Fsas Technologies und Telefónica wurden von EuroHPC JU mit der Erweiterung des Supercomputers MareNostrum 5 am Barcelona Supercomputing Center beauftragt. Die neue Infrastruktur soll europäischen Start-ups, Scale-ups und KMU mehr Rechenkapazitäten für KI-Projekte bereitstellen und damit die technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken.
Foto: Barcelona Supercomputing Center
Foto: Barcelona Supercomputing Center
Europa investiert weiter in Hochleistungsrechner als Grundlage für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Im Fokus steht dabei der Ausbau von MareNostrum 5 am Barcelona Supercomputing Center – Centro Nacional de Supercomputación (BSC-CNS). Das Konsortium aus Fsas Technologies und Telefónica wurde von EuroHPC JU ausgewählt, die Erweiterung zu liefern, zu implementieren und zu integrieren. Ziel ist es, die vorhandenen Rechenressourcen auszubauen und Unternehmen besseren Zugang zu leistungsfähiger Infrastruktur zu ermöglichen.
Der Ausbau richtet sich insbesondere an europäische Start-ups und Scale-ups, die ihre KI-Modelle trainieren und entwickeln möchten. Gerade in den Test- und Entwicklungsphasen entstehen hohe Anforderungen an Rechenleistung, die mit klassischen IT-Ressourcen oft nicht abgedeckt werden können.
Die neue Infrastruktur erweitert die bestehenden Dienste von MareNostrum 5 und ist Teil einer größeren europäischen Strategie zum Ausbau von KI-Rechenkapazitäten. Unternehmen sollen über ein wettbewerbsorientiertes Auswahlverfahren Zugang zu den Ressourcen erhalten.
Fsas Technologies und Telefónica übernehmen die Integration einer End-to-End-Lösung. Diese umfasst unter anderem Netzwerkarchitekturen, Sicherheitslösungen sowie Management-Tools, die eine skalierbare und sichere Nutzung der Plattform ermöglichen sollen. Darüber hinaus ist ein Fernzugriff auf die Infrastruktur vorgesehen, sodass Unternehmen die Rechenressourcen auch außerhalb der Einrichtungen des Barcelona Supercomputing Center nutzen können.
Das Konsortium wird während des gesamten Projektlebenszyklus Support- und Betriebsdienstleistungen bereitstellen. Diese sind bis Juli 2029 vorgesehen.
Das Projekt ist Teil des „AI Continent“-Programms der Europäischen Union, das den Aufbau eines wettbewerbsfähigen und souveränen KI-Sektors in Europa fördern soll. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte KI-Fabriken – öffentliche Infrastrukturen, die Unternehmen Zugang zu Supercomputing-Kapazitäten und wissenschaftlicher Unterstützung bieten.
Im Rahmen der BSC AI Factory soll ein Portfolio an Dienstleistungen bereitgestellt werden. Dazu zählen Unterstützung durch wissenschaftliche Expertinnen und Experten aus den Bereichen Supercomputing und Künstliche Intelligenz sowie Beratungsangebote zur Einführung entsprechender Technologien in Unternehmen.
Da der Zugang zur Infrastruktur auch remote möglich sein wird, sind zusätzliche Cybersicherheitsmaßnahmen vorgesehen. Diese sollen eine kontrollierte und sichere Nutzung gewährleisten.
Die Erweiterung von MareNostrum 5 soll auch die derzeit in Europa entstehenden KI-Fabriken unterstützen. Ziel ist es, europäischen Unternehmen die notwendigen Rechenressourcen zur Verfügung zu stellen, um KI-Modelle zu entwickeln und zu trainieren.
Das Projekt soll damit dazu beitragen, die technologische Kluft zwischen Europa und anderen wichtigen Märkten zu verringern. Start-ups und Scale-ups erhalten Zugang zu Supercomputing- und KI-Kapazitäten, die laut Projektbeschreibung mit jenen ihrer Wettbewerber in den Vereinigten Staaten vergleichbar sind.
Der Auftrag für das Projekt hat ein Volumen von 128,79 Millionen Euro und wird vom European High-Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) finanziert. Ziel ist es, europäischen Unternehmen bessere Voraussetzungen für Innovationen im Bereich Künstliche Intelligenz zu schaffen und den Zugang zu strategischen Rechenressourcen zu erleichtern.