Alle 14 Tage aktuelle News aus der IT-Szene   >   
Neue IT-Infrastruktur für den Ernstfall: Wie das Rote Kreuz Steiermark seine kritischen Systeme zukunftssicher macht 11. 05. 2026
Das Rote Kreuz Steiermark setzt mit einer zentralisierten, hochverfügbaren IT-Infrastruktur auf maximale Ausfallsicherheit, Datenschutz und Einsatzbereitschaft. In der neuen Landeszentrale entstand ein vollredundanter Serverraum, der kritische Systeme stabilisiert, die IT entlastet und höchste Anforderungen an Cybersicherheit erfüllt.
BT International integriert STACKIT-Cloud in globale Netzwerkinfrastruktur 08. 05. 2026
BT International und STACKIT kooperieren beim Ausbau souveräner Cloud-Konnektivität in Europa. Unternehmen mit internationalen Standorten sollen dadurch regulatorisch konformen Zugriff auf europäische Cloud-Ressourcen erhalten – künftig auch über private Verbindungen außerhalb der EU.
Neues Innovation Center soll europäische Forschung, KI-Sicherheit und Kundenkooperation stärken 07. 05. 2026
Mit einem neuen Innovation Center in Paris baut Proofpoint seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Europa aus. Der Cybersecurity-Anbieter will dort gemeinsam mit Kunden und Partnern Sicherheitslösungen für den Einsatz von KI-Agenten entwickeln. Die Investition ist Teil einer breiteren europäischen Expansionsstrategie, die auch zusätzliche Forschungsstandorte und die Integration von Hornetsecurity umfasst.
Ohne moderne Datengrundlage bleibt KI Stückwerk 07. 05. 2026
Manfred Traumüller, Geschäftsführer von HPE Österreich, und Dietmar Wiesinger, Vorstand bei CANCOM Österreich, sprechen im Business-Leader-Doppelinterview über den aktuellen Stand der KI-Readiness bei Daten, über Strategien zur Datenmodernisierung und darüber, wie sie ihre Kunden bei der Umsetzung mit den nötigen Technologien und Plattformen unterstützen.
KI verändert Arbeit grundlegend – Microsoft sieht neue Betriebsmodelle als Schlüssel zum Wettbewerbsvorteil 07. 05. 2026
Der neue Microsoft Work Trend Index 2026 zeigt einen tiefgreifenden Wandel in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Laut der Studie mit 20.000 befragten KI-Nutzerinnen und -Nutzern entsteht der entscheidende Wettbewerbsvorteil künftig nicht mehr durch den Zugang zu KI-Technologien, sondern durch die Art, wie Unternehmen Arbeit rund um KI organisieren. Besonders organisatorische Faktoren wie Kultur, Führung und Anreizsysteme gewinnen dabei an Bedeutung.
Netzmodernisierung im Mobilfunk: A1 kündigt Abschaltung von 2G bis 2028 an 06. 05. 2026
A1 Telekom Austria plant die Abschaltung des 2G-Mobilfunkstandards im Mai 2028. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Netzmodernisierung und soll Kapazitäten für neue Technologien schaffen. Gleichzeitig werden betroffene Kunden frühzeitig auf den Umstieg vorbereitet.
SAP plant Übernahme von Prior Labs für tabellarische KI 06. 05. 2026
SAP will Prior Labs übernehmen und mehr als eine Milliarde Euro in den Aufbau eines Frontier-KI-Labors investieren. Fokus sind sogenannte tabellarische Foundation Models für strukturierte Geschäftsdaten.
SAP plant Übernahme von Dremio für agentische KI 06. 05. 2026
SAP will Dremio übernehmen und damit seine Datenbasis für KI-Anwendungen erweitern. Ziel ist die Integration von SAP- und Nicht-SAP-Daten auf einer einheitlichen Plattform.
Warum viele Transformationen scheitern – und was erfolgreiche Unternehmen anders machen 05. 05. 2026
Hartmut Müller, Group VP Value-led Transformation bei ServiceNow, zeigt im Interview, warum digitale Transformation weit über Technologie hinausgeht. Entscheidend sind klare Prozesse, eine gelebte Innovationskultur und die Fähigkeit, neue Lösungen schnell in messbaren Geschäftswert zu überführen. Gleichzeitig wird deutlich, weshalb viele Initiativen genau an dieser Umsetzung scheitern.
Durchbruch bei Magnonen ebnet Weg für kompakte Quantencomputer 05. 05. 2026
Forschende der Universität Wien haben die Lebensdauer von Magnonen deutlich verlängert und damit eine zentrale Hürde in der Quantenforschung adressiert. Die Ergebnisse könnten langfristig neue Ansätze für skalierbare und kompakte Quantencomputer ermöglichen.
Deep Dive: Wie Forescout Vedere Labs Angriffe auf vernetzte Geräte frühzeitig erkennen 04. 05. 2026
Die Forescout Vedere Labs analysieren Cyberbedrohungen auf vernetzte Geräte – von klassischen IT-Systemen bis zu OT-Komponenten wie industriellen Steuerungen. Mit realitätsnahen Angriffsszenarien, globalen Datenquellen und KI-gestützter Analyse entsteht ein detailliertes Lagebild moderner Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Ein Deep Dive in Forschung, Honeypots und Threat Intelligence aus erster Hand.
Salesforce stellt Agentforce Operations für durchgängige Prozessautomatisierung vor 04. 05. 2026
Der Softwareanbieter Salesforce präsentiert mit Agentforce Operations ein neues Modell zur Automatisierung von Backoffice-Prozessen, bei dem KI-Agenten Aufgaben eigenständig und vollständig ausführen sollen.
A1 führt connect B2B-Kundenbarometer 2026 an 30. 04. 2026
A1 erreicht im aktuellen B2B-Kundenbarometer Internet 2026 des Fachmagazins connect professional den ersten Platz in Österreich. Die Studie basiert auf einer breit angelegten Befragung von Geschäftskunden im DACH-Raum.
Meta setzt auf AWS Graviton für nächste KI-Generation 30. 04. 2026
Meta Platforms weitet seine Partnerschaft mit Amazon Web Services deutlich aus und plant den großflächigen Einsatz von Graviton-Prozessoren. Der Ausbau adressiert insbesondere steigende Anforderungen agentenbasierter KI-Workloads.
Industrie unter Druck: Wie SAP und Uhlmann Wertschöpfung resilient machen 29. 04. 2026
Steigende Unsicherheiten, fragile Lieferketten und wachsender Wettbewerbsdruck stellen die Industrie vor große Herausforderungen. SAP und Uhlmann zeigen, wie digitale Produktionsumgebungen, vernetzte Datenökosysteme und KI helfen, Prozesse transparenter, effizienter und widerstandsfähiger zu gestalten – und warum Integration in operative Abläufe entscheidend ist.
Vertiv präsentiert 3D-AI-Modelle zur Planung von Rechenzentren 29. 04. 2026
Vertiv stellt auf der Data Centre World Frankfurt 2026 neue 3D-AI-Modelle vor, die Planung, Simulation und Optimierung von Rechenzentrumsinfrastrukturen unterstützen sollen. KI-gestützte Modelle sollen Effizienz, Skalierbarkeit und Resilienz verbessern.
Umfrage: Wirtschaft ist auf Quanten-Kriminalität kaum vorbereitet 28. 04. 2026
Eine aktuelle Umfrage von Horizon3.ai zeigt, dass Unternehmen in der DACH-Region die Risiken durch Quantencomputing bislang nur begrenzt berücksichtigen. Nur 14 Prozent der Unternehmen sehen Quantenangriffe als ernsthafte Bedrohung.
Weniger Neugründungen, leicht sinkende Insolvenzen zum Jahresstart 2026 27. 04. 2026
Im ersten Quartal 2026 ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Österreich deutlich zurückgegangen, während die Insolvenzen auf hohem Niveau leicht sanken. Eine Analyse von Dun & Bradstreet zeigt regionale Unterschiede und strukturelle Verschiebungen in Branchen.
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Gastkommentar von Stephan Hebenstreit, Geschäftsführer des Fintech Yokoy Österreich (TravelPerk-Tochterunternehmen)

