Der neue ENISA NIS Investments Report zeigt klar: Trotz steigender Sicherheitsbudgets bleiben europäische Unternehmen bei Ransomware, Lieferkettenrisiken und Compliance-Druck verletzlich. Lange Patch-Zyklen, fehlende Assessments und geringe Transparenz in kritischen Systemen offenbaren strukturelle Defizite. Für Trevor Dearing, Director of Critical Infrastructure Solutions bei Illumio, steht fest: Solange Organisationen am Perimeterdenken festhalten und nicht auf echte Cyberresilienz setzen, verpuffen viele Investitionen.
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Trevor Dearing, Director of Critical Infrastructure Solutions bei Illumio
Der neue ENISA NIS Investments Report unterstreicht: Trotz steigender Investitionen stellen Ransomware, Angriffe auf Lieferketten und Compliance-Risiken nach wie vor die größten operativen Bedrohungen für Organisationen in Europa dar.
Die Ursachen liegen nicht in fehlender Technologie, sondern in fehlenden Grundlagen:
Vorschriften wie NIS-2 treiben Verbesserungen voran, haben aber auch erhebliche Lücken in der Cyberresilienz aufgedeckt. Die Umsetzung von NIS-2 bleibt aufgrund der Legacy-Infrastrukturen und der Komplexität eine Herausforderung, nicht aufgrund fehlender Tools.
Diese Ergebnisse aus dem ENISA-Bericht belegen die Position von Illumio: So lange Organisationen sich weiterhin ausschließlich auf den Perimeterschutz konzentrieren, anstatt zusätzlich die Eindämmung von Angriffen (Breach Containment) zu priorisieren, wird sich wenig ändern.
Resilienz statt Perimeter
Um bedeutende Veränderungen voranzutreiben, müssen wir von einer Sicherheitsmentalität zu einer Resilienzmentalität übergehen. Cyberresilienz lässt sich allerdings nicht durch mehr Tools erreichen – sie benötigt die richtige Architektur. Es geht nicht um Technologie, sondern um die konsequente und effektive Durchsetzung von Policies.
Visibilität, Segmentierung und die Fähigkeit, Systeme schnell zu isolieren, entscheiden darüber, ob ein Sicherheitsvorfall eine kurze Störung bleibt oder sich zu einer Cyberkatastrophe ausweitet. 2026 wird ein Wendepunkt: Unternehmen müssen lernen, mit Angriffen zu leben – aber nicht mit ihren Folgen.