Nicht Sicherheitsverletzungen selbst, sondern daraus resultierende Betriebsstörungen entwickeln sich laut einer aktuellen Studie zum zentralen Risiko für Unternehmen. Der Resilience Risk Index 2026 zeigt steigende Verwundbarkeiten trotz wachsender Sicherheitsinvestitionen. Gleichzeitig nehmen Verzögerungen bei Patches, unzureichender Schutz von Endgeräten und KI-gestützte Angriffe weiter zu.
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Christy Wyatt, Präsidentin und CEO von Absolute Security
Der aktuelle „Resilience Risk Index 2026“ von Absolute Security zeigt eine Verschiebung in der Bewertung von Cyberrisiken: Im Fokus stehen zunehmend die wirtschaftlichen Folgen von Ausfällen. Grundlage der Analyse sind Telemetriedaten von Millionen Endgeräten weltweit.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die wachsende Bedeutung von Betriebsunterbrechungen. Demnach stellen nicht mehr Sicherheitsverletzungen selbst die schwerwiegendste Konsequenz von Cybervorfällen dar, sondern die daraus entstehenden Ausfallzeiten.
Die schwerwiegendsten Folgen eines Cybervorfalls sind nicht mehr die Sicherheitsverletzungen selbst, sondern die daraus resultierenden Betriebsstörungen. Unternehmen erleiden einen jährlichen Umsatzverlust von durchschnittlich 49 Millionen US-Dollar, was die Global-2000-Unternehmen mehr als 400 Milliarden US-Dollar kostet. Betriebsausfälle sind zu einer der größten und am wenigsten kontrollierbaren Ursachen für finanzielle Risiken geworden.
Die Studie beziffert die globalen Kosten durch Ausfallzeiten auf rund 400 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Gleichzeitig empfiehlt sich, dass Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien zunehmend hinterfragen und stärker auf Widerstandsfähigkeit ausrichten.
Trotz umfangreicher Investitionen in Sicherheitslösungen bestehen weiterhin erhebliche Lücken. Unternehmen setzen im Schnitt 83 Security-Tools ein, dennoch sind rund 21 Prozent der Endgeräte nicht ausreichend geschützt.
Dies führt dazu, dass PCs weltweit bis zu 76 Tage pro Jahr anfällig für Cyberangriffe bleiben. Besonders kritisch ist dabei die Verzögerung bei sicherheitsrelevanten Updates: Betriebssystem-Patches für Windows 10 und 11 werden im Durchschnitt erst nach 127 Tagen eingespielt – mehr als doppelt so spät wie im Vorjahr.
Hinzu kommt, dass weiterhin rund 10 Prozent der Systeme unter Windows 10 betrieben werden, obwohl der Support im Oktober 2025 ausgelaufen ist. Diese Systeme gelten als besonders anfällig für neue Bedrohungen.
Auch der zunehmende Einsatz von KI-Technologien bringt neue Risiken mit sich. So greifen Endgeräte verstärkt auf GenAI-Dienste zu, während gleichzeitig Sicherheitsmechanismen nicht durchgängig greifen. Parallel dazu steigt die Leistungsfähigkeit der Hardware: 96 Prozent der untersuchten Geräte verfügen mittlerweile über ausreichend Arbeitsspeicher für KI-Anwendungen.
Vor diesem Hintergrund rückt die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung und schnellen Wiederherstellung von Systemen in den Mittelpunkt. Die Studie betont, dass Unternehmen ihren Fokus stärker auf die Verfügbarkeit und Wiederherstellbarkeit ihrer IT-Infrastruktur legen sollten, anstatt ausschließlich auf Prävention durch zusätzliche Tools zu setzen.
Auch der Umgang mit sensiblen Daten bleibt ein kritischer Faktor: 20 Prozent der Geräte speichern entsprechende Informationen, von denen ein erheblicher Anteil weder verschlüsselt noch vollständig erfasst ist.
„Cyberangriffe sind unvermeidlich, Ausfallzeiten hingegen nicht“
warnt Christy Wyatt, Präsidentin und CEO von Absolute Security. Sie sieht insbesondere in der mangelnden Betriebsbereitschaft von Sicherheitslösungen ein zentrales Problem: „Die Cybersicherheitsbranche hat sich beeilt, innovative Lösungen zu entwickeln, die Bedrohungen erkennen und verhindern; nur hinkt sie leider hinterher, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass die Tools auch dann einsatzbereit bleiben, wenn sie am dringendsten benötigt werden. Führungskräfte aus den Bereichen Unternehmenssicherheit, Risikomanagement und Geschäftsführung, die gemeinsam dafür sorgen, dass ihre kritischen Abwehrmechanismen unter allen Umständen widerstandsfähig bleiben, müssen es vermeiden, Opfer der Downtime-Ära zu werden.“
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Cyber-Resilienz zunehmend als ganzheitliche Aufgabe verstanden wird, die neben Technologie auch Prozesse und organisatorische Maßnahmen umfasst. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, ihre Sicherheitsarchitekturen nicht nur zu erweitern, sondern vor allem robuster und ausfallsicher zu gestalten.