Digitale Technologien, analoge Strukturen – ein Realitätstest für Österreich

Österreich steht digital unter Zugzwang. Im IMD World Digital Competitiveness Ranking 2024 ist der Standort von Platz 15 auf Platz 25 zurückgefallen – ein deutliches Warnsignal. Die Digitaloffensive Österreich (DOÖ) forderte im Juni 2025 deshalb gezielte Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Wettbewerbsfähigkeit.

Foto: Yokoy Stephan Hebenstreit, Geschäftsführer Yokoy Österreich Der neue Digital Austria Act 2.0, präsentiert vom Bundeskanzleramt, adressiert zentrale Hebel wie digitale Souveränität, digitale Anschlussfähigkeit und den strategischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz – insbesondere im öffentlichen Sektor.

Doch für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort reicht es nicht, allein die öffentliche Verwaltung zu digitalisieren. Auch die Privatwirtschaft braucht klare Impulse – dort, wo täglich produziert, verrechnet, entschieden und international kooperiert wird. Der digitale Wandel muss tief in unternehmerische Kernprozesse eindringen, insbesondere bei KMUs. Genau hier entscheidet sich, ob Digitalisierung tatsächlich wirkt oder lediglich auf dem Papier existiert.

Geschäftsreisen als Brennglas für digitale Defizite

Ein Beispiel, das diese Lücke sichtbar macht, ist das Management von Geschäftsreisen.

Laut GBTA (Global Business Travel Association) wird erwartet, dass das Geschäftsreisevolumen im Jahr 2025 mit 1,57 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht. Dienstreisen sind zurück und mit ihnen auch die Herausforderungen, die ihre Organisation, Durchführung und Abrechnung mit sich bringen. Der Kontext hat sich jedoch grundlegend verändert: In Zeiten volatiler Märkte, geopolitischer Unsicherheiten und steigender Kosten kann das Geschäftsreisemanagement ohne die notwendige Innovation komplex, ineffizient und stark von manuellen Prozessen geprägt sein. Entsprechend wird es zunehmend als strategische und wirtschaftlich zu steuernde Ressource betrachtet. Laut dem Bericht zum Nutzen von Geschäftsreisen 2025 rückt das Thema nachhaltige Kostenkontrolle wieder an die Spitze der Prioritäten im Travel Management – noch vor Flexibilität und Nachhaltigkeit.

