Salesforce erweitert seine Headless-360-Architektur und öffnet bestehende Funktionen, Workflows und Daten für autorisierte KI-Agenten. Über den offenen MCP-Standard sollen sich Geschäftslogik, Berechtigungen und Governance zentral bereitstellen und in unterschiedlichen KI-Anwendungen wiederverwenden lassen.
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KI-Agenten entwickeln sich zunehmend zu einer Schnittstelle für den Zugriff auf Unternehmenssoftware. In der Praxis steht einem breiteren Einsatz laut Salesforce jedoch häufig entgegen, dass Integrationen individuell umgesetzt, Geschäftslogiken mehrfach abgebildet und Governance-Regeln nicht einheitlich angewendet werden. Mit Headless 360 will Salesforce diese Funktionen deshalb von einzelnen Anwendungen entkoppeln. Vorhandene Identitäten, Berechtigungen, Metadaten, Workflows und Geschäftslogiken sollen erhalten bleiben und autorisierten Agenten zentral zur Verfügung stehen.
Eine zentrale Komponente ist der neue Headless 360 MCP Server. Er basiert auf dem offenen Model Context Protocol (MCP) und soll es KI-Agenten ermöglichen, Salesforce-Funktionen in Echtzeit zu erkennen, einzuordnen und auszuführen. Als mögliche Plattformen nennt Salesforce neben dem eigenen Agentforce auch Claude, ChatGPT und Cursor.
Entwickler müssen dafür nach Angaben des Unternehmens nicht jede API, Regel und jeden Workflow separat für eine KI-Anwendung hinterlegen. Der MCP Server berücksichtigt bestehende Metadaten, Berechtigungen, Prozesse und Governance-Vorgaben. Damit sollen Agenten innerhalb des bereits definierten Unternehmenskontexts arbeiten können. Identitäten, Sicherheitsregeln und Geschäftslogik müssen folglich nicht für jede Anwendung neu eingerichtet werden.
Salesforce knüpft damit an einen Ansatz an, den das Unternehmen bereits vor mehr als 27 Jahren mit seiner Enterprise Web API verfolgt hat: Daten und Geschäftsfunktionen sollten über die Grenzen einzelner Anwendungen hinaus verfügbar werden. Headless 360 überträgt dieses Prinzip nun auf KI-Agenten.
Zum Angebot gehören außerdem mehr als 100 wiederverwendbare Agent Skills und Plugins. Sie sollen vorhandene Geschäftslogiken als wiederverwendbare Funktionen bereitstellen. Der Headless Experience Layer wiederum ist für die Entwicklung von Web-, Mobile-, Embedded- und konversationellen Anwendungen vorgesehen. Mit Salesforce Multi-Framework sollen sich moderne React-Anwendungen unter Nutzung der Salesforce-Authentifizierung sowie der vorhandenen Sicherheits- und Governance-Funktionen entwickeln lassen.
Für den Datenzugriff führt Salesforce zusätzlich den Data 360 MCP Server ein. Er stellt nahezu 200 Data-360-APIs über offene Standards bereit. Autorisierte KI-Agenten können damit laut Salesforce unter anderem Daten per natürlicher Sprache analysieren und transformieren, semantische Modelle und Zielgruppen erstellen, Kampagnen aktivieren oder neue Datenströme einrichten.
Vorgefertigte Agent Skills für typische Data-360-Abläufe sollen noch im August 2026 allgemein verfügbar werden. Als Anwendungsbeispiel nennt Salesforce Agentforce Coworker. Die auf Data 360 basierende Lösung soll Kundenkontext in Arbeitsabläufe einbinden und Mitarbeiter ermöglichen, Aufgaben über Salesforce, Slack, Gmail und weitere Anwendungen hinweg innerhalb einer Konversation zu steuern.
Die Headless-360-Funktionen beschränken sich dabei nicht auf Data 360. Salesforce kündigt entsprechende Erweiterungen auch für Marketing, Vertrieb, Kundenservice, Commerce, MuleSoft, Informatica, Tableau sowie weitere Teile der Salesforce-Plattform an.
Eine weitere Komponente ist der MCP Client von Slackbot. Er verbindet Slack mit Salesforce, den zugehörigen MCP-Servern und mehr als 20 Partneranwendungen. Salesforce nennt unter anderem Atlassian, Box, Canva, Docusign, Notion und Zoom.
Mitarbeiter sollen dadurch direkt aus Slack heraus beispielsweise Opportunities aktualisieren, Verträge abrufen, Workflows starten und Aufgaben über mehrere Anwendungen koordinieren können. Dabei sollen jeweils die hinterlegten Berechtigungen, Identitäten und Governance-Vorgaben gelten.
Mehrere der angekündigten Komponenten sind bereits allgemein verfügbar. Dazu zählen der Data 360 MCP Server samt erweiterter API-Abdeckung, Salesforce Multi-Framework, das Repository mit mehr als 100 Agent Skills sowie Slackbot MCP Server und Client. Der Headless 360 MCP Server und der Headless Experience Layer stehen zunächst als offene Beta bereit. Die Agent Skills für Data 360 sollen noch im August 2026 allgemein verfügbar werden.