Die neue PwC-Studie „Digital Trust Insights 2026“ offenbart deutliche Unterschiede in den Cybersecurity-Strategien heimischer und internationaler Unternehmen. Während weltweit höhere Investitionen in IT-Sicherheit geplant sind, konzentriert sich Österreich vor allem auf Weiterqualifizierung und interne Prozessanpassungen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass fehlendes Fachwissen die Einführung moderner Sicherheitslösungen bremst und quantenresistente Maßnahmen vielerorts noch am Beginn stehen.
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Foto: Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich
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ie Vorweihnachtszeit führt traditionell zu einem deutlichen Anstieg digitaler Aktivitäten – und zu mehr Risiko, Opfer cyberkrimineller Angriffe zu werden. PwC hat für seine Studie „Digital Trust Insights 2026“ rund 4.000 Führungskräfte aus 72 Ländern, darunter Österreich, befragt. Die Ergebnisse zeichnen ein Bild zunehmender Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe, steigende Vernetzung und neue Angriffstechniken. Weltweit planen 60 % der Unternehmen, ihre Investitionen in Cybersicherheit zu erhöhen, dennoch kämpfen viele Organisationen mit fehlendem Know-how insbesondere im Bereich KI-spezifischer Abwehrmaßnahmen.
Global betrachtet wird fehlendes Fachwissen zum zentralen Problem: 41 % der Unternehmen weltweit berichten, dass mangelndes Know-how die Implementierung von KI-gestützten Cybersicherheitslösungen behindert. Gleichzeitig nennen weltweit 50 % fehlende Cyberkompetenzen als größte Herausforderung beim Einsatz von KI in der Abwehr.
Österreichische Unternehmen reagieren darauf mit einem klaren Fokus auf Mitarbeiterqualifizierung. 55 % investieren laut Studie gezielt in die Weiterbildung und Umschulung ihrer Mitarbeitenden – deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von 47 %.
Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, sagt dazu:
„Angesichts des Fachkräftemangels und der zunehmenden Komplexität von Cyberbedrohungen sind tiefgehendes Know-how und KI-gestützte Cybersicherheitslösungen notwendig. Dass heimische Unternehmen auf Qualifizierung setzen, ist eine bewusste strategische Entscheidung. Kompetenz ist der größte Schutz in der Cybersicherheit. Nur durch gezielte Schulungen lassen sich Wissenslücken schließen und ein wirksames Sicherheitsniveau aufbauen.“
Während global 60 % der Unternehmen aufgrund geopolitischer Entwicklungen ihre Cyberbudgets erhöhen wollen, sind es in Österreich lediglich 45 %. Der heimische Fokus liegt stärker auf Richtlinien, Prozessen und Kompetenzaufbau im eigenen Team.
Datenschutz und Regulierung zählen in Österreich wie international zu den größten Budgettreibern: 39 % der heimischen Unternehmen nennen Datenschutz und Regulatorik als wesentliche Gründe für Investitionen.
Im Bereich technologischer Modernisierung zeigt sich jedoch eine deutliche Lücke:
Global investieren 41 % in modernere Systeme.
In Österreich sind es nur 30 %.
Auch bei der laufenden Verbesserung des Sicherheitsniveaus liegt Österreich zurück. Während international 33 % der Unternehmen auf kontinuierliche Optimierung setzen, tun dies hierzulande nur 24 %.
Georg Beham, Partner sowie Cybersecurity und Privacy Lead bei PwC Österreich, kommentiert:
„Österreich fokussiert zu stark auf Compliance, während andere Märkte ihre Sicherheitsarchitekturen längst modernisieren. Dieses Zögern birgt Risiken. Wir brauchen mehr Mut und gezielte Investitionen in moderne Technologien und eine kontinuierliche Sicherheitsverbesserung, um langfristig widerstandsfähig zu bleiben.“
Auch im Bereich quantenresistenter Maßnahmen zeigt die Studie, dass Unternehmen global wie national erst am Anfang stehen.
In Österreich
befinden sich 48 % in der Forschungsphase,
18 % testen entsprechende Lösungen,
21 % befinden sich bereits in der Implementierungsphase.
Damit ist das Thema zwar präsent, aber die konkrete Umsetzung vielerorts noch nicht weit fortgeschritten.
Angesichts zunehmend raffinierter Angriffstechniken – von Deep-Fake-Phishing über fortgeschrittenes Social Engineering bis hin zu potenziellen Effekten des Quantencomputings – verfolgen österreichische Unternehmen laut Studie einen besonders breiten Schutzansatz.
45 % setzen gleichermaßen auf präventive und reaktive Maßnahmen und verstehen Cybersicherheit damit sowohl als langfristige Vorsorge als auch als Fähigkeit zur schnellen Reaktion.
Beham betont abschließend:
„Österreichische Unternehmen wissen, dass sich Bedrohungen ständig verändern. Angesichts der dynamischen Risikolandschaft braucht es ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Prävention und schneller Reaktion. Jetzt ist aktives Handeln statt Zurückhaltung gefragt.“