Eine aktuelle Befragung der Initiative Sicher Handeln zeigt: Die Generation Z erkennt typische Warnsignale im Netz seltener als ältere Nutzergruppen. Trotz wachsender Bedrohung sind viele überzeugt, selbst noch nie Opfer gewesen zu sein – ein trügerisches Gefühl von Sicherheit.
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Sie gelten als technikaffin und ständig online, doch ausgerechnet die Digital Natives reagieren vergleichsweise unvorsichtig auf verdächtige Nachrichten. Laut einer repräsentativen Umfrage der Initiative Sicher Handeln (ISH) in Kooperation mit YouGov unterschätzt fast jeder Zweite der Generation Z (49 Prozent) die Gefahren von Phishing-Mails und erkennt zentrale Warnsignale nicht. Gleichzeitig sind 76 Prozent der Befragten überzeugt, noch nie selbst Opfer eines Angriffs geworden zu sein – ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte gestiegen ist.
Phishing zählt längst zu den häufigsten Betrugsformen im digitalen Alltag – von gefälschten Paketbenachrichtigungen bis hin zu angeblichen Sicherheitswarnungen. Doch bei der Erkennung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Nur 69 Prozent der Gen Z misstrauen Aufforderungen zur Eingabe von Konto- oder Zugangsdaten, während es im Durchschnitt 77 Prozent sind. Auch bei dringenden Handlungsaufforderungen reagieren nur 62 Prozent skeptisch (Gesamtdurchschnitt: 73 Prozent). Besonders gering ist die Sensibilität bei unverlangten Anhängen: Lediglich 51 Prozent der Jüngeren erkennen hier ein Risiko, insgesamt sind es 58 Prozent.
Am häufigsten berichten die Befragten von gefälschten Paketnachrichten (13 Prozent) und Sicherheitswarnungen (ebenfalls 13 Prozent). Auch Mails im Namen von Banken oder Zahlungsdiensten (11 Prozent), Nachrichten vermeintlicher Angehöriger (9 Prozent) sowie betrügerische Angebote von Online-Shops oder Marktplätzen (8 Prozent) sind weit verbreitet. Kriminelle setzen zudem auf Job- und Wohnungsanzeigen, um an Daten oder Geld zu gelangen.
15 Prozent der Befragten waren bereits Opfer eines Phishing-Angriffs – meist ohne finanziellen Schaden. In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen jedoch verlor jeder 20. bis zu 500 Euro. Größere Schäden sind seltener, treten aber in allen Generationen auf: Vier Prozent der 18- bis 24-Jährigen meldeten Verluste bis zu 2.500 Euro, bei zwei Prozent der 25- bis 34-Jährigen sowie der 35- bis 44-Jährigen summierten sich die Schäden auf bis zu 10.000 Euro. Ein Prozent der 45- bis 55-Jährigen gab an, über 10.000 Euro verloren zu haben. Schwerwiegender als monetäre Schäden kann jedoch der Diebstahl persönlicher Daten sein, der Folgeangriffe ermöglicht.
Die Initiative Sicher Handeln verweist auf die Notwendigkeit, Nachrichten kritisch zu prüfen. Sprecher Harald Schmidt mahnt: „Phishing ist vielseitig, professionell gemacht und trifft längst alle Generationen. Unser Appell lautet deshalb: Stoppen, Hinterfragen, Schützen.“