Alle 14 Tage aktuelle News aus der IT-Szene   >   
Ungenehmigte KI-Tools werden für Unternehmen zum Thema 09. 09. 2026
KI-Assistenten gehören für einen Teil der österreichischen Beschäftigten bereits zum Arbeitsalltag. Dabei werden jedoch nicht immer die vom Unternehmen freigegebenen Anwendungen verwendet. Eine aktuelle Erhebung untersucht, wie verbreitet diese Nutzung ist und wie Arbeitgeber damit umgehen.
EUDI-Wallet soll digitale Identität EU-weit nutzbar machen 08. 09. 2026
Ab Jänner 2027 sollen erste EU-Mitgliedstaaten eine Europäische Digitale Identitäts-Wallet bereitstellen. Die EUDI-Wallet soll digitale Identitäten grenzüberschreitend für öffentliche und private Services nutzbar machen. A-Trust bringt als qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter seine Erfahrung mit Identitäts- und Signaturlösungen in die Entwicklung ein.
Atos und Schwarz Digits kooperieren bei souveränen Cloud-Lösungen 07. 09. 2026
Atos und Schwarz Digits haben eine strategische Partnerschaft für souveräne Cloud- und Plattformlösungen vereinbart. Atos übernimmt dabei die Rolle des Systemintegrators und Reselling-Partners für die Cloud-Plattform STACKIT. Ein weiterer Bestandteil ist die Integration von STACKIT in den Atos CloudPlatform Orchestrator.
OpenAI bringt GPT-6 Astra für professionelle Arbeitsabläufe 04. 09. 2026
OpenAI führt mit GPT-6 Astra eine neue Modellgeneration ein, die vor allem bei Computer- und Browsernutzung, Softwareentwicklung, Cybersicherheit, Wissenschaft und professioneller Wissensarbeit Fortschritte bringen soll. Das Modell startet zunächst für eine begrenzte Zahl von Organisationen und soll in den kommenden Tagen breiter verfügbar werden.
Xander Groenewegen übernimmt IPSG-Leitung bei Canon Central & East 01. 09. 2026
Canon hat Xander Groenewegen zum Senior Director of Integrated Printing & Services Group (IPSG) für die Central & East Region (CCE) ernannt. Von Wien aus verantwortet der Manager künftig das Geschäft mit Druck-, Dokumenten- und Informationsmanagementlösungen in insgesamt 26 Ländern.
Nexspace startet Ausbau seines Grazer Rechenzentrums 26. 08. 2026
Nexspace Data Centers hat den offiziellen Baustart für die Erweiterung seines Rechenzentrums in Graz vollzogen. Der viergeschossige Neubau umfasst rund 3.000 Quadratmeter Gesamtfläche und soll zusätzliche Kapazitäten unter anderem für rechenintensive KI-Anwendungen schaffen. Für Kunden soll die Erweiterung ab September 2027 zur Verfügung stehen.
Salesforce macht KI-Coding in Slack zur Teamarbeit 26. 08. 2026
Mit Slack Code will Salesforce die Arbeit mit Coding-Agenten aus der individuellen Entwicklungsumgebung ins Team holen. Eigene Code-Kanäle bündeln Diskussionen, Aktionspläne, Code-Änderungen und Live-Vorschauen. Unterstützt werden unter anderem Claude Code, Devin, GitHub Copilot und ChatGPT.
Manuel Moser übernimmt Data & AI bei Tieto 24. 08. 2026
Manuel Moser übernimmt die Leitung der Consulting Unit „Data & AI“ von Tieto in der Region Central Europe. Der 36-Jährige kommt von CANCOM Austria und verantwortet in seiner neuen Position die Schwerpunkte Data, Artificial Intelligence und Cloud.
SEPPmail übernimmt CyberPilot und baut Security-Portfolio aus 19. 08. 2026
SEPPmail baut sein Geschäft mit CyberPilot aus und verfolgt damit größere Pläne im europäischen E-Mail-Security-Markt. Neben der Erweiterung des Portfolios spielt dabei auch der Channel eine zentrale Rolle.
Wenn Unternehmenswissen schneller auffindbar wird 18. 08. 2026
