Eine globale Studie von Veeam zeigt eine deutliche Lücke zwischen Vertrauen und tatsächlicher Wiederherstellungsfähigkeit. Gleichzeitig erhöhen KI-Anwendungen den Druck auf Datenmanagement und Sicherheitsstrukturen.
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Anand Eswaran, CEO bei Veeam
Die Fähigkeit, Daten nach Cyberangriffen rasch wiederherzustellen, gilt als zentraler Bestandteil moderner IT-Strategien. Mit der zunehmenden Verbreitung von Ransomware und dem wachsenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz verschieben sich jedoch die Anforderungen: Der Fokus verlagert sich von reiner Wiederherstellung hin zu umfassender Datenresilienz.
Laut „Data Trust and Resilience Report 2026“ von Veeam Software äußern 90 Prozent der befragten Unternehmen Vertrauen in ihre Fähigkeit, sich nach einem Cybervorfall innerhalb definierter Zeitziele zu erholen.
Die tatsächlichen Ergebnisse weichen davon jedoch deutlich ab: Nur 28 Prozent der von Ransomware betroffenen Organisationen konnten ihre Daten vollständig wiederherstellen. Im Durchschnitt wurden lediglich 72 Prozent der Daten rekonstruiert.
Zudem berichten 44 Prozent der betroffenen Unternehmen, weniger als 75 Prozent ihrer Daten zurückgewonnen zu haben. Die Folgen reichen über den IT-Bereich hinaus: 42 Prozent verzeichneten Störungen bei Kunden oder Stakeholdern, 41 Prozent finanzielle Auswirkungen und 38 Prozent verlängerte Ausfallzeiten kritischer Systeme.
Die Studie basiert auf Angaben von mehr als 900 IT-, Sicherheits- und Risikoverantwortlichen weltweit und zeigt einen grundlegenden Wandel im Verständnis von Cyber-Resilienz.
Anand Eswaran, CEO bei Veeam, sagt:
„Das Vertrauen in die Wiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff ist hoch, aber die Daten erzählen eine andere Geschichte und KI vergrößert diese Kluft weiter. Selbst die fortschrittlichsten Unternehmen stellen fest, dass das Vertrauen in die Wiederherstellung und der Nachweis der Wiederherstellung grundlegend unterschiedliche Fähigkeiten sind. Datenresilienz bleibt die unabdingbare Voraussetzung: zu wissen, welche Daten man hat, wo sie sich befinden, wer darauf zugreifen kann, und nachzuweisen, dass sich vertrauenswürdige Daten schnell wiederherstellen lassen, wenn Angreifer oder Betriebsstörungen das Unternehmen unter Druck setzen. Die Infrastruktur für den Einsatz von KI hat die Möglichkeiten zu ihrer Sicherung schnell überholt. Unternehmen benötigen End-to-End-Fähigkeiten, um ihre Daten zu verstehen, zu sichern, zu schützen, zu verwalten und dafür zu sorgen, dass sie resilient sind und mit maschineller Geschwindigkeit agieren und reagieren können.“
Parallel zur Bedrohungslage durch Cyberangriffe verschärft die zunehmende Nutzung von KI die Anforderungen an Governance und Transparenz.
43 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Einführung von KI ihre Fähigkeit zur Datensicherung übersteigt. Gleichzeitig berichten 42 Prozent von eingeschränkter Transparenz über eingesetzte KI-Tools oder Modelle, während 40 Prozent ihre Sicherheitsrichtlinien noch nicht an KI-spezifische Risiken angepasst haben.
Auch regulatorische Anforderungen gewinnen an Gewicht: 33 Prozent der Befragten sehen regulatorische Veränderungen als eine der größten Bedrohungen, nahezu auf dem Niveau von Cyberangriffen (36 Prozent).
Die Studie identifiziert mehrere Faktoren, die mit besseren Wiederherstellungsergebnissen korrelieren. Dazu zählen transparente Datenstrukturen, durchgesetzte Sicherheitskontrollen, realitätsnahe Tests von Wiederherstellungsprozessen sowie klare Verantwortlichkeiten auf Führungsebene.
Zudem zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Budgetentwicklung und Resilienz: 49 Prozent der Unternehmen haben ihre Cybersicherheitsbudgets erhöht. Organisationen mit steigenden Budgets berichten häufiger von besseren Ergebnissen – etwa einer deutlich höheren Quote vollständiger Wiederherstellungen (40 Prozent gegenüber 16 Prozent).
Der Report verweist damit auf einen strukturellen Wandel: Datenresilienz wird zunehmend als messbare Fähigkeit verstanden, die über reine Wiederherstellungspläne hinausgeht und eng mit Governance, Transparenz und operativer Umsetzung verknüpft ist.