Eine aktuelle Studie von Red Hat zeigt: Sicherheitsvorfälle in Cloud-nativen Umgebungen sind weit verbreitet – häufig verursacht durch Fehlkonfigurationen und mangelnde Prozesse. Gleichzeitig planen viele Unternehmen Investitionen in automatisierte Sicherheitsansätze.
Foto: Symbolbild / KI-generiert (OpenAI)
Sicherheitsprobleme in hybriden Cloud-Umgebungen gehören für viele Unternehmen zum Alltag. Das zeigt der „State of Cloud-native Security“-Report 2026 von Red Hat, für den rund 600 IT-Professionals befragt wurden. Demnach haben 97 Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Cloud-nativen Sicherheitsvorfall erlebt. Dabei sind es weniger gezielte Angriffe, sondern vor allem interne Schwächen, die zu Vorfällen führen.
Laut Report sind Sicherheitsprobleme in der Hybrid Cloud häufig auf vermeidbare Fehler zurückzuführen. Dazu zählen insbesondere Fehlkonfigurationen sowie ungepatchte Container-Images. Die Auswirkungen dieser Vorfälle sind erheblich: 92 Prozent der Befragten berichten von signifikanten Folgen, darunter erhöhter Aufwand für Analyse und Behebung, Verzögerungen bei der Bereitstellung von Anwendungen sowie sinkende Produktivität in der Entwicklung.
Viele Sicherheitsprobleme in der Hybrid Cloud resultieren aus eigenen Versäumnissen und Nachlässigkeiten (Quelle: Red Hat)
Zudem zeigt die Studie eine Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Sicherheitsniveau. Während sich 56 Prozent der Unternehmen als proaktiv im Umgang mit Bedrohungen sehen, verfügen nur 39 Prozent über eine ausgereifte Cloud-native Security-Strategie. Auch bei konkreten Maßnahmen bestehen Lücken: Nur etwa die Hälfte der Unternehmen überprüft die Integrität von Container-Images mittels Signaturen, und auch Laufzeitschutz sowie automatisierte Richtlinienumsetzung sind häufig nicht implementiert.
Die Mehrzahl der Unternehmen hält sich für proaktiv, doch in den Security-Strategien spiegelt sich das nicht wider (Quelle: Red Hat)
Viele Unternehmen planen, ihre Sicherheitsmaßnahmen auszubauen. Mehr als 60 Prozent wollen in den nächsten ein bis zwei Jahren in die Absicherung von CI/CD-Pipelines investieren, um „Security as Code“ umzusetzen und menschliche Fehler zu reduzieren. Weitere Investitionsschwerpunkte sind Supply Chain Security (56 Prozent) sowie Laufzeitschutz für Anwendungen (54 Prozent), der Bedrohungen wie Cryptojacking in Echtzeit erkennen und stoppen soll.
Zusätzliche Herausforderungen sehen Unternehmen im Einsatz generativer KI. 96 Prozent der Befragten stufen deren Nutzung in Cloud-Umgebungen als riskant ein. Genannt werden insbesondere die mögliche Offenlegung sensibler Daten, der Einsatz nicht genehmigter Tools sowie Risiken durch unsichere KI-Dienste von Drittanbietern. Gleichzeitig verfügen 59 Prozent der Unternehmen noch über keine dokumentierten Richtlinien oder Governance-Frameworks für den Umgang mit KI.

Obwohl den Unternehmen die Security-Herausforderungen von GenAI bewusst sind, fehlt es vielerorts an Nutzungsrichtlinien und Governance-Frameworks (Quelle: Red Hat)