20 Fachabteilungen, 500 aktive Nutzer*innen und zahlreiche Ideen aus der Belegschaft: WienIT zeigt, wie künstliche Intelligenz bei den Wiener Stadtwerken vom Experiment zum praktischen Arbeitswerkzeug wird. Im Mittelpunkt stehen dabei sicherer Zugang zu Wissen, digitale Souveränität und Anwendungen, die im Arbeitsalltag tatsächlich Mehrwert schaffen.
Lenovo ernennt Michael Rehberger zum Channel Manager Austria 17. 08. 2026
Lenovo stellt sein Channel-Geschäft in Österreich unter eine neue Leitung. Michael Rehberger hat die Position des Channel Manager Austria übernommen. Der frühere Microsoft- und HP-Manager soll sich auf den Ausbau des Partnergeschäfts und die Stärkung des lokalen Ökosystems konzentrieren.
Zahl aktivierter KI-Agenten hat sich nahezu verdreifacht 14. 08. 2026
Agentische KI gewinnt in Unternehmen deutlich an Bedeutung und übernimmt zunehmend operative Aufgaben. Besonders im Kundenservice und im Einzelhandel wächst der Einsatz – gleichzeitig werden die Systeme schneller erstellt und mit zusätzlichen Fähigkeiten ausgestattet.
NetApp übernimmt JetStream Software 11. 08. 2026
NetApp hat die Übernahme von JetStream Software bekanntgegeben. Mit der Technologie des auf Disaster Recovery und Migration von VMware-Umgebungen spezialisierten Anbieters will NetApp seine Funktionen für Wiederherstellung und Workload-Mobilität ausbauen.
HOFER übergibt digitalen Vertriebskanal an IBM iX 10. 08. 2026
Von der technischen Plattform bis zum Tagesgeschäft: IBM iX übernimmt weitreichende Aufgaben für das Non-Food-Onlinegeschäft des österreichischen Discounters. Das Betriebsmodell umfasst auch Performance Marketing, Reporting und First-Level-Kundenservice.
Vertrauen wird zur Zielscheibe von Cyberkriminellen 07. 08. 2026
Nicht jede Cyberattacke beginnt mit einer technischen Schwachstelle. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass organisierte Tätergruppen zunehmend versuchen, Mitarbeitende gezielt für ihre Angriffe zu gewinnen und privilegierte Unternehmenszugänge als Handelsware zu nutzen.
KI verändert den Einstieg in die Customer Journey 06. 08. 2026
Die Produktsuche verlagert sich zunehmend von klassischen Suchmaschinen und Händler-Websites hin zu KI-gestützten Assistenten. Damit ändern sich auch die Anforderungen an Produktinformationen und die digitale Sichtbarkeit von Angeboten im Onlinehandel.
Arctic Wolf bündelt Sicherheitslösungen und Garantieleistungen in neuem Angebot 04. 08. 2026
Arctic Wolf hat mit „Cyber Resilience“ ein neues Angebot vorgestellt, das Security Operations, Exposure Management, Endpunktschutz und Incident Response kombiniert. Ergänzt wird das Paket durch Garantieleistungen von bis zu drei Millionen US-Dollar für berechtigte Kunden sowie Funktionen, die Unternehmen bei der Vorbereitung auf Cybervorfälle und der schnelleren Wiederherstellung unterstützen sollen.
Bitzero baut seine Kompetenzen im Bereich Technik und Lieferketten durch Zusammenarbeit mit Vertiv aus 04. 08. 2026
Bitzero Holdings baut sein Partnernetzwerk für den Ausbau moderner KI- und HPC-Rechenzentren weiter aus. Mit Vertiv gewinnt das Unternehmen einen weltweit etablierten Spezialisten für kritische Stromversorgung, Wärmemanagement und digitale Infrastruktur hinzu. Die Zusammenarbeit soll die Umsetzung leistungsfähiger, skalierbarer und nachhaltiger Rechenzentrumsprojekte beschleunigen.
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Proofpoint warnt vor Device Code Phishing: Neue Angriffstechnik umgeht MFA über legitime Microsoft-Anmeldung

