizienzproblem zu einem echten Sicherheitsfaktor.
Die operative Realität vieler IT-Teams ist von einer konstanten Flut an Alerts geprägt. Fehlalarme, parallele Tools und unklare Zuständigkeiten sorgen dafür, dass Warnmeldungen zunehmend ignoriert oder unterdrückt werden. Die Folgen sind konkret messbar: 79 Prozent der deutschen IT-Teams geben an, dass übersehene oder ausgeblendete Warnmeldungen im Jahr 2025 zu Betriebsausfällen geführt haben. Damit wird Alert-Fatigue zu einer der dringendsten Herausforderungen für Stabilität und Verfügbarkeit digitaler Systeme.
Juan Perea Rodríguez, Deutschlandchef von Splunk, bringt das Kernproblem auf den Punkt:
„IT-Teams werden jeden Tag mit Warnmeldungen überhäuft, aber ohne den richtigen Kontext oder klare Verantwortlichkeiten ist es fast unmöglich zu wissen, welche davon wirklich wichtig sind. Wenn kritische Warnungen in diesem Rauschen untergehen, riskieren Unternehmen Ausfälle und Beeinträchtigungen für ihre Kunden, was schnell zu Umsatzverlusten und langfristigen Reputationsschäden führen kann.“
Trotz dieser Risiken zeigt sich Deutschland im internationalen Vergleich besonders weit entwickelt. 74 Prozent der befragten IT-Teams berichten von positiven Auswirkungen von Observability auf den Gesamtumsatz. Damit liegt Deutschland deutlich vor Großbritannien mit 65 Prozent und Frankreich mit 61 Prozent. Entsprechend hoch fallen auch die Investitionen aus: 61 Prozent der Unternehmen geben jährlich mehr als eine Million US-Dollar für Observability-Lösungen aus, bei 78 Prozent soll das Budget weiter steigen – vor allem aufgrund wachsender Datenmengen.
Ein weiterer Reifeindikator ist die Nutzung von OpenTelemetry. 32 Prozent der Befragten setzen den Standard oft oder immer ein. Von den Teams, die OpenTelemetry zumindest gelegentlich nutzen, sehen 79 Prozent positive Effekte auf den Umsatz. Observability ist damit nicht nur ein technisches Werkzeug, sondern ein klarer Business-Faktor.
Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist die zunehmende Verzahnung von Observability- und Security-Teams. In Deutschland geben 62 Prozent der Befragten an, dass Troubleshooting und Problemlösung gemeinsam erfolgen. Wo diese Zusammenarbeit intensiviert wird, sinkt auch das Risiko kundenrelevanter Vorfälle: 58 Prozent der deutschen IT-Organisationen berichten von weniger Incidents mit Auswirkungen auf Kunden.
Rodríguez sieht darin einen entscheidenden Hebel gegen Alert-Fatigue:
„Um Resilienz aufzubauen und Alert-Fatigue zu bekämpfen, müssen Unternehmen sicherstellen, dass die eingesetzten Tools die IT-Teams tatsächlich unterstützen. Das bedeutet, Observability-Lösungen einzusetzen, die Warnmeldungen präzise priorisieren, klare Lösungswege vorschlagen und die Anzahl der Schnittstellen reduzieren.“
Entsprechend klar sind auch die Prioritäten bei Observability-Funktionen: Das Monitoring kritischer Geschäftsprozesse wird von 45 Prozent als besonders wichtig eingestuft, gefolgt vom Erkennen von Bedrohungen und Sicherheitslücken in Applikationen mit 40 Prozent. Deutschlands Vorsprung bei Observability bleibt damit ein Wettbewerbsvorteil – vorausgesetzt, Unternehmen behalten die Kontrolle über ihre Alarme.
Für weitere Details steht der Splunk - Lagebericht Observability 2025 hier zur Verfügung.