Ein neues Whitepaper des europäischen IT-Sicherheitsanbieters ESET zeigt, dass Cyberversicherungen nur greifen, wenn Unternehmen zuvor wirksame Schutzmaßnahmen umgesetzt haben. Versicherer und Regulierungen verstärken gemeinsam den Druck auf Organisationen – und fördern so eine nachhaltige Sicherheitskultur.
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Maik Wetzel, Strategic Business Development Director bei ESET Deutschland
Cyberangriffe gehören längst zum Geschäftsalltag vieler Unternehmen – auch in Österreich. Immer häufiger schließen Betriebe deshalb Cyberversicherungen ab, um sich vor den finanziellen Folgen von Datenverlusten oder Betriebsunterbrechungen zu schützen. Doch eine Police ersetzt keine IT-Sicherheitsstrategie. Darauf macht ESET in seinem aktuellen Whitepaper „Versichert heißt nicht abgesichert – Eine Cyberversicherung stoppt keine Cyberangriffe“ aufmerksam. Der Hersteller will damit verdeutlichen, dass Versicherungen nur dann greifen, wenn die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen stimmen.
Wie ESET betont, verlangen Versicherer zunehmend technische und organisatorische Nachweise, bevor sie überhaupt eine Cyberversicherung abschließen oder im Schadensfall leisten. Dazu zählen Multi-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Backups und Awareness-Schulungen für Mitarbeitende.
Parallel verschärfen europäische Vorgaben wie NIS2, DORA und der Cyber Resilience Act die Anforderungen an Unternehmen. Diese regulatorischen und versicherungstechnischen Vorgaben wirken laut dem Whitepaper doppelt: Einerseits erhöhen sie den Druck, andererseits tragen sie langfristig zur Stärkung der Cyberresilienz bei.
„Auch wenn Unternehmen eine Cyberversicherung abgeschlossen haben, sind sie nicht automatisch im Schadenfall geschützt“, erklärt Maik Wetzel, Strategic Business Development Director bei ESET Deutschland. „Sie hilft nur dann, wenn das Unternehmen auch nach Abschluss der Police sein IT-Sicherheitsniveau konstant hochhält: Andernfalls droht bei einem Sicherheitsvorfall der Verlust des Versicherungsschutzes.“
Darüber hinaus hebt Wetzel hervor: „Cyberversicherungen können als Katalysator für die IT-Sicherheit von Unternehmen fungieren: Indem Versicherer die IT-Infrastruktur potenzieller Versicherungsnehmer überprüfen, machen sie Lücken schon im Vorhinein sichtbar. Unternehmen haben somit Gelegenheit, ihre IT-Sicherheit auf ein angemessenes Niveau zu heben.“
ESET stellt im Whitepaper klar: IT-Sicherheit ist die Voraussetzung für jede Versicherbarkeit. Nur wer nachweisen kann, dass grundlegende Schutzmaßnahmen etabliert und regelmäßig überprüft werden, darf auf Deckung im Schadensfall hoffen.
Als europäischer Anbieter mit über 30 Jahren Erfahrung verweist ESET auf die eigene Praxis, Unternehmen über Endpoint Protection, Managed Detection and Response (MDR) und Threat Intelligence zu unterstützen. Ziel sei es, Sicherheitslücken zu schließen und so eine echte Resilienz gegenüber Cyberangriffen aufzubauen.
Laut einer aktuellen ESET-Studie bevorzugen drei Viertel der deutschen Unternehmen IT-Sicherheitslösungen „Made in EU“. Diese erfüllen häufig bereits viele Anforderungen, die auch Versicherer bei der Risikoprüfung zugrunde legen – etwa in den Bereichen Datenschutz und Compliance. Das Ergebnis: ein geringeres Risiko und mehr Vertrauen zwischen Versicherern und Kunden.
Zum Abschluss enthält das Whitepaper eine Checkliste, mit der Unternehmen ihre eigene Versicherungswürdigkeit und ihr IT-Sicherheitsniveau einschätzen können. Sie umfasst Mindestanforderungen der Versicherer, regulatorische Vorgaben, branchenspezifische Standards sowie Empfehlungen zur Dokumentation.
Das vollständige Whitepaper „Versichert heißt nicht abgesichert – Eine Cyberversicherung stoppt keine Cyberangriffe“ ist auf der ESET-Website abrufbar.