Die neue Ausgabe der Studie „Online Marketing Trends 2026“ von eMinded zeigt, wie stark KI-basierte Suchergebnisse die Reichweiten verunsichern – und warum Unternehmen dennoch an SEO und SEA festhalten. Während Budgets stagnieren und Erwartungen steigen, rückt messbare Performance stärker denn je in den Fokus.
Die siebte Auflage der von der Münchner Performance-Agentur eMinded durchgeführten Studie zeichnet ein Bild des digitalen Marketings, das 2026 zwar unter dem Einfluss rasanter technologischer Entwicklungen steht, sich jedoch auf altbewährte Grundpfeiler stützt. Suchkanäle verlieren durch generative Antworten der großen Plattformen zwar an sichtbarem Traffic, gelten aber weiterhin als die zuverlässigsten Instrumente für messbare Resultate. In wirtschaftlich volatilen Zeiten bleibt Performance das bestimmende Prinzip – und KI ein fester Bestandteil des Alltags, dessen strategische Rolle viele Unternehmen jedoch noch ausloten müssen.
Unternehmen reagieren 2026 verhaltener auf wirtschaftliche Schwankungen. Laut Studie planen 41 Prozent eine Erhöhung ihres Marketingbudgets – 15 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Besonders im B2C-Bereich zeigt sich Zurückhaltung: Nur etwa die Hälfte rechnet noch mit Wachstum, 47 Prozent erwarten eine Seitwärtsentwicklung.
Die Abbildung zeigt die unterschiedlichen Auswirkungen der Performance als Leitmotiv bei den geplanten Budgets im B2B und B2C Bereich (Quelle: eMinded)
Suchkanäle wie SEO und SEA bleiben dennoch weitgehend stabil. Trotz sinkender Klickzahlen und unklarer Reichweiten in einer durch KI veränderten Suchumgebung verzeichnen sie nur leichte Budgetrückgänge. Für viele Verantwortliche zählt hier die Verlässlichkeit: Kein anderer Kanal liefert laut Studie so klar messbare Ergebnisse.
Uli Zimmermann, Geschäftsführer von eMinded, beschreibt die Lage so: Die Bedingungen für Sichtbarkeit und Conversions verschieben sich, doch Suche bleibt für zahlreiche Branchen der relevanteste Kanal. Es gehe weniger um Rückzug als vielmehr um eine „Neudefinition“.
Die Auswertung zeigt, dass rund drei Viertel der befragten Unternehmen ihren Fokus 2026 auf messbare Ergebnisse legen, insbesondere auf Leadgenerierung und Sales. Damit bleibt Performance Marketing das Leitmotiv der Branche.
Zwischen den Segmenten zeigen sich Unterschiede:
Im B2C bewerten mehr als zwei Drittel SEO und SEA als stärkste Kanäle.
Im B2B sind es rund 40 Prozent.
Gleichzeitig deutet die Studie strukturelle Veränderungen an. Während Content Marketing weiter an Bedeutung gewinnt, nimmt die grundsätzliche Investitionsbereitschaft in Paid-Kanäle wie SEA, Video Ads und Social Ads ab – besonders im B2B. Inhalte werden stärker als strategischer Baustein verstanden, der nicht im Widerspruch zu Paid Media steht. Zimmermann betont den komplementären Charakter: Paid wirke vor allem dann effizient, wenn organische Sichtbarkeit und relevante Inhalte vorhanden sind.
Der Einsatz von KI ist in den Unternehmen längst etabliert. 80 Prozent nutzen entsprechende Tools bereits regelmäßig – vor allem für Text, Recherche, Visuals und Datenanalyse. 98 Prozent sehen in KI die Chance, Prozesse zu beschleunigen und Produktivität zu steigern. Gleichzeitig zwingt sie 70 Prozent der Marketingverantwortlichen zum strategischen Umdenken.
Abbildung 2 zeigt die Auswirkungen der KI nach Einschätzung von Marketing Experten und Expertinnen im DACH Raum
Zimmermann beschreibt KI als Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch löse sie strukturelle Probleme nicht automatisch; entscheidend sei die Integration in bestehende Marketing-Ökosysteme. Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen der Studie, die einen Wechsel hin zu einer ausgewogenen Kombination aus Search, Content und KI beschreibt.