Check Point Research hat eine schwerwiegende Schwachstelle in Cursor entdeckt, einem KI-unterstützten Coding-Tool, das in vielen Entwicklerumgebungen genutzt wird. Angreifer können über das Modell Context Protocol (MCP) schädlichen Code in Projekte einschleusen und so langfristig auf Systeme zugreifen.
Foto: Check Point
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Oded Vanunu, Chief Technologist & Head of Product Vulnerability Research bei Check Point Software Technologies
Die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz in Entwicklungswerkzeuge eröffnet neue Möglichkeiten, bringt jedoch auch neue Sicherheitsrisiken mit sich. Dies wurde erneut durch die Entdeckung einer kritischen Schwachstelle in Cursor, einer weit verbreiteten IDE (Integrierte Entwicklungsumgebung) für KI-unterstütztes Coding, durch Check Point Research deutlich. Diese Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, dauerhaft Remote-Code auszuführen und so die Sicherheit ganzer Entwicklerumgebungen zu gefährden.
Entdeckung der Schwachstelle
Die Sicherheitslücke, die von Check Point als „MCPoison“ bezeichnet wurde (CVE-2025-54136), betrifft das Model Context Protocol (MCP) von Cursor. Durch diese Schwachstelle können Angreifer nach der einmaligen Genehmigung einer MCP-Konfiguration schädlichen Code in einem Projekt einfügen, ohne dass dies erneut geprüft oder bestätigt wird. Das bedeutet, dass ein Entwickler, der ein Projekt öffnet, unbemerkt von einem bösartigen Skript oder einer Hintertür betroffen sein kann, ohne dass eine neue Eingabeaufforderung erfolgt. Dies kann zu einer dauerhaften, unbemerkten Code-Ausführung führen, die für Angreifer einen fortwährenden Zugriff auf das System ermöglicht.
Die Schwachstelle tritt auf, wenn ein Benutzer eine MCP-Konfiguration in Cursor genehmigt. Diese Konfiguration wird dauerhaft in das System integriert, sodass ein Angreifer, der über ein gemeinsames Repository auf das Projekt zugreift, die Konfiguration mit einer bösartigen Nutzlast ersetzen kann. Jedes Mal, wenn das Projekt später geöffnet wird, wird der schadhafte Code ohne weitere Warnung oder Zustimmung ausgeführt. Dies stellt insbesondere in kollaborativen Entwicklungsumgebungen ein ernsthaftes Risiko dar, da alle Benutzer mit Zugriff auf das Repository gefährdet sein können.
Die Entdeckung dieser Schwachstelle zeigt, wie gefährlich die Kombination aus automatisierter Code-Ausführung und unzureichender Validierung in modernen Entwickler-Tools sein kann. Angreifer können durch das gezielte Einschleusen von bösartigem Code über das MCP-System langfristig Zugang zu sensiblen Entwicklerressourcen erhalten. In der Praxis könnte dies nicht nur den Zugriff auf Anmeldedaten und Cloud-Keys umfassen, sondern auch die unbemerkte Ausspähung von Quellcode und geistigem Eigentum ermöglichen. In einem Unternehmensumfeld, in dem Projekte oft über Repositories geteilt werden, können diese Angriffe potenziell ganze Teams oder Organisationen betreffen.
Nachdem Check Point Research die Schwachstelle entdeckt hatte, informierte das Unternehmen das Cursor-Entwicklerteam am 16. Juli 2025 über das Problem. Am 30. Juli 2025 wurde ein Fix veröffentlicht, der die Sicherheitslücke behebt. Oded Vanunu, Chief Technologist & Head of Product Vulnerability Research bei Check Point Software Technologies, betonte die Wichtigkeit, auch Automatisierung und KI-gesteuerte Workflows mit Vorsicht zu behandeln: „KI-gestützte Entwickler-Tools verändern die Software-Entwicklung, schaffen aber auch neue Angriffsflächen, die das Vertrauen der Entwickler ausnutzen wollen“, sagte Vanunu. Um solche Schwachstellen zu vermeiden, empfiehlt Check Point, MCP-Konfigurationsdateien wie Quellcode zu behandeln und sorgfältig zu prüfen. Entwickler sollten niemals blind auf Automatisierungen vertrauen und in kollaborativen Umgebungen Schreibrechte einschränken, um Missbrauch zu verhindern.
Die Entdeckung von „MCPoison“ unterstreicht, wie wichtig es ist, die Sicherheit in der zunehmend KI-unterstützten Software-Entwicklung kontinuierlich zu gewährleisten. Unternehmen, die auf Tools wie Cursor setzen, sollten regelmäßig auf Sicherheitslücken überprüfen und sicherstellen, dass alle Mitglieder eines Entwicklungsteams die Sicherheitsaspekte ihrer Tools verstehen.