Mit der Veröffentlichung des KI-Modells Trend Cybertron als Open Source will Trend Micro die Entwicklung autonomer Cybersicherheitsagenten weltweit beschleunigen. In Zusammenarbeit mit NVIDIA bietet das Unternehmen eine Lösung an, die über klassische Bedrohungserkennung hinausgeht und auf proaktive Risikominimierung setzt. Unternehmen sollen damit Sicherheitsaufgaben automatisieren und Cyberbedrohungen gezielter abwehren können – noch bevor sie eintreten.
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Richard Werner, Security Advisor bei Trend Micro
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Pat Lee, Vizepräsident für strategische Unternehmenspartnerschaften bei NVIDIA
Das jetzt offen verfügbare KI-Modell Trend Cybertron wurde speziell für die Anwendung im Bereich Cybersicherheit entwickelt und basiert auf dem Large Language Model Llama 3.1. Es kombiniert eine skalierbare Infrastruktur mit proaktiver Intelligenz: Die Integration mit NVIDIA NIM-Inferenz-Microservices innerhalb der NVIDIA-Umgebung ermöglicht eine schnelle und zuverlässige Bereitstellung. Ziel ist es, Bedrohungen nicht nur zu identifizieren, sondern potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und passende Reaktionen automatisch einzuleiten.
Trend Cybertron ist laut Trend Micro eines der ersten spezialisierten Cybersecurity-LLMs weltweit und soll Unternehmen helfen, die Vielzahl an Warnmeldungen effizienter zu verarbeiten und Risiken über die gesamte Angriffsfläche hinweg zu bewerten. Durch ein Framework für agentenbasierte KI werden Aufgaben wie Ressourcenscans, Risikopriorisierung und Maßnahmenplanung automatisiert und vorausschauend ausgeführt.
Für die Entwicklung des Modells setzte Trend Micro auf die KI-Software von NVIDIA sowie auf deren DGX-Supercomputing-Infrastruktur zur Optimierung der Vorhersagefähigkeiten. Unterstützt von NVIDIA AI-Microservices wurde Trend Cybertron speziell auf die Bedürfnisse moderner IT-Sicherheitsarchitekturen abgestimmt.
Im Zentrum steht dabei der Einsatz von Bedrohungsdaten aus über 250 Millionen Sensoren weltweit. Diese werden in Echtzeit aus der Trend Micro-Cloud abgerufen, um eine ganzheitliche Risikobewertung durchzuführen und individuelle Handlungsempfehlungen zu generieren. Unternehmen erhalten so maßgeschneiderte Best Practices zur Absicherung ihrer KI-gestützten Systeme.
Aktuell umfasst das Modell acht Milliarden Parameter und beinhaltet bereits einen ersten spezialisierten KI-Agenten. Eine deutlich größere Version mit 70 Milliarden Parametern befindet sich in Planung, um auch künftige Anforderungen an Cybersicherheitslösungen abzudecken.
Durch die Bereitstellung als Open Source will Trend Micro nicht nur Forschung und Entwicklung vorantreiben, sondern auch die betriebliche Anwendung vereinfachen. Unternehmen können vordefinierte Blueprints nutzen, um den KI-Agenten in ihre Infrastruktur zu integrieren. Die Lösung hilft dabei, Sicherheitsteams zu entlasten, indem sie Warnmeldungen besser priorisiert und unnötige Alarme reduziert.
„Das Geheimnis von Trend Cybertron sind die Daten, aus denen es kontinuierlich lernt und die für eine optimierte Erkennung und Abwehr von Bedrohungen abgestimmt werden“, erklärt Richard Werner, Security Advisor bei Trend Micro. „Durch den Einsatz zuverlässiger Bedrohungsdaten und der KI-Expertise von NVIDIA haben wir proaktive Sicherheit zur Realität gemacht und können Bedrohungen wie nie zuvor vorhersagen und verhindern. Diese Innovation ist nicht nur ein Gewinn für unsere Kunden – sie macht die gesamte digitale, vernetzte Welt sicherer.“
Pat Lee, Vizepräsident für strategische Unternehmenspartnerschaften bei NVIDIA, ergänzt: „Mit der Fähigkeit, zu verstehen, zu denken und zu handeln, geben KI-Agenten Unternehmen ein leistungsstarkes neues Cybersicherheitstool an die Hand.“
Mit dem Schritt zur Open-Source-Verfügbarkeit positioniert sich Trend Micro als Vorreiter für agentenbasierte Cybersicherheit – und setzt auf einen Ansatz, der traditionelle reaktive Sicherheitsmodelle grundlegend hinterfragt.