Die Cloud ist in europäischen Unternehmen strategisch gesetzt – doch in der Umsetzung läuft es noch nicht nach Plan. Laut der aktuellen Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2025/2026“ sehen CIOs erhebliche Defizite beim Cloud Sourcing, während gleichzeitig die Nachfrage nach souveränen Cloud-Lösungen und IT-Sourcing-Beratungen steigt. Künstliche Intelligenz verändert zudem Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle im IT-Sourcing grundlegend.
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Die Cloud-Transformation, die Diskussion um digitale Souveränität sowie der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern das IT-Sourcing nachhaltig. Unternehmen in Europa, insbesondere in Deutschland, stehen unter Druck, ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen Hyperscalern zu verringern und zugleich ihre Cloud-Nutzung effizienter und regelkonform zu steuern. Das zeigt die neue Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2025/2026“, die 121 IT-Verantwortliche und 31 IT-Sourcing-Beratungen befragt hat.
Die Studie verdeutlicht, dass zwar 94 Prozent der befragten Unternehmen über eine Cloud-Strategie verfügen, jedoch vielfach Kompetenzen, Strukturen und Prozesse fehlen, um diese auch systematisch umzusetzen. Vier von zehn IT-Organisationen bewerten ihre Fähigkeiten im Cloud Sourcing als gering. Besonders kritisch: Nur 29 Prozent verfügen über klare Exit-Strategien, wodurch die Gefahr von Vendor-Lock-ins und Compliance-Risiken steigt.
Auch beim Cloud-Kostenmanagement bestehen Defizite. Zwar haben zwei Drittel Cloud-Kennzahlen in ihr IT-Controlling integriert, doch 70 Prozent sehen große Schwierigkeiten bei Steuerung, Transparenz und Kostenplanbarkeit.
Quelle: Lünendonk
Vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen gewinnt die Diskussion um digitale Souveränität an Gewicht. 62 Prozent der IT-Führungskräfte erwarten, dass souveräne Cloud-Lösungen bis 2030 eine dominierende Rolle spielen werden. Dabei gelten lokale Anbieter als besonders relevant, gleichzeitig sollen auch die souveränen Angebote internationaler Hyperscaler an Bedeutung gewinnen. Allerdings, so die Studienautoren, sei Souveränität nicht automatisch gleichbedeutend mit Unabhängigkeit – entscheidend sei stets der konkrete Anwendungsfall.
Ein weiterer Treiber der Veränderung ist Künstliche Intelligenz. Mehr als ein Drittel der Unternehmen setzt KI bereits im Service Desk ein, weitere Einsatzfelder reichen von Cyber Security über IT-Service-Management bis zur Softwareentwicklung. Unternehmen erwarten zunehmend, dass IT-Dienstleister Effizienzgewinne durch generative KI an ihre Kunden weitergeben. Für klassische Offshoring-Modelle könnte dies weitreichende Folgen haben, da standardisierte Tätigkeiten künftig verstärkt automatisiert werden.
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Die Vielzahl an Herausforderungen führt dazu, dass Unternehmen verstärkt externe Expertise suchen. 71 Prozent wollen künftig enger mit IT-Sourcing-Beratungen zusammenarbeiten. Bereits 2026 wollen 61 Prozent der IT-Verantwortlichen ihr Budget für Beratung erhöhen – knapp die Hälfte davon um mehr als fünf Prozent. Bis 2028 planen sogar 78 Prozent, ihre Ausgaben jährlich zu steigern.
Die vollständige Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2025/2026“ ist auf der Homepage von Lünendonk kostenlos erhältlich.