Zwei Drittel der deutschen Verbraucher interessieren sich für den Erwerb eines Produkts für digitalen Schutz. Gleichzeitig zeigt eine von SquareTrade beauftragte Studie das Ausmaß von Online-Betrug: 65 Prozent der Deutschen, die Ziel eines Betrugsversuchs wurden, fielen diesem auch tatsächlich zum Opfer. Der durchschnittliche finanzielle Verlust betrug 657 Euro pro Vorfall.
Foto: Square Trade
Alex Wood, Anti-Betrugs-Berater und Kampagnenpartner von SquareTrade
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Anna Masten, Senior Director of Strategic Partnerships bei SquareTrade
Online-Betrug verursacht in Deutschland nicht nur finanzielle Schäden. Betroffene kämpfen auch mit einer vergleichsweise niedrigen Klärungsquote und emotionalen Folgen. Das zeigt eine europaweite Studie mit 15.000 Teilnehmer, darunter 3.000 Erwachsene aus Deutschland. Durchgeführt wurde die Untersuchung im Auftrag von SquareTrade Europe, einem Unternehmen der Allstate-Gruppe.
Von den deutschen Befragten, die Ziel eines Betrugsversuchs geworden waren, wurden 65 Prozent tatsächlich Opfer. Das war die höchste Quote unter den untersuchten Ländern. Der dabei entstandene finanzielle Schaden belief sich auf durchschnittlich 657 Euro je Vorfall.
Auch nach einer Meldung des Betrugs blieben die Ergebnisse für viele Betroffene unbefriedigend. Nur 27 Prozent der Deutschen, die einen Betrugsfall bei den Behörden gemeldet hatten, konnten diesen vollständig klären. Dies war die niedrigste Klärungsquote der untersuchten europäischen Märkte. 32 Prozent erhielten kein Geld zurück, bei weiteren 28 Prozent wurde die Beschwerde zur Kenntnis genommen, ohne dass weitere Maßnahmen folgten.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Smartphone. 45 Prozent der Deutschen, deren Online-Konten gehackt wurden, gaben an, dass der Vorfall damit begonnen hatte, dass ihr Smartphone in fremde Hände geraten war.
Zugleich verändert KI die Wahrnehmung der Bedrohung. 41 Prozent der deutschen Befragten sind der Ansicht, dass künstliche Intelligenz Betrugsversuche schwerer erkennbar macht. 26 Prozent trauen sich kaum zu, einen echten Videoanruf von einem Deepfake zu unterscheiden. Zwölf Prozent haben bereits KI-generierte Anrufe erhalten, bei denen eine ihnen bekannte Person imitiert wurde. Jeder Zehnte gab an, dass das eigene Gesicht, die eigene Stimme oder Identität ohne Zustimmung mithilfe von KI eingesetzt wurde, um andere zu betrügen.
Betrugsversuche erreichen deutsche Verbraucher vor allem über Plattformen, die im digitalen Alltag genutzt werden. 35 Prozent der Betrugsversuche entfielen auf soziale Medien und Messaging-Dienste. Der Anteil war damit mehr als doppelt so hoch wie bei E-Mails, über die 15 Prozent der Versuche erfolgten. Weitere zwölf Prozent entfielen auf Marktplätze wie Depop, Vinted und eBay.
Bei 22 Prozent der deutschen Betrugsopfer bestand der Schaden darin, dass sie für Waren oder Dienstleistungen bezahlten, die anschließend nicht geliefert wurden. 20 Prozent wurden dazu gebracht, Geld direkt an Betrüger zu überweisen. Weitere 18 Prozent gaben persönliche Informationen preis, die später für weitere Betrugsversuche verwendet wurden.
Besonders auffällig sind die Ergebnisse zum sogenannten „Money Muling“. 46 Prozent der befragten Deutschen zwischen 18 und 24 Jahren wurden bereits aufgefordert, ihr Bankkonto gegen Bezahlung oder einen Anteil an der übertragenen Summe für Geldtransaktionen zur Verfügung zu stellen. 8,5 Prozent gaben an, einer solchen Aufforderung tatsächlich zugestimmt zu haben – der höchste Wert der untersuchten europäischen Märkte. Weitere 16 Prozent hatten dies ernsthaft in Erwägung gezogen.
„Die Maschen, die deutsche Verbraucher am meisten kosten, funktionieren, weil sie echt wirken“,
sagt Alex Wood, Anti-Betrugs-Berater und Kampagnenpartner von SquareTrade. Kriminelle hätten gelernt, alltägliches digitales Verhalten für ihre Zwecke einzusetzen. Wood arbeitet im Rahmen einer Partnerschaft mit SquareTrade an der Aufklärung über digitale Betrugsrisiken.
Die Untersuchung erfasst auch die emotionalen Auswirkungen von Online-Betrug. 34 Prozent der deutschen Opfer gaben sich selbst die Schuld für den Vorfall. Damit lag der Anteil nur knapp unter jenen 39 Prozent, die die Verantwortung bei der Person sahen, die sie betrogen hatte.
26 Prozent der Opfer fühlten sich nach dem Betrug dumm oder naiv, 21 Prozent schämten sich. Für 28 Prozent erhöhte zudem der Zeitaufwand für die Bearbeitung beziehungsweise Lösung des Problems die Belastung durch den Vorfall.
Gleichzeitig besteht Interesse an zusätzlichen Schutzangeboten. 66 Prozent der deutschen Verbraucher interessieren sich für den Erwerb eines Produkts für digitalen Schutz.
„Diese Daten zeigen, dass Deutschland dringend handeln muss. Verbraucher verlieren hierzulande pro Betrugsfall mehr Geld als irgendwo sonst in Europa“,
sagt Anna Masten, Senior Director of Strategic Partnerships bei SquareTrade. Zwei Drittel der Befragten wünschten sich einen Service zum Schutz vor digitalen Bedrohungen. SquareTrade kündigt in diesem Zusammenhang an, künftig auch auf dem deutschen Markt einen Schutz anzubieten, der klassischen Geräteschutz mit digitalem Schutz verbindet.