Fastly erweitert sein „Fastly for AI“-Portfolio um AI Runtime Control, AI Firewall und neue API-Security-Funktionen. Unternehmen sollen damit Modellzugriffe und KI-Nutzung zentral steuern, Anwendungen vor LLM-basierten Angriffen schützen und den Zugriff autonomer Agenten auf Unternehmens-APIs kontrollieren können. Nach Angaben des Unternehmens machte maschinengenerierter Traffic im Juli und August bereits mehr als die Hälfte des Traffics im eigenen Netzwerk aus.
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Kelly Shortridge Chief Product Officer bei Fastly
Mit dem zunehmenden produktiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz entstehen für Unternehmen neue Anforderungen an Sicherheit und Kontrolle. Modellaufrufe müssen gesteuert, Kosten überwacht und Zugriffe von KI-Agenten auf Unternehmenssysteme kontrolliert werden. Gleichzeitig entstehen durch KI-gestützte Softwareentwicklung neue Endpunkte, die abgesichert werden müssen.
Fastly reagiert darauf mit einer Erweiterung seiner Edge-Plattform. Die neuen Funktionen sollen einheitliche Zugriffs-, Sicherheits- und Routing-Richtlinien direkt im Request-Pfad ermöglichen – über unterschiedliche Anbieter und Modell-Provider hinweg. Unternehmen können damit KI-Aktivitäten beobachten, routen, absichern und steuern, ohne sich auf bestimmte Modelle oder Infrastrukturen festlegen zu müssen.
Die Entwicklung zeigt sich auch im Netzwerk des Unternehmens. Im Juli und August 2026 lag der maschinengenerierte Traffic bei mehr als 50 Prozent. Von Januar bis Mai wuchs der KI-Traffic laut Fastly 6,5-mal schneller als der menschliche Traffic.
Fastly unterscheidet drei Bereiche, die Unternehmen beim Einsatz von KI kontrollieren müssen: Anwendungen, die Modelle aufrufen, Nutzer und Systeme, die mit KI-Anwendungen interagieren, sowie KI-Agenten, die auf Unternehmens-APIs zugreifen.
Hinzu kommt die KI-gestützte Softwareentwicklung. Coding Agents können neue Endpunkte schneller erzeugen, als diese dokumentiert oder überprüft werden. Die neuen Funktionen sollen deshalb nicht nur den Zugriff auf KI-Modelle steuern, sondern auch Anwendungen und die Interaktion autonomer Agenten mit Unternehmenssystemen absichern.
„Um Coding Agents effektiv einzusetzen und KI-Features zu implementieren, ohne an Geschwindigkeit einzubüßen oder die bestehende Geschäftsstabilität zu gefährden, brauchen Unternehmen Kontrolle in der Produktion, zur Laufzeit, verzögerungsfrei und ohne Reibung“,
sagt Kelly Shortridge, Chief Product Officer bei Fastly.
Fastly übertrage damit bestehende Echtzeit-Kontrollen auf Modelle, Anwendungen und Agenten. „Unternehmen sollen mit KI schnell vorankommen können und dabei sicher bleiben. Innovation im großen Maßstab, ohne Kompromisse bei der Resilienz“, so Shortridge.
Ein zentraler Bestandteil des erweiterten Portfolios ist AI Runtime Control. Die Funktion leitet Modellaufrufe über einen einzelnen Endpunkt an öffentliche sowie selbst gehostete Anbieter weiter. Virtuelle Keys sollen dabei die eigentlichen Zugangsdaten der jeweiligen Provider schützen.
Unternehmen erhalten zudem Einblick in Token-Verbrauch, Rate Limiting und Budget-Kontrollen. Auch Failover wird unterstützt. Richtlinien lassen sich damit zentral durchsetzen, während Unternehmen weiterhin unterschiedliche Modelle einsetzen können.
Die neue AI Firewall ist dagegen für den Schutz von KI-Anwendungen vorgesehen. Sie soll LLM-basierte Angriffe einschließlich Prompt Injection erkennen und abwehren. Dafür werden Prompts direkt im Request-Pfad ausgewertet. Bösartige Aktivitäten sollen so erkannt und blockiert werden können, bevor sie das jeweilige Zielmodell erreichen.
Die dritte Komponente betrifft die API Security. Sie soll API-Verträge durchsetzen und einheitliche Regeln auf Anfragen von Agenten, agentengestützten Systemen und klassischen Anwendungen anwenden. Nicht konforme Anfragen können pro Service beobachtet oder blockiert werden.
Damit soll unter anderem verhindert werden, dass KI-Agenten auf nicht vorgesehene Operationen zugreifen, fehlerhafte Anfragen senden oder sich außerhalb zuvor definierter API-Grenzen bewegen.
Fastly integriert die neuen Funktionen in sein bestehendes „Fastly for AI“-Portfolio. Dieses umfasst unter anderem Bot Management, ContentGuard, DDoS Protection, API Discovery und Next-Gen WAF. Die Plattform soll damit sowohl externen KI-Traffic als auch interne KI-Aktivitäten und autonome Agenten kontrollieren können.
Die neuen Kontrollmechanismen laufen auf derselben Infrastruktur, die Fastly für die Bereitstellung und Absicherung digitaler Anwendungen nutzt. Das globale Edge-Netzwerk verfügte mit Stand 30. Juni 2026 über eine Kapazität von 622 Tbit/s. Mit Stand 31. März 2026 verarbeitete das Netzwerk täglich mehr als fünf Billionen Anfragen.
Neben dem wachsenden Traffic nennt Fastly auch die Kosten als Herausforderung beim produktiven KI-Einsatz. In der Pressemeldung verweist das Unternehmen auf eine McKinsey-Zahl, wonach 93 Prozent der Unternehmen ihre KI-Budgets überschreiten. AI Runtime Control soll unter anderem durch Einblicke in den Token-Verbrauch und Budget-Kontrollen eine Steuerung der Nutzung ermöglichen.
AI Runtime Control, AI Firewall und API Security sind ab sofort verfügbar. Damit erweitert Fastly seine Plattform um Kontrollmechanismen für Modellaufrufe, LLM-basierte Angriffe und den Zugriff von KI-Agenten auf Unternehmens-APIs.