Mit einer Partnerschaft mit Avalara will Asseco Solutions Unternehmen bei internationalen Geschäftsaktivitäten unterstützen. Im Fokus stehen die automatisierte Berechnung von US-Steuersätzen, die Einhaltung internationaler Vorgaben zur elektronischen Rechnungsstellung sowie die Abbildung länderspezifischer Finanz- und Steuerprozesse in ERP-Systemen.
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Ralf Bachthaler, Mitglied des Vorstands der Asseco Solutions
Die Internationalisierung von Geschäftsprozessen stellt Unternehmen zunehmend vor regulatorische und steuerliche Herausforderungen. Unterschiedliche Steuersysteme, nationale Vorgaben zur elektronischen Rechnungsstellung und komplexe Compliance-Anforderungen erschweren den Eintritt in neue Märkte. Asseco Solutions hat deshalb eine Partnerschaft mit Avalara geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Unternehmen bei internationalen Geschäftsaktivitäten zu unterstützen und steuerliche sowie regulatorische Anforderungen innerhalb der ERP-Lösung APplus abzubilden.
Nach Angaben von Asseco wächst angesichts internationaler Handelskonflikte und steigender Zölle für viele Unternehmen der Druck, Produktions- oder Vertriebsgesellschaften in Zielmärkten aufzubauen. Damit verbunden seien jedoch neue Anforderungen an Steuer- und Compliance-Prozesse.
„In Zeiten eines wachsenden Protektionismus auf internationaler Bühne bleibt für viele Unternehmen als einziger Ausweg oft nur die Gründung von Produktionsgesellschaften vor Ort, um auf diese Weise hohe Einfuhrgebühren zu vermeiden. Das betrifft Großkonzerne ebenso wie kleine Unternehmen“, erklärt Ralf Bachthaler, Mitglied des Vorstands der Asseco Solutions.
„Doch die Herausforderungen einer internationalen Expansion lassen Unternehmen nicht selten zurückschrecken. Man denke nur an die von Land zu Land verschiedenen Vorgaben zur elektronischen Rechnungsstellung oder das komplexe Regelwerk der US Sales Tax.“
Ein Schwerpunkt der Kooperation liegt auf der Unterstützung der US-amerikanischen Sales Tax. Anders als in vielen anderen Ländern werden die Steuersätze innerhalb der USA nicht einheitlich angewendet. Sie hängen unter anderem von der Art des Produkts sowie vom Standort von Verkäufer und Käufer ab. Darüber hinaus unterscheiden sich Steuerpflichten je nach Produkt oder Dienstleistung sowie zwischen einzelnen Bundesstaaten.
Nach Angaben des Unternehmens werden über eine Schnittstelle in APplus erzeugte Rechnungen an den Cloud-Service von Avalara übergeben. Dort erfolgt auf Basis hinterlegter Artikelklassifikationen die automatische Ermittlung des jeweils zutreffenden US-Steuersatzes einschließlich Zertifikat und digitaler Signatur. Auch regionale Ausnahmen von der Steuerpflicht (Tax Exemptions) werden berücksichtigt.
Die Zusammenarbeit mit Avalara soll darüber hinaus Unternehmen unterstützen, die Waren aus dem DACH-Raum in internationale Märkte exportieren. Laut Asseco lassen sich auf dieser Basis auch tagesaktuelle Zollberechnungen für globale Zielmärkte erstellen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die elektronische Rechnungsstellung. Nach Angaben des Unternehmens müssen Rechnungen in Europa spätestens ab 2030 ausschließlich elektronisch übermittelt werden. Bereits heute bestehen entsprechende Verpflichtungen unter anderem in Spanien, Polen und Belgien. Dies betrifft auch Unternehmen, die dort lediglich über eine Betriebsstätte verfügen.
Im Rahmen der Partnerschaft will Asseco E-Invoicing-Prozesse in mehr als 50 Ländern unterstützen. Dazu zählt auch sogenanntes „E-Invoicing and Live Reporting“ (ELR), bei dem Rechnungen abhängig von den jeweiligen nationalen Vorgaben an Finanzbehörden übermittelt oder vor der Zustellung an Kunden geprüft werden. Als Beispiele nennt das Unternehmen Spanien, wo Rechnungen innerhalb von zwei Stunden an die Finanzverwaltung gemeldet werden müssen, sowie Italien und Polen, wo Rechnungen erst nach Freigabe durch die Behörden zugestellt werden dürfen.
Neben Steuer- und E-Invoicing-Prozessen umfasst die Zusammenarbeit auch Funktionen für die Finanzbuchhaltung im US-Markt. Laut Asseco bietet APplus unter anderem eine lokalisierte Bankabstimmung („Bank Reconciliation“), Funktionen zur Schnellerfassung von Schecks und Kreditkartenzahlungen sowie die Unterstützung von Steuerprozentsätzen mit den in den USA erforderlichen drei Nachkommastellen.
Darüber hinaus unterstützt die Finanzbuchhaltung Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS und US-GAAP. Anwendungsoberflächen, Datenmodelle, Meldungen und Auswertungen stehen vollständig in englischer Sprache zur Verfügung.
Ralf Bachthaler sieht in der Kombination aus Beratung und technischer Unterstützung einen wichtigen Faktor für internationale Expansionen:
„Um erfolgreich in neuen Zielmärkten Fuß zu fassen, ist es entscheidend, zu wissen, welche Besonderheiten es zu beachten gilt und wie genau diese technisch umgesetzt werden können.
Die Unterstützung durch einen erfahrenen Internationalisierungspartner kann da Gold wert sein. Wir unterstützen unsere Kunden daher auf zwei Ebenen: zum einen mit unserer Beratungsexpertise zur Internationalisierung in verschiedenste Regionen der Welt, zum anderen durch die richtige funktionale Basis in Zusammenarbeit mit unserem Partner Avalara.“