Amazon Web Services (AWS) hat auf dem UN-Gipfel „AI for Good“ in Genf einen Open-Source-MCP-Server vorgestellt, der KI-Assistenten mit der AWS Registry of Open Data (RODA) verbindet. Forschende können Datensätze künftig über natürlichsprachliche Anfragen durchsuchen und erhalten passende Ergebnisse samt Metadaten und Vorschauen innerhalb einer Konversation.
Foto: Amazon Web Services
Amazon Web Services erweitert den Zugang zu offenen Forschungsdaten mit einem Open-Source-Server auf Basis des Model Context Protocol (MCP). Die auf dem UN-Gipfel „AI for Good“ vorgestellte Lösung verbindet die AWS Registry of Open Data (RODA) mit MCP-kompatiblen KI-Assistenten wie Kiro oder Claude Code.
Die Registry of Open Data umfasst nach AWS-Angaben mehr als 1.100 Datensätze von über 400 Organisationen. Das Angebot reicht von Satellitenbildern über Klima- und Geodaten bis hin zu Datensätzen aus den Lebenswissenschaften. Zu den Datenanbietern zählen unter anderem die NASA, die NOAA, die NIH sowie das Allen Institute.
Anstatt technische Datenkataloge manuell zu durchsuchen, können Forschende künftig Fragen in natürlicher Sprache stellen. Der KI-Assistent durchsucht den vollständigen Katalog und liefert passende Datensätze einschließlich Beschreibungen, Metadaten und Lizenzinformationen.
Nach Angaben von AWS soll sich dadurch der bislang mehrstufige Rechercheprozess deutlich verkürzen. Bisher mussten geeignete Datensätze identifiziert, Speicherorte gefunden, Dateistrukturen analysiert und einzelne Dateien geprüft werden, bevor die eigentliche wissenschaftliche Auswertung beginnen konnte.
Der MCP-Server stellt Werkzeuge für drei Aufgabenbereiche bereit: Discovery, Exploration und Evaluation.
Über die Suchfunktion lassen sich Datensätze anhand einer Forschungsfrage finden. Die Explorationsfunktion ermöglicht anschließend den Abruf detaillierter Metadaten sowie die Suche nach thematisch ähnlichen Datensätzen.
Für die Bewertung können Forschende die Struktur der zugrunde liegenden Amazon-S3-Buckets einsehen. Außerdem lassen sich einzelne Dateien in einer Vorschau öffnen, um Inhalte oder Dateiformate vor einer weitergehenden Analyse zu prüfen.
Der MCP-Server basiert auf dem Model Context Protocol, einem offenen Standard von Anthropic. Dieser ermöglicht es KI-Assistenten, externe Datenquellen und Werkzeuge einzubinden. AWS stattet MCP-kompatible Assistenten damit aus, den vollständigen Datenkatalog zu durchsuchen, Metadaten abzurufen und Inhalte einzelner Datensätze zu untersuchen.
Nach Angaben von AWS unterstützen die in der Registry verfügbaren Datensätze unter anderem Forschungsarbeiten zur Modellierung des Meeresspiegelanstiegs, zur Nachverfolgung von Krankheitsausbrüchen, zum Monitoring von Biodiversitätsverlust sowie zur Genomforschung.
Auch deutsche Organisationen beteiligen sich bereits an der Registry. AWS nennt derzeit neun Datenanbieter aus Deutschland, darunter die Audi AG, das Helmholtz-Zentrum Hereon und den Max-Planck-Campus Tübingen.
Der neue MCP-Server wird als Open-Source-Projekt unter der Apache-2.0-Lizenz auf GitHub veröffentlicht. Dort stehen auch die Installationsanleitung, die technischen Voraussetzungen und die vollständige Dokumentation bereit. Unterstützt werden MCP-kompatible KI-Assistenten, darunter Kiro und Claude Code.
Mit der neuen Lösung will AWS den Zugang zu den offenen Forschungsdaten der Registry vereinfachen. Forschende sollen geeignete Datensätze schneller identifizieren und bewerten können, bevor sie mit der eigentlichen wissenschaftlichen Analyse beginnen.