Auf der Google Cloud Next hat Google Cloud eine Reihe neuer Sicherheitsfunktionen vorgestellt. Im Fokus steht eine agentenbasierte Abwehrstrategie, die Unternehmen helfen soll, komplexe Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen, KI-Umgebungen abzusichern und Multi-Cloud-Infrastrukturen zu schützen.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz verändert sich auch die Bedrohungslage in der IT-Sicherheit. Angreifer nutzen automatisierte Methoden, um Angriffe schneller und in größerem Umfang durchzuführen. Auf der Google Cloud Next wurde deutlich, dass Sicherheitskonzepte darauf reagieren müssen – insbesondere durch den Einsatz von KI-gestützten, autonomen Systemen zur Abwehr.
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die Einführung mehrerer Sicherheitsagenten innerhalb von Google Security Operations. Drei neue Agenten sollen Security-Teams unterstützen: ein Threat-Hunting-Agent zur Identifikation neuer Angriffsmuster, ein Detection-Engineering-Agent zur automatisierten Erstellung von Erkennungsregeln sowie ein Agent zur Anreicherung von Kontextinformationen aus Drittquellen.
Diese Systeme sollen Sicherheitsprozesse beschleunigen und teilweise automatisieren. Laut Angaben von Google konnte ein bestehender Analyse-Agent bereits mehr als fünf Millionen Sicherheitsmeldungen verarbeiten und die Analysezeit von rund 30 Minuten auf etwa 60 Sekunden reduzieren.
Ergänzend dazu können Unternehmen eigene Sicherheitsagenten entwickeln. Die dafür notwendige Unterstützung über einen Remote-MCP-Server ist inzwischen allgemein verfügbar. Ziel ist es, Sicherheitsprozesse stärker zu skalieren und manuelle Aufgaben zu reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Absicherung komplexer IT-Umgebungen. Die Integration mit Wiz wurde vertieft, sodass Sicherheitsinformationen automatisiert zwischen Plattformen ausgetauscht werden können. Gleichzeitig erweitert Wiz seine Unterstützung auf verschiedene Agenten-Plattformen, darunter AWS, Azure und Googles eigene Gemini-Umgebung.
Neue Funktionen sollen den gesamten Lebenszyklus von KI-Anwendungen absichern – von der Entwicklung bis zum Betrieb. Dazu gehören Mechanismen zur Erkennung von Schwachstellen in KI-generiertem Code sowie zur automatisierten Behebung von Sicherheitsproblemen.
Zudem wird die Sichtbarkeit über eingesetzte KI-Komponenten verbessert. Systeme zur Inventarisierung sollen helfen, nicht autorisierte oder sogenannte „Shadow AI“-Anwendungen zu identifizieren.
Mit der Gemini Enterprise Agent Platform stellt Google zudem Funktionen zur Verwaltung und Absicherung von KI-Agenten vor. Dazu zählen Mechanismen für Identitätsmanagement, Zugriffskontrolle sowie Richtlinienüberwachung für die Kommunikation zwischen Agenten und Systemen.
Ein weiterer Baustein ist die Weiterentwicklung von reCAPTCHA zu Google Cloud Fraud Defense. Die Plattform soll künftig unterscheiden können, ob Interaktionen von Menschen, Bots oder KI-Agenten ausgehen, und so Missbrauch im digitalen Geschäftsverkehr verhindern.
Ergänzend wurden neue Sicherheitsfunktionen für Cloud-Infrastrukturen vorgestellt, etwa im Bereich Identity and Access Management, Verschlüsselung und Netzwerksicherheit. Auch das Security Command Center wird erweitert, um Risiken in KI- und Cloud-Workloads besser zu erkennen und zu analysieren.
Insgesamt zeigen die Ankündigungen, dass Sicherheitsstrategien zunehmend auf automatisierte, KI-gestützte Systeme setzen. Ziel ist es, Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und darauf zu reagieren – insbesondere in Umgebungen, die durch KI und Multi-Cloud-Strukturen immer komplexer werden.