Salesforce und Anthropic bauen ihre Partnerschaft aus und kündigen mit Claudeforce eine engere Verzahnung ihrer Plattformen an. Zum Start erhält Claude über ein Plug-in 37 vorgefertigte Salesforce-Funktionen für den Vertrieb. Gleichzeitig wird Claude tiefer in Salesforce und Slack integriert und zum Standardmodell für mehrere Anwendungen.

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Salesforce und Anthropic rücken ihre Plattformen enger zusammen. Unter dem Namen Claudeforce wollen die Unternehmen die Reasoning-Fähigkeiten von Claude mit Daten, Workflows, Geschäftslogiken und Governance-Funktionen der Salesforce-Plattform verbinden. Ein erster konkreter Baustein ist „Salesforce in Claude“: Vertriebsmitarbeiter und KI-Agenten sollen damit direkt aus Claude heraus auf aktuelle Umsatz- und Vertriebsdaten zugreifen, Schlussfolgerungen daraus ziehen und Aktionen in Salesforce ausführen können. Umgekehrt ist Claude bereits als Reasoning-Modell innerhalb von Salesforce verfügbar.
Für „Salesforce in Claude“ haben die beiden Unternehmen 37 vorgefertigte Vertriebsfunktionen entwickelt. Dabei soll es sich laut Salesforce nicht lediglich um CRM-Prompts handeln, die über eine API mit Claude verbunden werden. Vielmehr sollen die Funktionen gezielt das Leistungsspektrum des KI-Modells für Vertriebsaufgaben erweitern.
Beim Onboarding werden dafür Informationen über den geschäftlichen Kontext eines Vertriebsmitarbeiters aus Salesforce, Slack und den in Claude verfügbaren Konnektoren einbezogen. Auf dieser Grundlage erstellt Claude ein individuelles Dashboard, das unter anderem relevante Kundenkonten, die Pipeline und aktuelle Daten in interaktiven Ansichten darstellt.
Aktionen werden anschließend über Salesforce ausgeführt. Damit sollen die dort hinterlegten Geschäftsregeln auch dann berücksichtigt werden, wenn ein Mitarbeiter aus Claude heraus arbeitet. Administratoren müssen die Verbindung laut den Unternehmen einmalig einrichten; Authentifizierung und Berechtigungen werden zentral verwaltet. Eine separate Einrichtung für jeden einzelnen Nutzer soll nicht notwendig sein.
Technische Grundlage dafür ist AIforce. Über die Salesforce-Plattform werden Geschäftsdaten und Workflows mittels MCP-Servern, APIs und CLI-Tools für KI-Agenten zugänglich gemacht. Agenten können dadurch unmittelbar auf Daten, Workflows und Regeln zugreifen, anstatt Aufgaben über die klassische Software-Benutzeroberfläche auszuführen.
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Marc Benioff, Vorstandsvorsitzender und CEO von Salesforce
Marc Benioff, Vorstandsvorsitzender und CEO von Salesforce, sieht darin einen grundlegenderen Wandel bei der Bedienung von Unternehmenssoftware:
„Jetzt wird KI zur Benutzeroberfläche: Sie ermöglicht es, dynamisch individuelle Anwendungen zu erstellen und jede Unternehmensfrage zu beantworten.“
Wahrscheinlichkeitsbasierte Intelligenz allein reiche nicht aus, um ein Unternehmen zu führen, während deterministische Systeme keine Schlussfolgerungen ziehen könnten. Claudeforce solle diese beiden Seiten miteinander verbinden.
Die Integration funktioniert auch in die andere Richtung. Claude ist in Agentforce als Reasoning-Modell für die Atlas Reasoning Engine verfügbar sowie standardmäßig für Agentforce Vibes und Agentforce Coworker und im Agent Builder.
Über Amazon Bedrock steht Claude zudem innerhalb der Salesforce Trust Boundary zur Verfügung. Nach Angaben der Unternehmen soll dies auch Kunden aus regulierten Branchen ermöglichen, domänenspezifische KI-Anwendungen bereitzustellen und dabei Daten und KI-Workloads innerhalb dieser Umgebung zu schützen. Claude ist laut Salesforce der erste Anbieter eines Large Language Models, der vollständig in die Salesforce Trust Boundary integriert wurde.
Auch in Slack erhält Anthropics Modell eine zentrale Rolle. Claude wird dort zum Standardmodell und unterstützt Slackbot standardmäßig. Über Claude Tag soll es die Entscheidungsfindung in Arbeitsgruppen unterstützen. Darüber hinaus ist Anthropic mit Claude Gründungspartner von Slack Code, das die Zusammenarbeit von Menschen und KI-Agenten bei der Softwareentwicklung in gemeinsamen Code-Kanälen ermöglicht.
Die Unternehmen planen weitere Integrationen zwischen Claude, Salesforce und Slack. Ziel ist es unter anderem, komplexe Entscheidungen gemeinsam mit Claude in Slack zu bearbeiten und daraus kontrollierte Aktionen in Salesforce auszuführen, ohne dafür zwischen den Arbeitsumgebungen wechseln zu müssen.
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Dario Amodei, CEO und Mitgründer von Anthropic
Dario Amodei, CEO und Mitgründer von Anthropic, erklärt:
„Salesforce in Claude bringt genau diese innovative KI in jene Systeme ein, in denen ein Großteil der weltweiten Geschäftstätigkeit stattfindet.“
Unternehmen könnten Claude damit auf Kundeninformationen und Geschäftskontext ausrichten, die über Jahre in Salesforce aufgebaut wurden, und diese Informationen für ihre weitere Arbeit nutzen.
Die erweiterte Partnerschaft beschränkt sich nicht auf technische Integrationen. Beide Unternehmen setzen zugleich Produkte des jeweils anderen ein. Salesforce ist das bevorzugte CRM von Anthropic, während Slack als bevorzugte kollaborative Arbeitsplattform des KI-Unternehmens eingesetzt wird. Salesforce Shield, Salesforce Backup und Salesforce Sandboxes kommen ebenfalls bei Anthropic zum Einsatz.
Salesforce wiederum baut die interne Nutzung von Claude aus. Das Modell wird für Slackbot sowohl für Salesforce-Kunden als auch für die eigenen Mitarbeiter eingesetzt. Laut Salesforce ermöglicht Slackbot hochgerechnet Produktivitätsgewinne von 8,1 Millionen Stunden pro Jahr; dieser Wert habe sich von einem Quartal zum nächsten verdoppelt.
Claude ist darüber hinaus das Standardmodell für Slack AI, Salesforce in Claude, Headless 360, Agentforce Coworker und Claude Code innerhalb der Salesforce-Entwicklungsorganisation. Künftig will Salesforce Claude Code und Claude Enterprise allen Entwicklern und Wissensarbeitern im eigenen Unternehmen zur Verfügung stellen und Claude damit zum bevorzugten KI-Assistenten und Produktivitätswerkzeug machen.
„Salesforce in Claude“ ist ab sofort für ausgewählte Pilotkunden verfügbar. Die offene Beta soll im September 2026 beginnen. Weitere vorgefertigte Funktionen wollen Salesforce und Anthropic gegen Ende des Jahres schrittweise bereitstellen.
Claudeforce ist damit weniger ein einzelnes neues Produkt als eine Bündelung mehrerer Integrationen zwischen den Plattformen der beiden Unternehmen: Salesforce-Daten und -Aktionen werden in Claude verfügbar, während Claude zugleich tiefer in Salesforce und Slack verankert wird.