Device Code Phishing entwickelt sich zur neuen Identitätsbedrohung

Sicherheitsforscher von Proofpoint beobachten einen starken Anstieg sogenannter Device-Code-Phishing-Angriffe. Die Methode missbraucht den legitimen OAuth-Geräteautorisierungsprozess von Microsoft und ermöglicht Angreifern die Übernahme von Konten ohne Passwortdiebstahl oder klassische MFA-Umgehung. Neue KI-generierte Toolkits treiben die Verbreitung zusätzlich voran.

Foto: JHVEPhoto - stock.adobe.com Cyberkriminelle setzen zunehmend auf eine Angriffstechnik, die klassische Sicherheitsmechanismen weitgehend aushebelt: Device Code Phishing. Sicherheitsforscher von Proofpoint warnen davor, dass sich die Methode innerhalb kurzer Zeit von einer Nischentechnik zu einer breit eingesetzten Bedrohung entwickelt hat.

Im Unterschied zu klassischem Credential-Phishing greifen Angreifer dabei nicht direkt Passwörter ab. Stattdessen missbrauchen sie den legitimen OAuth-2.0-Geräteautorisierungsfluss von Microsoft. Dieser wurde ursprünglich entwickelt, um Geräten ohne Browser oder eingeschränkter Eingabemöglichkeit – etwa Smart-TVs oder IoT-Geräten – eine Anmeldung zu ermöglichen.

Opfer werden dabei dazu verleitet, auf der echten Microsoft-Seite microsoft.com/devicelogin einen von Angreifern bereitgestellten Gerätecode einzugeben. Erfolgt die Eingabe, erhalten die Täter gültige Authentifizierungs-Token und damit Zugriff auf Unternehmenskonten – ohne Passwort und ohne klassische MFA-Abfrage.

Da der gesamte Prozess über legitime Microsoft-Infrastruktur läuft, greifen herkömmliche URL-basierte Sicherheitsmechanismen nur eingeschränkt.

Von Spezialtechnik zur breit verfügbaren Angriffsmethode

Proofpoint zufolge reichen die Ursprünge der Methode bis ins Jahr 2020 zurück. Damals wurde Device Code Phishing vor allem von Red Teams sowie vereinzelt von Spionageakteuren genutzt. Der entscheidende Wandel erfolgte jedoch im Herbst 2025 mit der Veröffentlichung kommerzieller Phishing-as-a-Service-Angebote (PhaaS) und neuer Angriffswerkzeuge.

Eine zentrale technische Neuerung ist die sogenannte dynamische Code-Generierung. Während Gerätecodes früher bereits beim Versand der Phishing-Mail erstellt wurden und nach etwa 15 Minuten verfielen, erzeugen aktuelle Systeme die Codes erst beim Klick auf den Phishing-Link. Dadurch bleiben Kampagnen wesentlich länger wirksam.

Proofpoint beobachtete allein innerhalb eines Zehn-Tages-Zeitraums im April 2026 rund sieben unterschiedliche Varianten von Device-Code-Phishing-Kits.

Zu den bekanntesten Plattformen zählt laut Proofpoint EvilTokens. Der Dienst wurde erstmals im Februar 2026 über Telegram beworben und bietet komplette Angriffsinfrastrukturen inklusive gefälschter Landingpages im Stil von Microsoft, Adobe oder DocuSign.

Daneben integrieren auch etablierte Phishing-Plattformen wie Tycoon 2FA oder ODx Device-Code-Funktionen in ihre bestehenden Angebote. Proofpoint beobachtet zudem zahlreiche Varianten mit ähnlicher technischer Basis, jedoch unterschiedlichen APIs oder HTML-Strukturen.