Gleichzeitig bleiben die organisatorischen Strukturen vielerorts unverändert. Prozesse laufen weiterhin analog, fragmentiert und wenig effizient ab. Besonders in Österreich verschärft sich diese Problematik durch eine extrem kleinteilige regulatorische Landschaft. Über 800 unterschiedliche Kollektivverträge mit jeweils spezifischen Regelungen zu Taggeldern, Verpflegungszuschüssen oder Auslandsreisen, ergänzt durch vielfältige steuerliche Beurteilungen je nach Tätigkeit, Dienstort und Reisedauer. Zusätzlich erschweren unternehmensspezifische Betriebsvereinbarungen die Lage oft durch weitere Abweichungen. All das erschwert die Standardisierung.

Diese komplexe Gemengelage führt dazu, dass selbst einfachste Vorgänge wie die korrekte Abrechnung von Spesen mit erheblichem Aufwand verbunden sind. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur bürokratischen Mehraufwand und eine hohe Fehleranfälligkeit, sondern auch zunehmende Rechtsunsicherheit. Wer hier nicht präzise arbeitet, riskiert Rückfragen, Rückvergütungsverzögerungen oder sogar Nachforderungen durch die Finanzverwaltung.

Ein genauerer Blick auf das Geschäftsreisemanagement macht deutlich, wie tief die digitale Kluft tatsächlich reicht. In vielen Unternehmen verläuft der Prozess nach wie vor über mehrere, nicht integrierte Systeme: Buchungstools, separate Spesenlösungen, Genehmigungen per E-Mail, manuelle Abrechnungen via Excel oder gar auf Papier. Für international tätige Organisationen mit hoher Reisetätigkeit bedeutet das: hoher Abstimmungsaufwand, fehlende Transparenz und vermeidbare Verzögerungen.

Diese Realität trifft auf steigende Erwartungen. Mitarbeitende – vor allem die jüngeren Generationen – fordern digitale Lösungen, die intuitiv funktionieren und echte Entlastung bringen. Laut TravelPerk geben 80 Prozent der 25- bis 34-Jährigen an, heute häufiger beruflich zu reisen als zu Beginn ihrer Tätigkeit. Dennoch verfügen 44 Prozent der Geschäftsreisenden über keine offizielle betriebliche Reiseversicherung. Viele verlassen sich auf private Lösungen oder reisen gänzlich unversichert – ein Risiko, das bei grenzüberschreitenden Einsätzen besonders schwer wiegt. So zeigt etwa der bürokratisch aufwändige Prozess rund um die sogenannte A1-Bescheinigung – ein verpflichtender Nachweis, dass ein Mitarbeiter auch im Ausland weiterhin dem heimischen Sozialversicherungssystem unterliegt –, wie komplex selbst kurze Auslandsentsendungen sein können. Ohne klare Regelungen und digitale Unterstützung ist organisatorisches Chaos vorprogrammiert. 77 Prozent empfinden digitale Tools daher als entscheidende Erleichterung – vom Buchungsprozess über die Unterstützung bei Problemen bis hin zur automatisierten Abrechnung.

Technologie ist da – doch ihre Nutzung ist zu gering

Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit erklärt auch die zunehmende Bedeutung von Business Travel Tech. Gemeint sind integrierte Technologien, die sämtliche Reiseprozesse in einem digitalen System abbilden – von der Planung über die Buchung bis zur Spesenabrechnung. Solche Lösungen automatisieren Genehmigungsprozesse, schaffen Echtzeit-Transparenz bei Ausgaben, liefern zentrale Sammelrechnungen für die Buchhaltung und machen manuelle Fehler nahezu obsolet. Sie ermöglichen eine effiziente Steuerung der Reisekosten und bieten Mitarbeitenden gleichzeitig eine zeitgemäße, rechtssichere Reiselogistik.

Gerade an einem Standort wie Österreich wäre diese technologische Unterstützung dringend notwendig. Paradoxerweise erschwert jedoch ausgerechnet die hohe Regulierung hierzulande den Einsatz standardisierter digitaler Lösungen. Was in anderen Ländern längst gängige Praxis ist, stößt in Österreich oft auf Schwierigkeiten – sei es aufgrund steuerlicher Besonderheiten oder mangelnder Systemkompatibilität.

Um seine digitale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken, würde Österreich von einer Vereinfachung bestimmter regulatorischer Prozesse, der Förderung der Modernisierung digitaler Abläufe und einem stärkeren Fokus auf die praktische Umsetzung im Geschäftsalltag profitieren. Die Geschäftsreise ist nur ein Beispiel – aber ein besonders sichtbares. Sie zeigt, was derzeit in vielen Bereichen der Wirtschaft Realität ist: Digitale Technologien wären längst vorhanden – doch analoge Strukturen verhindern ihre Wirkung.

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