Eine aktuelle Untersuchung von Red Hat zeigt, dass digitale Souveränität, Open Source und wachsende KI-Investitionen zentrale Themen deutscher IT-Strategien sind. Gleichzeitig bremsen Fachkräftemangel, Schatten-KI und strukturelle Hürden den Fortschritt – trotz großer Zuversicht in die künftige Rolle Deutschlands auf der globalen KI-Bühne.
Deutsche Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre IT-Infrastrukturen und -Strategien an ein zunehmend komplexes technologisches Umfeld anzupassen. Die von Red Hat vorgestellte Studie liefert einen differenzierten Einblick in die Prioritäten, Erwartungen und Hindernisse, die die hiesigen IT- und KI-Agenden in den kommenden drei Jahren prägen werden. Besonders deutlich wird: Digitale Souveränität und KI gewinnen weiter an Bedeutung – und Open Source gilt für nahezu alle Befragten als entscheidender Erfolgsfaktor
Für 80 Prozent der befragten deutschen Unternehmen ist digitale Souveränität innerhalb der nächsten 18 Monate eine Top-Priorität. Nahezu gleichauf folgen Sicherheit (79 Prozent) sowie Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien (78 Prozent). Auch der Cloud-Kontext bleibt sensibel: 73 Prozent der Befragten äußern Souveränitätsbedenken als Hindernis für die Cloud-Einführung, zusätzlich erschweren Widerstände in der Belegschaft (70 Prozent) sowie interne Silos (69 Prozent) den Wandel.
Quelle: Red Hat
Open Source nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. 96 Prozent der Unternehmen halten Open-Source-Software für elementar – insbesondere für digitale Souveränität, Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen, Virtualisierung und Sicherheit. Entsprechend setzen deutsche Organisationen bei ihrer Cloud-Souveränität in den kommenden 18 Monaten vor allem auf Transparenz und Auditierbarkeit (86 %), Flexibilität bei IT-Anbietern (84 Prozent) und die Absicherung der Software-Lieferkette (82 Prozent).
Die Studie zeigt ein stark steigendes Engagement im Bereich Künstliche Intelligenz: 74 Prozent der Befragten schreiben KI einen hohen Stellenwert zu, und bis 2026 planen Unternehmen eine durchschnittliche Erhöhung ihrer KI-Investitionen um 34 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Effizienzlücke: 85 Prozent berichten, dass ihre bisherigen KI-Aktivitäten noch keinen Kundennutzen erzeugen.
Die größte Priorität besteht mit 85 Prozent darin, die Akzeptanz von KI unter Mitarbeitenden zu steigern. Weitere Schwerpunkte sind die Flexibilität für unterschiedliche KI-Modelle (84 Prozent) sowie Transparenz und Offenheit in der KI-Strategie (83 Prozent).
Quelle: Red Hat
Die Umsetzungskultur ist allerdings von Herausforderungen geprägt: 99 Prozent sehen Hürden bei der KI-Einführung, darunter vor allem hohe Implementierungs- und Wartungskosten (32 Prozent), fehlende Transparenz bei KI-Modellen (30 Prozent) sowie organisatorisch isolierte KI-Teams (29 Prozent). Zusätzlich berichten 91 Prozent von Schatten-KI – der Nutzung nicht autorisierter KI-Tools durch Mitarbeitende.
Der Fachkräftemangel bleibt ein zentraler Engpass. 77 Prozent der Unternehmen bestätigen eine akute Qualifikationslücke im KI-Bereich. Besonders gefragt ist Fachwissen zur Verbindung von KI mit Unternehmensdaten (58 Prozent), gefolgt von Kompetenzen rund um Agentic AI (52 Prozent) und der Schulung von Mitarbeitenden im Umgang mit KI (51 Prozent).
Quelle: Red Hat
Gleichzeitig herrscht breite Zuversicht hinsichtlich der Rolle Deutschlands im internationalen KI-Wettbewerb: 98 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Deutschland entweder bereits eine führende Position einnimmt oder innerhalb von drei Jahren global führend sein kann. Als wesentliche Hemmnisse werden jedoch fehlende Computing-Infrastruktur (49 Prozent), geringes Engagement des privaten Sektors (47 Prozent) sowie unzureichende politische Rahmenbedingungen (45 Prozent) identifiziert.