Ransomware-Angriffe werden schneller und gezielter. Laut dem aktuellen „Barracuda Managed XDR Global Threat Report“ konnten 90 Prozent der im Jahr 2025 beobachteten Ransomware-Vorfälle Firewalls über Schwachstellen oder verwundbare Konten umgehen. Gleichzeitig schrumpfen die Reaktionszeiten für Verteidiger dramatisch.
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Klaus Gheri, VP & GM Network Security bei Barracuda
Cyberkriminelle setzen bei Ransomware-Angriffen zunehmend auf bekannte Schwachstellen, kompromittierte Konten und unzureichend geschützte Systeme. Das geht aus dem aktuellen „Barracuda Managed XDR Global Threat Report“ hervor, der auf Daten aus mehr als zwei Billionen im Jahr 2025 beobachteten IT-Ereignissen basiert. Darüber hinaus flossen rund 600.000 Sicherheitswarnungen sowie Daten von mehr als 300.000 geschützten Endpunkten, Firewalls, Servern und Cloud-Ressourcen in die Analyse ein.
Besonders auffällig: 90 Prozent der beobachteten Ransomware-Angriffe konnten Firewalls umgehen. Die Angreifer nutzten dafür entweder bekannte CVE-Sicherheitslücken oder verwundbare Benutzerkonten, um Zugriff auf Netzwerke zu erhalten und Sicherheitsmechanismen zu umgehen.
Der Report zeigt zudem, dass Unternehmen immer weniger Zeit bleibt, auf Angriffe zu reagieren. Der schnellste von Barracuda beobachtete Ransomware-Vorfall wurde mit der Ransomware „Akira“ durchgeführt und dauerte lediglich drei Stunden von der ersten Kompromittierung bis zur Verschlüsselung der Daten.
Darüber hinaus ergab die Analyse, dass elf Prozent der beobachteten Schwachstellen über einen bekannten Exploit verfügten. Angreifer nutzten diese Sicherheitslücken aktiv aus, häufig über Komponenten der Lieferkette. Die Ergebnisse unterstreichen laut Barracuda die Bedeutung eines konsequenten Patch-Managements.
Eine weitere Auffälligkeit: Die am häufigsten beobachtete Sicherheitslücke stammt bereits aus dem Jahr 2013. Bei CVE-2013-2566 handelt es sich um eine Schwachstelle in einem veralteten Verschlüsselungsalgorithmus, der nach wie vor in älteren Servern, Anwendungen und eingebetteten Geräten anzutreffen ist.
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Report dem Verhalten von Angreifern innerhalb kompromittierter Netzwerke. So endeten 96 Prozent der beobachteten Vorfälle, bei denen sich Angreifer lateral im Netzwerk bewegten, letztlich in einem Ransomware-Angriff. Die Seitwärtsbewegung gilt damit als eines der deutlichsten Warnzeichen für eine bevorstehende Verschlüsselungsattacke.
Gleichzeitig gewinnt die Lieferkette als Angriffsvektor weiter an Bedeutung. 66 Prozent der beobachteten Vorfälle betrafen Drittanbieter oder Komponenten der Lieferkette. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 45 Prozent. Cyberkriminelle nutzen dabei Schwachstellen in Software von Drittanbietern, um bestehende Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und ihre Reichweite innerhalb von Organisationen zu vergrößern.
„Unternehmen und ihre Sicherheitsteams – insbesondere ‚Teams‘, die nur aus einem einzelnen IT-Experten bestehen – stehen vor einer signifikanten Herausforderung: Sie müssen mit begrenzten Ressourcen und fragmentierten Sicherheitstools digitale Identitäten, Assets und Daten vor einer sich kontinuierlich weiterentwickelnden Bedrohungslandschaft und Angriffen schützen, die innerhalb weniger Stunden durchgeführt werden können“, sagt Klaus Gheri, VP & GM Network Security bei Barracuda. „Was Ziele verwundbar macht, ist oftmals leicht zu übersehen: Ein einzelnes, nicht autorisiertes Gerät, eine nicht aktualisierte, inaktive Anwendung, eine falsch konfigurierte Sicherheitsfunktion oder ein Konto, das nach dem Ausscheiden eines Mitarbeiters nicht deaktiviert wurde."
"Angreifer müssen nur eine einzige Schwachstelle finden, damit ihr Angriff erfolgreich ist.“
Laut Barracuda können integrierte, KI-gestützte und autonom arbeitende Sicherheitslösungen mit Expertenunterstützung dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber modernen Cyberangriffen zu erhöhen.
Den vollständigen Report können Sie auf der Website von Barrcuda hier lesen.