Mit dem Inkrafttreten weiterer Bestimmungen des EU AI Acts am 2. August 2025 treten erstmals verpflichtende Regelungen für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck in Kraft. Die TEDAI Vienna greift diesen Meilenstein im September auf – mit Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, als prominenter Rednerin zur Zukunft der technologischen Souveränität Europas.
Foto: Florentina Olareanu
Alina Nikolaou, Mitbegründerin und Kuratorin der TEDAI Vienna
Am 2. August 2025 ist ein weiterer entscheidender Teil des EU AI Acts in Kraft getreten. Ab sofort gelten für sogenannte „General Purpose AI“-Modelle (GPAI) klare rechtliche Vorgaben in der Europäischen Union. Die Regelungen markieren einen wichtigen Schritt hin zu einem einheitlichen, rechtsverbindlichen Rahmen für Künstliche Intelligenz in Europa.
Im Fokus steht dabei nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Frage, wie sich wirtschaftliche Dynamik, ethische Verantwortung und politische Steuerung in Einklang bringen lassen. Die TEDAI Vienna, eine internationale Konferenz für Technologie, Ethik und digitale Innovation, widmet diesem Thema eine eigene Plattform: Vom 24. bis 26. September 2025 treffen in der Wiener Hofburg Fachleute, Praktiker und politische Entscheidungsträger aufeinander.
Die regulatorischen Unterschiede zwischen Europa und den USA sind aktuell besonders deutlich. Während Europa mit dem AI Act einen rechtlich bindenden Rahmen für sichere KI-Anwendungen aufbaut, verfolgt die US-Regierung unter Präsident Trump eine andere Linie. Der am 23. Juli veröffentlichte „AI Action Plan“ setzt auf Deregulierung und wirtschaftliche Anreize.
Unter dem Leitsatz „Amerika hat das KI-Rennen gestartet. Und wir werden es gewinnen“ kündigt die US-Administration Maßnahmen an, die auf eine möglichst freie Entfaltung der KI-Industrie setzen. Europa hingegen priorisiert durch den AI Act Prinzipien wie Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Risikomanagement. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen verdeutlichen, dass globale Standards in der KI-Politik weiterhin offen verhandelt werden.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich die TEDAI Vienna bewusst als Ort für differenzierten Austausch. „Der europäische AI Act ist wie ein Kletterseil, das uns Halt beim Aufstieg gibt“, erklärt Dr. Alina Nikolaou, Mitbegründerin und Kuratorin der Konferenz. „Allerdings muss das Seil in Zukunft noch verstärkt werden.“
Die Konferenz will deshalb nicht nur Wissen zu KI-Technologien vermitteln, sondern auch ein Forum für kritische Auseinandersetzung mit der regulatorischen Landschaft bieten. Nikolaou betont, dass wirtschaftliches Wachstum, Innovation und ethische Leitlinien nicht als Gegensätze gedacht werden sollten – sondern als zentrale Themen eines fortlaufenden Aushandlungsprozesses.
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie (Foto: Mikko Mäntyniemi)
Mit Henna Virkkunen wird eine der zentralen politischen Akteurinnen in der europäischen KI-Politik bei der TEDAI Vienna erwartet. Seit Dezember 2024 ist sie Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie. Zuvor war sie über zehn Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments und bekleidete verschiedene Ministerämter in Finnland.
Ihr Auftritt in Wien ist für den 26. September vorgesehen. Virkkunen wird Einblicke in die strategischen Überlegungen hinter der europäischen KI-Regulierung geben und erläutern, wie sich technologische Souveränität konkret gestalten lässt. Ihre Teilnahme unterstreicht den Anspruch der TEDAI, aktuelle politische Entwicklungen aus erster Hand zugänglich zu machen – und globale KI-Strategien in den direkten Dialog mit europäischer Perspektive zu bringen.
Mehr Informationen auf der Veranstatlungshomepage.