KI senkt Einstiegshürden für Angreifer

Als wesentlichen Wachstumstreiber sehen die Sicherheitsforscher den Einsatz generativer KI. Viele der neuen Toolkits seien mithilfe sogenannter „Vibe Coding“-Ansätze erstellt worden, bei denen große Sprachmodelle Teile des Codes automatisch generieren.

Dadurch sinken laut Proofpoint sowohl Entwicklungsaufwand als auch technische Einstiegshürden für Cyberkriminelle deutlich.

Die Angriffe folgen meist einem ähnlichen Muster: Nutzer erhalten E-Mails mit Links, PDF-Anhängen oder QR-Codes. Diese führen auf präparierte Landingpages, die Microsoft- oder DocuSign-Oberflächen imitieren. Dort werden die Opfer aufgefordert, einen Gerätecode in den offiziellen Microsoft-Authentifizierungsprozess einzugeben.

Besonders aktiv beobachtet Proofpoint derzeit die Gruppe TA4903. Die Akteure geben sich häufig als Behörden oder kleine Unternehmen aus und setzen seit März 2026 fast ausschließlich auf Device Code Phishing.

In einer Kampagne im April 2026 verschickte TA4903 E-Mails mit dem Betreff „Gehaltsbenachrichtigung“. Die PDF-Anhänge enthielten QR-Codes, die über Cloudflare-Workers-Seiten zu gefälschten Microsoft- und DocuSign-Portalen führten.

Auffällig ist laut Proofpoint, dass manche Kampagnen nahezu vollständig automatisiert wirken. Teilweise enthielten die Phishing-Mails keinerlei Begleittext.

Die Methode wird mittlerweile international eingesetzt. Proofpoint beobachtete Kampagnen unter anderem in deutscher und spanischer Sprache.

Klassische Awareness-Schulungen reichen nicht mehr aus

Die Sicherheitsforscher ziehen Parallelen zur sogenannten ClickFix-Methode, die sich seit 2024 ebenfalls von einer Nischentechnik zu einem weit verbreiteten Werkzeug entwickelt hat. Beide Ansätze basieren darauf, Nutzer zu scheinbar harmlosen Handlungen zu bewegen.

Während ClickFix Opfer dazu bringt, Skripte manuell in Terminalfenster einzufügen, basiert Device Code Phishing auf der Eingabe von Authentifizierungscodes in legitime Portale.

Laut Proofpoint stellt die Methode eine direkte Reaktion auf verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und das gestiegene Bewusstsein für klassische MFA-Bypass-Techniken dar.

Ein erfolgreicher Angriff kann weitreichende Folgen haben: vollständige Kontoübernahmen, Datendiebstahl, Business-E-Mail-Compromise-Angriffe, laterale Bewegungen innerhalb kompromittierter Netzwerke oder auch Ransomware-Angriffe.

Besonders kritisch ist laut Proofpoint das sogenannte „ATO Jumping“. Dabei nutzen Angreifer kompromittierte Konten, um weitere Phishing-Nachrichten an interne Kontakte zu versenden und sich so innerhalb von Organisationen auszubreiten.

Als wichtigste Schutzmaßnahme empfehlen die Forscher, den Device-Code-Flow in Microsoft Entra ID per Conditional Access möglichst vollständig zu blockieren oder auf definierte Nutzergruppen und IP-Bereiche zu beschränken.

Darüber hinaus sollten Unternehmen Anmeldungen auf registrierte beziehungsweise konforme Geräte begrenzen und ihre Awareness-Programme anpassen.

Klassische Hinweise wie „URL prüfen“ seien bei Device Code Phishing nur bedingt wirksam, da Nutzer tatsächlich mit legitimen Microsoft-Seiten interagieren. Stattdessen müsse gezielt vermittelt werden, keine Gerätecodes aus unbekannten Quellen einzugeben.

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