Laut einer aktuellen IBM-Studie setzen Unternehmen zunehmend auf agentenbasierte KI, um Arbeitsprozesse zu automatisieren, Entscheidungen zu verbessern und Effizienz zu steigern. Die Ergebnisse zeigen, dass KI nicht länger nur als Experiment betrachtet wird, sondern als essenzieller Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Foto: IBM
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Francesco Brenna, VP & Senior Partner, AI Integration Services bei IBM Consulting
In einer globalen Befragung von 2.900 Führungskräften zeigt die neue Studie des IBM Institute for Business Value deutlich: Unternehmen treiben die Einführung von KI-Agenten in großem Umfang voran. Während aktuell nur 3 Prozent der Arbeitsabläufe KI-gestützt ablaufen, erwarten die Befragten einen Anstieg auf 25 Prozent bis Ende 2025 – eine Verachtfachung in weniger als zwei Jahren. Im Fokus stehen dabei nicht nur Automatisierung und Effizienzgewinne, sondern vor allem eine verbesserte Entscheidungsfindung im operativen Geschäft.
Laut IBM-Studie werden derzeit bereits 64 prozent der KI-Budgets für Kerngeschäftsfunktionen aufgewendet – ein deutlicher Indikator für die strategische Relevanz von KI im Unternehmensalltag. Gleichzeitig ist der Anteil jener Organisationen, die KI noch auf Ad-hoc-Basis einsetzen, von 19 Prozent im Vorjahr auf nur noch 6 Prozent gesunken. Immer mehr Unternehmen entwickeln langfristige Pläne: Ein Viertel der befragten Organisationen verfolgt bereits einen „AI-first“-Ansatz.
Führungskräfte, die diesen Weg gehen, berichten von konkreten geschäftlichen Auswirkungen: 52 Prozent ihres Umsatzwachstums und 54 Prozent der Verbesserungen operativer Margen in den letzten zwölf Monaten schreiben sie direkt KI-Initiativen zu.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die zunehmende Bedeutung agentenbasierter KI-Systeme. 70 Prozent der Befragten sehen in diesen Systemen einen entscheidenden Faktor für die Zukunft ihres Unternehmens. Besonders hervor sticht die Erwartung, dass sich KI-Agenten künftig selbstständig an veränderte Arbeitsabläufe anpassen können – ein Potenzial, das 71 Prozent der Führungskräfte erkennen.
Francesco Brenna, VP & Senior Partner, AI Integration Services bei IBM Consulting, erklärt: „Wir beobachten, dass immer mehr Kunden in der agentenbasierten KI den Schlüssel sehen, der ihnen hilft, über inkrementelle Produktivitätssteigerungen hinauszugehen und tatsächlich geschäftlichen Mehrwert durch KI zu erzielen, insbesondere bei der Anwendung in ihren Kernprozessen wie Lieferkette und Personalwesen.“
Er betont weiter: „Es geht nicht darum, einen Agenten in einen bestehenden Prozess einzubinden und auf das Beste zu hoffen. Dies bedeutet eine Neustrukturierung der Prozessausführung, eine Neugestaltung des Benutzererlebnisses, eine End-to-End-Orchestrierung der Agenten und die Integration der richtigen Daten, um durchgehend Kontext, Speicher und Intelligenz bereitzustellen.“
Die befragten Führungskräfte sehen eine Vielzahl konkreter Vorteile in der Nutzung von KI-Agenten. An erster Stelle steht für 69 Prozent die verbesserte Entscheidungsfindung. Weitere häufig genannte Nutzenaspekte sind:
Kostensenkung durch Automatisierung (67 Prozent)
Wettbewerbsvorteile (47 Prozent)
Verbesserung der Mitarbeitenden-Erfahrung (44 prozent)
Höhere Bindung talentierter Mitarbeitender (42 Prozent)
Diese Einschätzungen deuten auf ein breites Wirkungsspektrum hin – von Effizienz und Kosten bis hin zu Personalbindung und Differenzierung am Markt.
Die Studie zeigt außerdem, dass der Anteil der IT-Ausgaben für KI im Jahr 2024 durchschnittlich 12 Prozent beträgt. Bis 2026 rechnen die Befragten mit einem Anstieg auf 20 Prozent. Gleichzeitig bestehen nach wie vor relevante Hürden für die Einführung agentenbasierter Systeme. Als größte Herausforderungen nennen die Führungskräfte:
Bedenken im Umgang mit Daten (49 Prozent)
Vertrauensprobleme in die Systeme (46 Prozent)
Mangel an qualifizierten Fachkräften (42 Prozent)
Diese Herausforderungen unterstreichen, dass die technologische Entwicklung allein nicht ausreicht. Auch organisatorische und kulturelle Fragen müssen adressiert werden, um das volle Potenzial von KI-Agenten zu erschließen.
Zur vollständigen Studie:
IBM Institute for Business Value – Agentic AI Profits