Snowflake und Amazon Web Services (AWS) haben eine mehrjährige strategische Vereinbarung geschlossen, um den Einsatz von Agentic AI in Unternehmen voranzutreiben. Im Rahmen der Zusammenarbeit investiert Snowflake in den kommenden Jahren sechs Milliarden US-Dollar in Infrastruktur auf AWS – die bislang größte Investition des Unternehmens.
Snowflake und Amazon Web Services (AWS) bauen ihre langjährige Zusammenarbeit aus. Die mehrjährige Vereinbarung umfasst gemeinsame Investitionen in Kundensupport, Vertrieb und Migrationen sowie eine engere Verzahnung von Technologien für generative und agentenbasierte KI. Ziel ist es, Unternehmen die Entwicklung und den produktiven Einsatz von KI-Anwendungen zu erleichtern.
Kern der Vereinbarung ist eine Investition von sechs Milliarden US-Dollar, die Snowflake in den kommenden Jahren in AWS-Infrastruktur tätigen will. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um die bislang größte Investition in der Geschichte von Snowflake. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage nach KI- und Daten-Workloads auf AWS.
Snowflake wurde vor elf Jahren auf Basis von AWS gegründet. Nach Angaben der Unternehmen betreibt heute die Mehrheit der Snowflake-Kunden ihre Anwendungen auf AWS. Künftig sollen die Produkte beider Anbieter für generative und agentenbasierte KI enger zusammenarbeiten. Darüber hinaus wollen Snowflake und AWS gemeinsam in Kundenprojekte, Workload-Migrationen sowie branchenspezifische Lösungen investieren.
Snowflake-CEO Sridhar Ramaswamy beschreibt die strategische Ausrichtung wie folgt:
„KI hat enorme Aufmerksamkeit erzeugt. Für Unternehmen aber besteht die eigentliche Herausforderung – und zugleich die Chance – darin, aus dieser Intelligenz konkrete Handlungen abzuleiten. Wir bewegen uns in Richtung eines agentenbasierten Unternehmens, in dem KI-Systeme nicht nur Fragen beantworten, sondern auf vertrauenswürdige Daten zugreifen, Prozesse koordinieren und messbare Geschäftsergebnisse unterstützen. Gemeinsam mit AWS erleichtern wir Unternehmen den Einsatz von KI auf kontrollierten Datenbeständen. So können sie schneller arbeiten, Prozesse klarer steuern und messbare Ergebnisse erzielen.“
Auch AWS-CEO Matt Garman verweist auf den Wandel vom Experimentieren mit KI hin zum produktiven Einsatz:
„Unternehmen bewegen sich rasant vom reinen Experimentieren mit KI hin zum produktiven Einsatz intelligenter Agenten, die konkrete Geschäftsergebnisse erzielen. Seit seiner Gründung setzt Snowflake auf AWS. Die vertiefte Zusammenarbeit und der verstärkte Einsatz von Graviton-Prozessoren liefern Kunden die Leistung, Flexibilität und Kostenvorteile, die sie für Datenanalyse- und KI-Workloads im großen Maßstab benötigen.“
Die erweiterte Zusammenarbeit basiert auf einer Architektur, bei der Foundation-Modelle direkt mit kontrollierten Unternehmensdaten arbeiten. Dadurch sollen sensible Informationen nicht zwischen unterschiedlichen Systemen verschoben werden müssen.
Mit Snowflake Cortex Code AI können Unternehmen Anwendungen für Text-to-SQL, Zusammenfassungen, Sentiment-Analysen und Entitäten-Erkennung direkt in ihrer Snowflake-Umgebung entwickeln und betreiben. Dabei setzt Snowflake auf AWS Graviton-Prozessoren für ein verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für das Training und die Inferenz von KI-Modellen kommen GPU-beschleunigte Amazon-EC2-Instanzen zum Einsatz.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des AWS Marketplace. Nach Angaben der Unternehmen wurden über die Plattform bislang mehr als sieben Milliarden US-Dollar Geschäftsvolumen mit Snowflake-Lösungen abgewickelt. Allein im Jahr 2025 kamen mehr als zwei Milliarden US-Dollar hinzu – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Snowflake und AWS wollen den Vertrieb über den Marketplace weiter ausbauen und dabei unter anderem Vertragsprozesse vereinfachen sowie Beschaffungsvorgänge beschleunigen.
Parallel erweitert Snowflake seine globale Präsenz auf AWS. Neue Regionen wurden bereits eingeführt oder befinden sich im Aufbau, darunter die AWS European Sovereign Cloud sowie Neuseeland (Auckland), Südafrika (Kapstadt) und Thailand (Bangkok). Damit sollen Kunden Anforderungen an die Datenresidenz erfüllen und KI-Anwendungen näher an ihren jeweiligen Geschäftsstandorten betreiben können.
Ihre gemeinsame Strategie für Enterprise-KI wollen Snowflake und AWS auf dem Snowflake Summit 2026 vorstellen.