Eine aktuelle Umfrage von Splunk offenbart: Deutsche Unternehmen setzen große Hoffnungen in Daten – doch sie scheitern oft an fehlender Strategie, schlechter Datenqualität und wachsendem Compliance-Druck. Die Studie unter 500 IT-Verantwortlichen zeigt vier zentrale Problemfelder auf, die nicht nur Innovationsprojekte, sondern auch die IT-Sicherheit gefährden.
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Petra Jenner, General Manager & Senior Vice President EMEA bei Splunk
Daten gelten als Herzstück der digitalen Wirtschaft – und stehen doch zunehmend im Zentrum einer tiefgreifenden Überforderung. Deutsche Unternehmen streben danach, datengetrieben zu agieren, tun sich aber schwer, ihre Vision in die Realität zu überführen. Die neue Umfrage von Splunk zeigt deutlich: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine gefährliche Lücke. Die Studie befragte IT-Verantwortliche in Deutschland, Frankreich und Großbritannien und liefert besorgniserregende Einblicke in die Herausforderungen deutscher Unternehmen. Petra Jenner, General Manager & Senior Vice President EMEA bei Splunk, bringt das Dilemma auf den Punkt: „Daten sind heute das Rückgrat digitaler Geschäftsmodelle – doch viele Unternehmen stehen vor einem Paradoxon: Sie wollen datengetrieben agieren, kämpfen aber mit Überforderung, fehlender Strategie und schlechter Datenqualität.“
Das Volumen der in deutschen Unternehmen verarbeiteten Daten steigt rapide – und mit ihm die Unsicherheit. 47 Prozent der Befragten berichten von einem Zuwachs um 50 Prozent in den letzten drei Jahren, ein Viertel spricht sogar von einer Verdopplung. Anstatt davon zu profitieren, empfinden viele das Datenwachstum als Belastung: Ein Drittel der deutschen IT-Verantwortlichen bewertet es negativ – deutlich mehr als ihre Kolleg:innen in Frankreich (22 Prozent) und Großbritannien (19 Prozent).
Auch sicherheitstechnisch birgt die Datenflut neue Risiken. 66 Prozent der Befragten berichten von gestiegenen Cybersicherheitsrisiken infolge der wachsenden Datenmengen. Damit wird die Datenfülle nicht nur zu einem operativen Problem, sondern zu einer strategischen Bedrohung.
Mit den Datenmengen wächst auch der regulatorische Druck. 68 Prozent der IT-Verantwortlichen erwarten, dass die Anforderungen in den nächsten drei Jahren weiter zunehmen werden. Über die Hälfte (53 Prozent) fürchtet Sanktionen bei Nichteinhaltung. Und doch bietet gerade dieser Druck auch eine Chance: „Unternehmen verstehen regulatorische Konformität nicht nur als Pflicht, sondern als Chance – zur Differenzierung, zur Stärkung des Vertrauens bei Kund:innen und Partnern sowie als Basis für nachhaltigen Markterfolg“, erklärt Petra Jenner.
Rund 71 Prozent der Befragten sehen in konsequenter Compliance einen Wettbewerbsvorteil. Besonders bemerkenswert: 73 Prozent erkennen darin auch einen Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen – ein Aspekt, der Compliance aus der Defensive holt.
Die Ambitionen in Sachen KI sind groß: 42 Prozent der deutschen Unternehmen arbeiten laut Studie an eigenen KI-Projekten. Doch der Realitätstest offenbart massive Schwächen. 35 Prozent machen KI selbst für das wachsende Datenvolumen mitverantwortlich, 46 Prozent sehen in ihr ein Risiko für eine unkontrollierbare Datenexplosion.
Noch gravierender ist die Unsicherheit bei rechtlichen Fragen: Nur ein Drittel der Unternehmen fühlt sich „sehr sicher“, dass ihre KI-Prozesse mit der DSGVO im Einklang stehen. Zusätzlich benennt fast die Hälfte (45 Prozent) die mangelhafte Datenqualität als entscheidenden Stolperstein. Auch hier mahnt Jenner zur Weitsicht: „Wer in Daten-Governance, -Qualität und -Compliance investiert, legt die Grundlage für nachhaltige Innovationsfähigkeit und sichert sich einen entscheidenden Vorsprung – auch im Bereich künstlicher Intelligenz.“
Dass Daten ein entscheidender Treiber für Innovation und Effizienz sind, steht für die Befragten außer Frage – 99 Prozent bewerten datengestützte Entscheidungen als wichtig bis sehr wichtig. Doch die strukturellen Voraussetzungen fehlen oft: 39 Prozent der deutschen IT-Verantwortlichen geben an, dass in ihrem Unternehmen keine wirksame Datenstrategie existiert.
Gleichzeitig wächst der Druck aus dem Top-Management, belastbare Analysen und Insights zu liefern. Vorstände verlangen datenbasierte Entscheidungsgrundlagen – doch die IT-Abteilungen sind häufig nicht in der Lage, diese bereitzustellen. Die Folge: Ein gefährlicher Widerspruch zwischen hoher Erwartungshaltung und fehlender Umsetzungskompetenz.