Eine aktuelle Studie von Rubrik Zero Labs zeigt: Die wachsende Zahl nicht-menschlicher Identitäten und agentischer KI erhöht das Risiko identitätsbasierter Angriffe massiv. Unternehmen sehen sich dadurch gezwungen, ihre Strategien für Identitätsmanagement und Wiederherstellung grundlegend zu überdenken.
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Kavitha Mariappan, Chief Transformation Officer bei Rubrik
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Rubrik Zero Labs Report "Identity Crisis: Understanding & Building Resilience Against Identity-Driven Threats"
Die zunehmende Verbreitung von KI-Agenten am Arbeitsplatz verändert die Art und Weise, wie Angreifer vorgehen – und wie Unternehmen ihre Verteidigung ausrichten müssen. Laut dem neuen Report Identity Crisis: Understanding & Building Resilience Against Identity-Driven Threats entsteht eine wachsende Diskrepanz zwischen der erweiterten Angriffsfläche für Identitätsdiebstahl und der Fähigkeit, sich von Kompromittierungen zu erholen. Insbesondere nicht-menschliche Identitäten (NHIs) und komplexe agentenbasierte Prozesse stellen Sicherheits- und IT-Abteilungen vor neue Herausforderungen.
Die Studie zeigt deutlich, wie groß der Handlungsdruck in den Organisationen ist. Weltweit planen 89 Prozent der Unternehmen (Deutschland: 86 Prozent), innerhalb der kommenden zwölf Monate Fachkräfte speziell für Identitätsmanagement, Infrastruktur und Sicherheit einzustellen. Zudem denken 87 Prozent der global Befragten über einen Wechsel ihres IAM-Anbieters nach oder haben ihn bereits angestoßen; in Deutschland liegt der Anteil mit 70 Prozent deutlich niedriger.
Für 58 Prozent der Unternehmen weltweit sind Sicherheitsbedenken der Hauptgrund für einen Anbieterwechsel. In Deutschland kommt ein weiterer Beweggrund hinzu: die verbesserte Integration bestehender Systeme.
Dass diese Sorgen berechtigt sind, verdeutlicht ein Praxisbeispiel aus dem Bericht. „Ich könnte beliebig viele Technologien einsetzen. Doch wenn jemand unseren Support-Desk durch Social Engineering dazu bringt, Admin-Passwörter herauszugeben, ist das Spiel vorbei“, sagt Andrew Albrech, Chief Information Security Officer bei Domino’s. „Genau deshalb ist Identity Resilience so entscheidend.“
Rubrik Chief Transformation Officer Kavitha Mariappan betont die Dringlichkeit: „Die Zunahme identitätsbasierter Angriffe verändert die Cyberabwehr. Die Verwaltung von Identitäten im Zeitalter der KI ist zu einer komplexen Aufgabe geworden, insbesondere angesichts des Geflechts der NHIs. Wir stehen vor einer unterschätzten Krise, in der eine einzige kompromittierte Anmeldeinformation vollständigen Zugriff auf die sensibelsten Daten eines Unternehmens gewähren kann. Angreifer brechen nicht mehr ein; sie melden sich einfach an. In dieser neuen Landschaft ist eine umfassende Identity Resilience für die Cyber-Recovery absolut entscheidend.“
Mit der Integration von KI-Agenten steigt die Zahl der NHIs deutlich schneller als die klassischer Benutzerkonten. Branchenberichte gehen laut Rubrik Zero Labs davon aus, dass NHIs inzwischen 82-mal häufiger vorkommen als menschliche Nutzer.
Der Report zeigt:
89 Prozent der weltweit Befragten haben KI-Agenten vollständig oder teilweise in ihre Identitätsinfrastruktur integriert; weitere 10 Prozent planen dies. In Deutschland sind es 84 Prozent.
58 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen weltweit erwarten, dass 50 Prozent oder mehr der Cyberangriffe im nächsten Jahr auf agentenbasierte KI zurückzuführen sein werden. In Deutschland glauben dies lediglich 38 Prozent.
Damit verschärft sich die Herausforderung, Identitäten konsequent zu schützen. Der Schutz von NHIs wird laut Studie ebenso wichtig wie der Schutz menschlicher Identitäten – in vielen Szenarien sogar wichtiger.
Identitäten bilden den Schlüssel zu den sensibelsten Daten. Doch das Vertrauen in schnelle Wiederherstellungsprozesse schwindet. 2025 glauben in Deutschland nur noch 32 Prozent der Befragten, dass sie sich innerhalb von 12 Stunden von einem Cybervorfall vollständig erholen könnten; weltweit sind es 28 Prozent. Ein Jahr zuvor lag der globale Wert noch bei 43 Prozent.
Mehr als die Hälfte (58 Prozent) geht inzwischen davon aus, dass die vollständige Wiederaufnahme des Betriebs mindestens zwei Tage dauern würde.
Die Erfahrungen aus Ransomware-Angriffen verdeutlichen die Problematik: Von den Unternehmen, die im vergangenen Jahr betroffen waren, zahlten weltweit 89 Prozent ein Lösegeld, um Daten zurückzubekommen oder den Angriff zu stoppen. In Deutschland lag der Anteil bei 82 Prozent.
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass klassische IAM-Tools allein nicht mehr ausreichen, um der komplexen Bedrohungslage zu begegnen. Gefordert ist eine umfassende Strategie zur Absicherung aller Identitäten – menschlicher wie nicht-menschlicher – und zur Sicherstellung einer belastbaren Recovery, wenn ein Angriff erfolgt.
Die vollständige englischsprachige Studie finden Sie hier auf der Rubrik Site.