Eine neue Umfrage von ESET zeigt: Für viele österreichische Unternehmen wird die Herkunft ihrer IT-Sicherheitslösungen immer wichtiger. Besonders europäische Anbieter gewinnen an Vertrauen – nicht zuletzt wegen rechtlicher Vorteile und geopolitischer Unsicherheiten.
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Thorsten Urbanski, Director of Marketing DACH bei ESET und Leiter der TeleTrust-Initiative „IT Security made in EU“
Die Herkunft von IT-Sicherheitslösungen rückt für viele österreichische Unternehmen zunehmend in den Fokus. Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des europäischen IT-Sicherheitsanbieters ESET, durchgeführt von techconsult, würden sich 61 Prozent der heimischen Betriebe bei einer Neuanschaffung gezielt für einen Anbieter aus Europa entscheiden. Gründe dafür sind vor allem datenschutzrechtliche Vorteile, geopolitische Entwicklungen und der Wunsch nach technologischer Unabhängigkeit.
Laut der Studie legen knapp zwei Drittel der österreichischen Unternehmen bei der Auswahl neuer IT-Sicherheitslösungen besonderen Wert auf eine europäische Herkunft. Aktuell setzen 38 Prozent auf Anbieter aus der EU, während US-amerikanische Lösungen bei etwa 27 Prozent zum Einsatz kommen. Anbieter aus anderen Weltregionen – etwa Asien, Russland oder Israel – sind nur marginal vertreten.
Quelle: ESET
Thorsten Urbanski, Director of Marketing DACH bei ESET und Leiter der TeleTrust-Initiative „IT Security made in EU“, erklärt dazu:
„IT-Sicherheitslösungen aus der Europäischen Union bieten Unternehmen klare Vorteile – denn: Für Auftraggeber und Hersteller gelten der gleiche europäische Rechtsrahmen. Das hat in Hinsicht auf IT-Compliance deutliche Vorzüge.“
„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich Unternehmen sehr bewusst mit der Herkunft ihrer Sicherheitslösungen auseinandersetzen. Meiner Einschätzung nach sollte gerade in einem so sensiblen Bereich wie der IT-Sicherheit die Absicherung der Infrastruktur vorzugsweise in die Hände von Anbietern gelegt werden, die dem europäischen Wertekanon folgen und den strengen Datenschutzgesetzen der EU unterliegen.“
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Die globale Lage hat maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung vieler Betriebe. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen in Österreich (76 Prozent) denken laut Umfrage „mäßig“ bis „sehr stark“ über einen Anbieterwechsel nach. Besonders große Unternehmen hinterfragen zunehmend ihre bestehenden Partnerschaften mit Anbietern außerhalb Europas.
Auch hier betont Urbanski:
„Gerade für große Unternehmen ist es entscheidend, dass ihre IT-Sicherheitsanbieter unter denselben rechtlichen Rahmenbedingungen agieren wie sie selbst. Vertrauenswürdige Lösungen aus Europa bieten hier klare Vorteile. Denn je komplexer ein Unternehmen, desto gravierender wirken sich Sicherheits- oder Datenschutzvorfälle aus.“
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Unter den Wechselwilligen zeigt sich eine deutliche Tendenz in Richtung europäischer Anbieter: 61 Prozent würden einen Hersteller aus der EU oder Schweiz bevorzugen. Länder außerhalb Europas spielen kaum noch eine Rolle in den Zukunftsplänen österreichischer Unternehmen. Besonders asiatische Anbieter – einschließlich China und Israel – verlieren an Relevanz.
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Eine Ausnahme bildet der Industriesektor. Hier zeigt sich ein anderes Bild: 79,4 Prozent der Befragten aus der Industrie geben an, dass ihnen die Herkunft der Sicherheitslösung weniger wichtig ist. 81,9 Prozent zeigen zudem nur geringes Interesse an einem Wechsel. Stattdessen setzen 77,5 Prozent der Industrieunternehmen auf US-amerikanische Lösungen – und planen zu 84,7 Prozent, dabei zu bleiben.
Mögliche Gründe sieht die Studie im hohen Integrationsaufwand eines Anbieterwechsels. Produktionsprozesse sind oft eng an bestimmte Systeme gekoppelt, und ein Umstieg wäre mit Risiken für den laufenden Betrieb verbunden.
Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen einen wachsenden Trend zur europäischen Eigenständigkeit im Bereich der Cybersicherheit. Programme wie „ReArm Europe“ und Gesetzgebungen wie der European Cybersecurity Act stärken diesen Kurs.
Urbanski resümiert:
„In Zeiten globaler Spannungen und wachsender Cyberbedrohungen brauchen wir mehr denn je vertrauenswürdige digitale Infrastrukturen. Europäische IT-Sicherheitsanbieter sind dazu in der Lage und weisen die gleiche oder bessere Qualität auf wie aus anderen Regionen.“