Die Abhängigkeit österreichischer Unternehmen von digitalen Technologien wächst weiter. Laut der aktuellen A1 Business Studie 2026 zur digitalen Souveränität sehen bereits 77 Prozent der Betriebe eine starke oder eher starke Abhängigkeit von digitalen Leistungen. Gleichzeitig gewinnt das Thema digitale Souveränität für Management und IT-Strategien deutlich an Bedeutung.
Foto: A1
Martin Resel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von A1
Die Digitalisierung ist für Unternehmen in Österreich längst keine Ergänzung bestehender Geschäftsmodelle mehr, sondern eine grundlegende Voraussetzung wirtschaftlicher Tätigkeit. Mit dem zunehmenden Einsatz cloudbasierter Anwendungen, datengetriebener Prozesse und Künstlicher Intelligenz steigt jedoch auch die Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen und internationalen Technologieanbietern. Das zeigt die aktuelle A1 Business Studie 2026, die gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Integral durchgeführt wurde.
Demnach geben 77 Prozent der befragten Unternehmen an, stark oder eher stark von digitalen Technologien und Leistungen abhängig zu sein. Nur sechs Prozent sehen laut eigener Einschätzung kaum oder gar keine Abhängigkeit. Gleichzeitig rechnen 43 Prozent damit, dass diese Abhängigkeit in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen wird.
„Digitale Technologien sind längst integraler Bestandteil aller Geschäftsmodelle. Entscheidend ist heute, die eigenen Daten klar zu klassifizieren und auf dieser Basis die passende Infrastruktur zu wählen – von souveränen lokalen Lösungen bis hin zu internationalen Cloud-Services. Nur so können Unternehmen ihre digitale Abhängigkeit aktiv steuern und langfristig absichern“,
sagt Martin Resel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von A1.
Parallel zur wachsenden technologischen Abhängigkeit steigt auch die strategische Bedeutung digitaler Souveränität. Sieben von zehn Unternehmen stufen das Thema laut Studie als wichtig ein, 40 Prozent sogar als „sehr wichtig“.
Besonders hoch ist die Bedeutung im Hinblick auf die langfristige Unternehmensentwicklung: 89 Prozent der Befragten sehen digitale Souveränität als entscheidend für die Zukunftssicherheit ihres Unternehmens, 68 Prozent verbinden damit Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.
Als wesentlicher Treiber gilt dabei der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Rund zwei Drittel der Unternehmen verfügen bereits über eine KI-Strategie oder planen deren Umsetzung. Etwa ein Viertel hält eine solche Strategie derzeit allerdings nicht für notwendig.
„Die Ergebnisse zeigen klar: Digitale Souveränität hat sich vom IT-Thema zu einer zentralen Managementfrage entwickelt. Unternehmen verbinden damit ganz konkret ihre Zukunftssicherheit und ihre Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsführung des Marktforschungsinstituts Integral.

Quelle: A1
Viele Unternehmen reagieren bereits mit konkreten Maßnahmen auf die wachsenden Anforderungen an digitale Unabhängigkeit. Laut Studie verfügen 66 Prozent der Unternehmen über Initiativen zur digitalen Souveränität oder arbeiten aktuell daran. Zwölf Prozent haben entsprechende Strategien bereits umgesetzt, weitere 54 Prozent befinden sich in Umsetzung oder Planung.
Im Fokus stehen dabei vor allem Kooperationen mit europäischen Anbietern. 64 Prozent der Unternehmen setzen auf entsprechende Partnerschaften. Ebenfalls stark vertreten ist die Nutzung von Open-Source-Lösungen mit 54 Prozent. Darüber hinaus investieren 39 Prozent in den Ausbau eigener Kompetenzen und Kapazitäten.
Gleichzeitig sehen Unternehmen mehrere strukturelle Herausforderungen bei der Umsetzung entsprechender Strategien. Als größte Hürden werden fehlende personelle Ressourcen (61 Prozent), finanzielle Einschränkungen (55 Prozent) sowie bestehende Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern – sogenannter Vendor Lock-in – mit 53 Prozent genannt.
Auch die Nutzung von Cloud-Technologien zeigt ein ambivalentes Bild. Zwar verwenden bereits 81 Prozent der Unternehmen Cloud-Lösungen, gleichzeitig äußert mehr als die Hälfte Bedenken hinsichtlich Datenschutz. 46 Prozent sehen Risiken bei der IT-Sicherheit. Mehr als jedes zweite Unternehmen würde laut Studie zudem den Anbieter wechseln, wenn Daten außerhalb der Europäischen Union gespeichert werden.
A1 positioniert sich im Umfeld dieser Entwicklungen als Anbieter souveräner Infrastruktur- und Cloud-Lösungen in Österreich. Das Unternehmen verweist dabei auf resiliente Netze, zwölf Rechenzentren in Österreich sowie auf Kommunikations-, Cloud- und Cybersecurity-Angebote.
Im Zentrum steht laut A1 ein Hybrid-Cloud-Ansatz, der regionale und europäische Lösungen mit internationalen Public-Cloud-Angeboten kombiniert. Grundlage dafür sei die Analyse und Klassifizierung von Daten, um festzulegen, welche Informationen in lokalen Infrastrukturen, europäischen Clouds oder internationalen Umgebungen verarbeitet werden.
Zum Portfolio zählen laut Unternehmen unter anderem die europäische Open-Source-Plattform Exoscale, die A1 Private Cloud sowie die Integration internationaler Public-Cloud-Angebote.
Ziel sei es, Unternehmen mehr Entscheidungsfreiheit bei der Nutzung und Speicherung ihrer Daten zu ermöglichen und gleichzeitig die wirtschaftliche Resilienz Österreichs zu stärken.